Kita Drügendorf

4- gruppige Einrichtung mit zwei Krippen- und zwei Kindergartengruppen: Krippe Eulengruppe und ab Herbst neu geschaffene Krippengruppe: 12 Monate- 3 Jahre // Kindergarten Rehkitzgruppe und Hasengruppe: 3 Jahre bis zur Einschulung

Address
Kita Drügendorf
Drügendorf 135
91330 Eggolsheim
Funding authority
Markt Eggolsheim
Hauptstr. 27
91330 Eggolsheim
kitadrueg@eggolsheim.de
09545/7139 (Anne Reiners)
Opening times7:00 AM - 4:30 PM o'clock
Closing daysDie Schließtage werden am Anfang von jedem KiTa-Jahr mitgeteilt.
Sie betragen in der Regel ca. 30 Tage, maximal jedoch 35 Tage.

Hinweis zu den Öffnungszeiten: Freitags haben wir von 07:00-14:30h geöffnet.
Foreign languages German
Specially educational concept Reggio Emilia approach
Extras care with lunch

Current information

Introduction/specifics

Kindertageseinrichtung Drügendorf

Drügendorf 131+135
91330 Eggolsheim

Träger: Markt Eggolsheim

 

Liebe Eltern, liebe Familien,

wir freuen uns sehr, dass Sie sich für unsere Kindertageseinrichtung interessieren!

Anbei wollen wir Ihnen ein paar grundsätzliche erste Informationen geben.
 

Adressen unserer zwei Häuser

Drügendorf 135= Eulengruppe (Krippe) und Rehkitzgruppe (Kindergarten) im Neubau
Drügendorf 131= Hasengruppe (Kindergarten) im Altbau

Leitung der Einrichtung

Leitung: Anne Reiners
Stellvertretende Leitung: Julia Huppek

Personalausstattung

In allen Gruppen: 2 pädagogische Fachkräfte und eine pädagogische Ergänzungskraft

Öffnungszeiten

Montag- Donnerstag 7-16:30h
Freitag  7-14:30h

Bringzeiten

Die Kinder müssen um spätestens 8:30h in der jeweiligen Gruppe angekommen sein, dann beginnt unsere Kernzeit.

Die Kinder von Krippe und KiGa sind von 7 bis ca. 7:45h Uhr zusammen in der Frühdienstgruppe im Neubau.

Wir bitten darum, die Frühdienst-Kinder der Hasengruppe (Altbau) nur bis 7:45h in den Neubau zu bringen, da eine Mitarbeiterin mit den Kindern zusammen rüber laufen muss.
Ab 8 Uhr können die Kinder direkt in ihre Gruppe im Altbau gebracht werden.

Mögliche Bringzeiten

7, 7:30 und 8 Uhr

Mögliche Abholzeiten

12:30-12:45h
14:00-14:30h
15:30-16:30h

Es kommt vor, dass wir bei Personalengpässen beide Kindergartengruppen ab 12:30h im Neubau zusammenlegen.
In diesen Fällen geben wir den Eltern der Hasengruppe morgens Bescheid oder hängen ein Schild an die Tür, dass die Abholung um 14h im Neubau erfolgt.

Die Abholung im Korridor zwischen 15:30 und 16:30h ist immer im Neubau.

Telefon und Emailadresse

Neubau 09545/7139

Altbau 09545/4410409

Bitte rufen Sie zwischen 7 und 7:30h im Neubau an, wenn Sie Ihr Kind für den Tag entschuldigen wollen.
Falls Sie es in Ausnahmefällen erst später schaffen, melden Sie sich ab 8h im jeweiligen Haus.
Bitte sprechen Sie auf Band, wenn gerade niemand ans Telefon gehen kann.

Für andere Anliegen können Sie sich auch sehr gerne per E-Mail unter kitadrueg@eggolsheim.de melden.

Ausnahmen Bringzeit

Grundsätzlich wünschen wir nicht, dass die Kinder nach 8:30h gebracht werden.
Ausnahmen sind feste Fördertermine wie z.B. Frühförderung oder dringende Arzttermine (keine U-Untersuchungen o.ä.).
Dann können die Kinder noch bis 10:30h in die Einrichtung kommen.
Diese Termine bitte mit der Gruppenleitung absprechen.

Schließzeiten

Spätestens im Oktober jeden Jahres geben wir den Familien eine Liste mit den neuen Schließzeiten aus.

Wir haben an Ostern oder Pfingsten eine Woche, in den Sommerferien 3 Wochen und rund um Weihnachten& Neujahr 1-2 Wochen geschlossen.

Von allen gemeindlichen Einrichtungen im Markt Eggolsheim wird eine gemeinsame 2-wöchige Sommerferienbetreuung in Eggolsheim angeboten.
Dazu bitte bei Frau Dötzer von der Gemeinde informieren.

Zusätzliche Schließtage im Jahr: ca. 2-3 Teamtage, Personalausflug, Erste Hilfe Kurs für das Team.

Daily Schedule

So sieht ein Tag bei uns in der Krippe aus:

7.00-8h  Frühdienst mit Bringzeit

8-8.30    Bringzeit und Ankommen in der Gruppe

8.30-9.00h            Frühstück

9.00-9:30h            Morgenkreis

9.30-11.00h         Zeit zum Spielen und der Projektarbeit, in der wir experimentieren, musizieren, die Natur erforschen, kreativ sind, uns bewegen und viel mehr

11.00-11.30h       Wickeln und Toilettengang (selbstverständlich wird ganztägig individuell gewickelt oder auf die Toilette begleitet, wenn Bedarf besteht); Hände waschen

11.15-11.30h       Erste Abholzeit

11.30-12.30h       Mittagessen

12.30-12.45h       Zweite Abholzeit

12.30-14.15h       Zeit zum Ruhen und Träumen, individuell nach den Bedürfnissen der Kinder

14.00-14.30h       Wickeln und Toilettengang; Hände waschen

14.15-14.30h       Dritte Abholzeit

14.30-15.00h       Brotzeit

15.00 -                   Zeit zum Spielen und der Projektarbeit, in der wir experimentieren, musizieren, die
bis Ende der         Natur erforschen, kreativ sind, uns bewegen und viel mehr
Öffnungszeit        

15.30-16.30h       Gleitende Abholzeit

-

So sieht ein Tag bei uns im Kindergarten aus:

7.00-8h                  Frühdienst: Betreuung aller Gruppen zusammen im neuen Haus

8-8.30h                  Bringzeit und Ankommen in den Gruppen

Ab 8.30-12.30h    Kernzeit: Zeit zum Spielen und Projektarbeit, Morgenkreis, Frühstück, Wickeln und Toilettengang individuell; Hände waschen nach dem Garten und vor den Mahlzeiten

12.30-12.45h       Erste Abholzeit

12.45h-13.15h     Mittagessen

13.15-14.15h       Zeit zum Entspannen und ruhigem Spiel; Vorlesen

14.15-14.30h       Zweite Abholzeit

14.30-15.00h       Spätdienst: Betreuung aller Gruppen zusammen im neuen Haus; Brotzeit

15.00 -   bis           Zeit zum Spielen und Projektarbeit
zum Ende der
Abholzeit

15.30-16.30h       Gleitende Abholzeit

Care providers are responsible for all profile content.

Offered care types at Jun 26, 2022:

Kind of carecount places
 Krippe
12 Places
 Kindergarten
50 Places

Basics

  1. Herzlich Willkommen

Wir, das Team der Kita Drügendorf, wollen Sie ganz herzlich einladen sich mit unserer pädagogischen Konzeption zu befassen.
Bei Fragen zu diesem Schriftstück oder zu anderen Aspekten unserer Arbeit sind Sie gerne eingeladen, diese persönlich an uns zu richten. Wir freuen uns über Ihr Interesse!

 

  1. Konzeptionsarbeit

Die vorliegende Konzeption ist das schriftliche Ergebnis von unseren pädagogischen Reflektionsprozessen und vieler Fragen, die wir uns gestellt haben.

Sie drückt aus, für welche pädagogische Haltung wir uns entschieden haben und wie wir mit den Kindern und allen Personen, mit denen wir durch die Kindertagesstätte vernetzt sind, umgehen und miteinander leben und lernen.

Eine Konzeption ist immer Teil eines offenen Prozesses, ständige Reflexion muss Bestandteil der täglichen Arbeit mit Kindern sein.

Wir werden dieses Schriftstück immer wieder als Grundlage nutzen, uns mit der pädagogischen Arbeit in unserer Einrichtung auseinanderzusetzen.

Bei der Konzeptionsarbeit haben wir den Träger, die Fachberatung, die Familien und Kinder miteinbezogen.

 

  1. Vorwort der Kinder

Wir haben die Kinder aus Krippe und Kindergarten gefragt, was sie an unserer KiTa mögen und gerne hier spielen und erleben:

„Spielen!“
„Weil hier so viele Kinder sind, ich viele Freunde finden kann. Und weil die Puppenecke so schön ist.“
„Weil wir eine Kinder-Kamera haben.“
„Kostüme.“
„Ich mag Kiga, weil wir viel spielen dürfen und auch viel raus gehen.“
„Frühstück.“
„Die Erzieherinnen gefallen mir und auch der Garten. Freunde kennenlernen und man lernt was im Kiga.“
„Marienkäfer.“
„Im Garten die Fahrzeuge finde ich gut.“
„Garten.“
„Kiga mag ich nicht, aber die Puppenecke ist schön.“
„LKW und Bulldog spielen.“
„Essen mhmm mhmm.“
„Weil wir einen Intensivraum haben und man da ungestört spielen kann.“
„Feuerwehrauto.“

 

 

 

  1. Vorwort des Trägers

Die Bildung, Entwicklung, Erziehung und Betreuung von Kindern hat im Markt Eggolsheim seit Jahrzehnten einen sehr hohen Stellenwert. Das Recht auf Bildung und Entwicklung für Kinder sowie der Bedarf für Betreuung von Eltern sind wichtige Grundbedürfnisse, deren Sicherstellung dem Markt Eggolsheim am Herzen liegt. Ändern sich die Bedarfe, so versucht die Marktgemeinde hierauf schnellstmöglich zu reagieren.

So wurde eine örtlich wie inhaltlich vielfältige Struktur gemeindlicher und kirchlicher Kindertageseinrichtungen aufgebaut, die den Betreuungsbedürfnissen der Eltern in den 12 Ortschaften der Marktgemeinde gerecht wird. In Eggolsheim und Neuses stehen hierfür zwei kirchliche Kindertageseinrichtungen mit insgesamt vier Kindergarten- und zwei Krippengruppen zur Verfügung. In gemeindlicher Trägerschaft befindet sich zudem eine eingruppige Einrichtung in Kauernhofen, in der Kinder von zwei Jahren bis zum Schuleintritt betreut werden, eine Einrichtung in Bammersdorf mit jeweils einer Krippen- und Kindergartengruppe sowie eine eingruppige Einrichtung in Eggolsheim, die Kinder im Alter von zweieinhalb Jahren bis zum Schuleintritt betreut.

Hier in Drügendorf ist nun, als Ergebnis von veränderten Betreuungsbedarfen, die seit fast 30 Jahren im alten Schulhaus des Ortes untergebrachte Kindergartengruppe umgewandelt worden. Anstelle des eingruppigen Kindergartens ist hier in Drügendorf ein neues Haus für Kinder entstanden, welches eine Krippen- und eine Kindergartengruppe beherbergt. Das alte Schulhaus wird jedoch vorübergehend für eine Kindergartengruppe weiter genutzt.

Der helle, barrierefreie Neubau ist zugeschnitten auf die Bedürfnisse von Kindern und Personal. Er wurde basierend auf dem in der Einrichtung zukünftig gelebten Konzept der „Reggiopädagogik“ geplant. Das Haus spiegelt die Offenheit und Transparenz wider, die hier zukünftig gelebt werden soll. Es ist ausgerichtet auf den großzügigen Gartenbereich der auf unterschiedlichen Ebenen zum Spielen anregt. Haus und Garten eröffnen vielfältige Möglichkeiten für Begegnung und Entfaltung, Raum für Kreativität, Rückzug und Toben. Raum für jeden Einzelnen, die Gruppe und die Familie, die wichtiger Bestandteil der Hausgemeinschaft ist.

Das Haus soll unseren Kindern Chance bieten, ihre „100 Sprachen zu sprechen…100 Welten zu entdecken“ und unseren Mitarbeiterinnen die Möglichkeiten geben, sie dabei gut zu begleiten.

Claus Schwarzmann

  1. Bürgermeister
  1. Vorwort der Leitung

Weniger ist manchmal mehr.

Weniger Schimpfen, weniger Vorgeben, weniger negativ denken, weniger Druck machen.

Wir wollen mehr für Kinder.
Mehr Wertschätzung für ihre Entwicklung, ganz individuell.
Mehr Liebe und Achtung, ganz selbstverständlich.
Mehr Freiraum für eigene Ideen, ganz vielfältig.
Mehr Begleitung durch Erwachsene, ganz herzlich und authentisch.

Wir wollen dazu beitragen, dass sich die Bedingungen für Kinder und Familien in unserer Gesellschaft ändern und der Blick auf ihre Bedürfnisse gelenkt wird.

Danke an jedes Kind und jede Familie, dass wir durch sie lernen und wachsen können.
Danke an mein tolles Team für so viel Engagement und Professionalität.

Anne Reiners
 

  1. Vorwort des Elternbeirat

An dieser Stelle darf der Elternbeirat sich kurz vorstellen und einen kleinen Einblick in seine Tätigkeit geben.

Der Elternbeirat stellt ein wichtiges Bindeglied zwischen Elternschaft und KiTa dar.
Es findet ein reger und stets inspirierender Austausch statt, von dem alle und am meisten natürlich die Kinder profitieren.

Gemeinsam tauschen wir uns über anstehende Veranstaltungen oder Veränderungen aus, organisieren Feste und Ausflüge und erörtern, wo es Verbesserungsmöglichkeiten gibt.
Der Elternbeirat ist stets bemüht, die KiTa zu unterstützen und organisatorische Aufgaben zu übernehmen.

So unterstützt der Elternbeirat tatkräftig bei der Organisation und Durchführung von Festen wie St Martin oder dem Abschiedsfest der Vorschulkinder, sowie bei Aktionen wie dem Weihnachtsmarkt oder dem Schmücken des Osterbrunnens.
Auch erste Hilfe Kurse, Hausmittelkurse und Familienausflüge wurden bereits durchgeführt und erfreuten sich großer Beliebtheit.

Zentral bei allen Dingen ist für uns stets der Dialog mit allen Beteiligten.
Gemeinsam setzen wir uns dafür ein, dass die Kinder hier eine unvergessliche Zeit erleben.

Seit einem Jahr steht der KiTa- Alltag durch die Pandemie vor neuen Herausforderungen, die es so nicht gab. Auch hier sind wir sehr stolz darauf, was wir gemeinsam trotz aller Widrigkeiten erreichen konnten.
So konnte der Weihnachtsmarkt durch eine coronakonforme Aktion ersetzt werden und auch die Vorschulkinder wurden gebührend im kleinen Rahmen verabschiedet.

Wir freuen uns auch in der Zukunft auf eine tolle Zusammenarbeit und blicken stolz auf alles zurück, was wir gemeinsam erreichen konnten!

Der Elternbeirat der KiTa Drügendorf

  1. Unsere Einrichtung

Unsere dreigruppige Kindertageseinrichtung mit einer Krippen- und zwei Kindergartengruppen liegt eingebettet in idyllische Natur in ländlicher und ruhiger Umgebung im Ortsteil Drügendorf, welcher zum Markt Eggolsheim gehört.

Der Träger unserer Einrichtung ist der Markt Eggolsheim, der neben unserer noch drei weitere Einrichtungen in der Marktgemeinde unterhält.

Unsere Einrichtung wird gefördert durch den Freistaat Bayern.

 

  1. Geschichte des Hauses

Wir leben und arbeiten in einem modernen Neubau, der im Januar 2020 eröffnet wurde, und unserem charmanten „alten Haus“, das früher mal ein Schulhaus war.

Im neuen Haus sind die Krippengruppen „Eulengruppe“ und eine Kindergartengruppe, die „Rehkitzgruppe“.
Im alten Haus ist eine Kindergartengruppe, die „Hasengruppe“.
Beide Häuser unserer Einrichtung sind nur wenige hundert Meter voneinander entfernt.

Die Kindertageseinrichtung Drügendorf gibt es schon seit 30 Jahren.
Damals als eingruppiger Kindergarten gegründet, hatte die Einrichtung im alten charmanten ehemaligen Schulhaus ihre erste Heimat gefunden.
Ausschließlich dort untergebracht auf zwei Etagen mit facettenreichen Räumen waren wir bis Ende 2019. 

Nun dürfen zwei Häuser mit Leben und Lachen gefüllt werden.

 

  1. Allgemeine Rahmenbedingungen

Wir nehmen Kinder von zehn Monaten bis zum Schuleintritt auf.
Unsere Krippengruppe hat eine Gruppengröße für bis zu 12 Kindern, in den Kindergartengruppen können bis zu 25 Kinder betreut werden.

Wir haben von Montag bis Donnerstag von 7 bis 16:30h geöffnet, freitags von 7 bis 14:30h.

Unsere Schließzeiten werden am Anfang des Kitajahres abgesprochen und veröffentlicht. Wir haben maximal 35 Schließtage im Jahr.

Die Anmeldetage sind jedes Jahr für Ende Januar/ Anfang Februar geplant.
An diesen zwei Tagen können Eltern den Betreuungswunsch in den Einrichtungen des Marktes Eggolsheim voranmelden. Wir bemühen uns gemeinsam mit dem Träger und den anderen Kindertagesstätten um ein zeitnahes Feedback, ob ein Betreuungsplatz vergeben werden kann.

Wir nehmen Kinder über das gesamte Jahr verteilt auf, achten jedoch auf ein angemessenes Gleichgewicht in diesem Bereich, da uns eine konstante Gruppengemeinschaft als sichere Basis für die Kinder wichtig ist.

Für das Mittagessen bieten wir ein Verpflegungsangebot an. Wir werden von der Firma S-Bar aus Nürnberg beliefert.
Wir gehen bei den Mahlzeiten individuell auf unterschiedliche Altersgruppen, kulturelle Unterschiede und Bedürfnisse (Allergien, Unverträglichkeiten) einzelner Kinder ein.
Frühstück und Brotzeit für den Nachmittag bringen die Kinder von zu Hause mit.
Wir bieten den Kindern Wasser und Tee, zu besonderen Anlässen wie zum Beispiel Feiern auch leichte Saftschorlen an.

Informationen zu den Buchungszeiten und zu den Kosten für Betreuung und Verpflegung entnehmen Sie bitte der Gebührensatzung auf unserer Homepage.

  1. Unser Team

Unser pädagogisches Team besteht aus 6 Erzieherinnen und 3 Kinderpflegerinnen.

In der Krippengruppe arbeiten 3 Mitarbeiter.
Im Kindergarten haben wir insgesamt ein Team aus 6 Mitarbeiterinnen, in der Kernzeit arbeiten wir überwiegend fest zu dritt in jeder Gruppe.

Einrichtungsübergreifende Springkräfte des Marktes Eggolsheim unterstützen bei Bedarf.
Die Einrichtungsleitung arbeitet tageweise in einer Kindergartengruppe und im Büro.
In unserem Haus gibt es auch eine stellvertretende Leitung mit festen Aufgaben und zur Unterstützung der Leitung.

Es gibt bei uns viele Teammitglieder mit besonderen Qualifikationen oder Fortbildungen, zum Beispiel Fachkraft für Reggio-inspirierte Kultur des Lernens, Studium der Kindheitspädagogik, Psychomotorik, Krippenfachkraft und mehr.

  1. Pädagogische Philosophie und Grundhaltung

Wir arbeiten nach der Reggio-inspirierten Kultur des Lernens.

Die Reggio-Pädagogik ist nach dem 2. Weltkrieg in den kommunalen Kindertagesstätten in der norditalienischen Stadt Reggio Emilia von den dort tätigen Pädagoginnen und Pädagogen entwickelt worden.[1]

Der Philosophie dieser pädagogischen Kultur liegt ein optimistisches Menschenbild zu Grunde.
Wir begegnen den Kindern und allen Menschen, mit denen wir in Kontakt treten, mit Respekt und Wertschätzung.
Wir sind davon überzeugt, dass eine stabile und vertrauensvolle Beziehung und sichere Bindung jedem Bildungsprozess vorausgeht.

Reggio ist eine „Pädagogik des Werdens“.
Stetige Weiterentwicklung und Mut zum offenen Gestaltungsprozess ist uns wichtig.
Reggio ist kein Konzept oder Modell, das man einfach übernehmen kann, sondern eine Aufforderung, sich auf einen offenen Prozess einzulassen.

Unser Erfolg beruht auf unserer authentischen Begeisterung für die Arbeit mit den Kindern, ihren Familien und allen Personen, mit denen wir im Kontext Kita in Kontakt treten.
Unsere Einrichtung ist eine ganzheitliche Erfahrungsstätte, in der wir uns für alle Beteiligten eine gemeinsame positive Grundstimmung des Miteinanders wünschen.
Wir leben und lieben Partizipation, Offenheit, konstruktive Kritik, Transparenz und den Dialog.

„Nur wenn Gefühl und Phantasie erwachen, blüht die Intelligenz.“
- Loris Malaguzzi (Mitbegründer der Reggio-Pädagogik)

 

  1. Gesetzliche Grundlagen

Festgeschrieben ist unser Bildungs- und Erziehungsauftrag als Kindertageseinrichtung in Bayern auf folgende Weise:

- im „Bayerischen Kinderbildungs- und Betreuungsgesetz“ (BayKiBiG) und Ausführungsverordnung

- im „Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan für Kinder in Tageseinrichtungen bis zur Einschulung“ (BayBEP)

- in der Handreichung „Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern in den ersten drei Lebensjahren“

- die Bayerischen Bildungsleitlinien

- Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung entsprechend rechtlicher Vorgaben im SGB VIII §8a

- in der UN- Kinderrechtskonvention

- im achten Kapitel des Sozialgesetzbuches ist das Recht auf Bildung verankert

 

 

  1. Schutzkonzept

Der Markt Eggolsheim verfügt für seine Kindertageseinrichtungen über ein Schutzkonzept.
Dieses wurde mit allen pädagogischen Teams reflektiert und mit den Leitungen abgestimmt und liegt in jeder Einrichtung aus.

 

  1. Unsere Bildungsarbeit

Unsere Bildungsarbeit umfasst einige Schwerpunkte und Themen, die alle für die Bildung und Entwicklung der Kinder wichtig und miteinander vernetzt sind.

Im Folgenden geben wir zu jedem wichtigen Schwerpunkt konkrete Informationen.

 

  1. Das Bild vom Kind

Unser Bild vom Kind ist geprägt von einer wertschätzenden und optimistischen Sicht.

Jedes Kind kommt als kompetenter, aktiver und sozialer Mensch auf die Welt und bringt seine eigene Persönlichkeit mit.
Kinder besitzen viel Kraft, Lust, Energie, Forschergeist und Lernfreude.

Wir nehmen die individuellen Kompetenzen wahr und begreifen jedes Kind als „sprudelnde Quelle“ mit vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten.
Es will sich aus seinem inneren Antrieb heraus entwickeln und entfalten, die Welt entdecken, die eigenen Bildungsprozesse partizipativ mitgestalten und braucht dafür eine gute Begleitung und lernanregende Impulse.

Wir sehen das Kind als Künstler mit großem Potential und „hundert Sprachen“.
Es braucht Zeit zum Spielen, Forschen, Fragen stellen, Philosophieren, Lernen und Träumen.
Das Kind lernt mit allen Sinnen, experimentierend und mit anderen zugleich.

Es bildet sich selbst indem es den Zeitpunkt selbst bestimmt, wann es etwas über ein bestimmtes Thema lernt. Wir können uns sicher sein, das Kind weiß ganz genau wann es bereit für ein Thema ist. [2]
Es spürt selbst, was für es das Beste ist, auch wenn es vielleicht noch nicht die Worte hat, dies auszudrücken.

Das Kind ist Konstrukteur seiner Entwicklung und wird durch uns in dieser im Sinne der Ko-Konstruktion begleitet und unterstützt.

Sichere emotionale Beziehungen und Wohlbefinden bilden für das Kind die wichtige Basis um lernen zu können und in tiefe Bildungsprozesse einzutauchen.

„Das Kind hat ein Recht auf den heutigen Tag, auf Achtung, Vertrauen und Wohlwollen.“ – Janusz Korczak

 

  1. Die Rolle des pädagogischen Personals

Wir begleiten das Kind in der Rolle des optimistischen Wegbegleiters und Mit-Forschers und nehmen seine Fähigkeiten und Bedürfnisse ernst.

Wir unterstützen die ganzheitliche Entwicklung der kindlichen Fähigkeiten mit unseren Kompetenzen Engagement, Flexibilität, Gelassenheit, Herzlichkeit und Kreativität.

Im Einklang mit sich selbst zu bleiben; Selbstgefühl, Resilienz und Identität aufzubauen und zu erhalten gelingt dem Kind in einer wertschätzenden, gewaltfreien, geborgenen, respektvollen und vertrauensvollen Atmosphäre und in Interaktion mit zuverlässigen und feinfühligen Bindungspersonen.
Begleitung und Nähe sowie Autonomie, Freiheit und Rückzugsmöglichkeit des Kindes sollten in Balance stehen.

Das Kind in seiner Glücksfähigkeit und Herzensbildung zu begleiten ist ein zentraler Punkt für ein zufriedenes und ausgeglichenes Leben, was wir uns für alle Kinder wünschen.

Es ist uns wichtig, dem Kind Impulse, Fragen und vielfältige Erfahrungsmöglichkeiten in einer „Ja-Umgebung“ zu geben, die es in seinen Selbstbildungsprozessen anregt.
Wir ermutigen die Kinder zum Ausprobieren, Forschen und Philosophieren, sehen uns als Potentialentfalter.

Wir bieten dem Kind durch unsere Begleitung Hilfe in der Strukturierung seiner Wahrnehmung und setzen Erlebtes gemeinsam in einen Kontext.
Ebenso ist es wichtig, dass wir uns selbst zurücknehmen können, ein „sowohl, als auch“ leben und mutig vermitteln, dass es kein festgeschriebenes „richtig oder falsch“ gibt.

Wir gehen einfühlsam auf die Ideen und Bedürfnisse der Kinder ein anstatt automatisch zu reagieren.
Wir „füllen“ die Kinder nicht mit Wissen, da aktiv erarbeitetes Wissen den Kindern ermöglicht unkonventionell, kreativ und kritisch zu denken.

Wir setzen uns ein für „Kinder mit erhobenem Kopf“, auf deren Rechte und deren Meinung wir achten.

Ein Gefühl von Selbstwirksamkeit stärkt die seelische Widerstandskraft enorm.[3]

Die jeweilige Lebenssituation und momentane Verfassung dabei empathisch zu berücksichtigen und im Blick zu haben, ist wichtig für unsere Interaktion.
Wir beobachten die Kinder gut und sehen uns als Zeuge kindlicher Entwicklung, machen Bildungsprozesse sichtbar.

Wir reflektieren und planen, aber auch Improvisation ist ein wichtiges Werkzeug unserer Arbeit.
Humor und Spaß am gemeinsamen Tun und Philosophieren ist für uns selbstverständlich.

Kinder und Erwachsene sind menschlich gleich viel wert, wir Erwachsene haben allerdings einen Erfahrungs-, Wissens- und Lebensvorsprung und tragen die Verantwortung.
Als authentische Vorbilder mit persönlichen Grenzen geben wir Orientierung.

Die Grenzen, die wir festlegen, ergeben sich auch aus natürlichen Notwendigkeiten und können und sollen den Kindern gegenüber begründet sein. [4]
Dabei herauszustellen sind vor allem die Bereiche Sicherheit und Gesundheit.
Sinnvolle Grenzen sind eine wichtige Basis für das gesellschaftliche Leben.

Uns ist es auch wichtig, auf uns selbst zu achten, um gesund, motiviert und kraftvoll zu bleiben.
Arbeitszeit ist Lebenszeit.
Wir müssen unsere eigene Persönlichkeit stark in unsere Arbeit mit einbringen.
Ein hohes Maß an kritischer Auseinandersetzung mit der Berufsrolle und der eigenen Persönlichkeit und Identität ist notwendig.

Wir Erwachsene tragen die Verantwortung für eine angenehme Atmosphäre, in der angstfrei und individuell geforscht werden kann, und die Qualität der Beziehungen.

„Das Auge und der Verstand des Kindes verlangen nach Hilfe, das Bleibende und den Wandel der Dinge aufzunehmen und dabei das Wesentliche der neuen Beziehung zu entdecken.“ – Loris Malaguzzi

 

  1. Lebensgemeinschaft auf Zeit mit den Familien

In unserer Arbeit legen wir viel Wert auf eine facettenreiche Gestaltung der Lebensgemeinschaft auf Zeit mit den Familien.
Die Familie stellt für das Kind den wichtigsten Ort für das Erleben einer sicheren und liebevollen Bindung und Beziehung dar.
Wir knüpfen an diese bestehende Verbindung in respektvoller und wertschätzender Art und Weise an.
Ganz wichtig ist es bereits am Anfang, die Eingewöhnung des Kindes und seiner Familie in die Einrichtung gemeinschaftlich, feinfühlig und mit gegenseitigem Vertrauen zu gestalten.

Wir sehen die Eltern und andere wichtige Bezugspersonen als kompetente Experten ihrer Kinder und verbinden die „zwei Welten“ Familie und KiTa gemeinsam miteinander.
Ein wertschätzender, transparenter und partnerschaftlicher Umgang ist uns wichtig.
Dabei beziehen wir die Familien in die Entwicklungsprozesse ihrer Kinder in der Einrichtung auf vielfältige Weise mit ein.

Den Dialog zu leben durch zum Beispiel regelmäßige und intensive Gespräche, vielfältigen Austausch, Elternabende, gemeinsame Aktivitäten und Aktionen, Hospitationsmöglichkeit und Feste feiern, ist uns wichtig.
Teilhaben lassen an Prozessen der Kinder in der Einrichtung durch Dokumentation und Ausstellung von Werken ist für uns im Sinne der Bildungsdokumentation ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit.

Wir unterstützen Familien in schwierigen Situationen und Krisen, geben den Themen Raum, hören zu und vermitteln in manchen Fällen an andere Kooperationspartner, zum Beispiel Erziehungsberatungsstelle.
Generell ist es uns wichtig, ein Bewusstsein und Offenheit zu schaffen für Themen, die Eltern und Familien oft betreffen und über die in der Gesellschaft aber manchmal wenig gesprochen wird, zum Beispiel Mental Load, seelische Krankheiten oder Erschöpfung.
Denn nur wenn es den Eltern gelingt, sich in einem gewissen Maße kompetent, wertvoll, sicher und gelassen zu fühlen, kann es den Kindern gut gehen und das steht für uns im Fokus.

  1. Der Elternbeirat

Der Elternbeirat unserer Einrichtung wird zu Beginn jedes neuen Kitajahres gewählt.

Durch einen engen Kontakt und Austausch mit unserem Team und regelmäßige Elternbeiratssitzungen fungiert der Elternbeirat als ein Sprachrohr für andere Eltern und unterstützt uns bei wichtigen Fragen, Entscheidungen sowie bei Veranstaltungen und Festen.
Wir sehen diese gemeinschaftliche Arbeit als große Bereicherung an.

 

  1. Der Raum als dritter Erzieher/ Neubau

Unsere Räume sind Erfahrungswelten, sie sind lernanregend und ästhetisch gestaltet.

Im Folgenden wollen wir erstmal einen allgemeinen Einblick in unser Raumkonzept des Neubaus geben und anschließend auch unsere einzelnen Räume konkret beschreiben.
Allgemeine Beschreibungen zu Räumen „als dritter Erzieher“ mit ihren Elementen und ihrer Gestaltung sind ebenfalls auf unser zweites Haus zu übertragen.
Auf die konkreten Räume im „alten Haus“ gehen wir in Punkt 5.4.1 ein.

Unser Grundriss vom neuen Haus (die eingezeichnete Möblierung dient der besseren Vorstellung der Raumgrößen und entspricht nicht der tatsächlichen Möblierung):

Im Reggio- Kontext hat sich der Begriff „Raum als dritter Erzieher“ entwickelt.
Das bedeutet, dass der Raum dem Kind durch seine Architektur, Gestaltung und Materialausstattung Impulse gibt, die es zum Spielen und Forschen anregen.
Die Räume sind geordnet und gestaltet, laden aber ein zum Mitgestalten.
Sie schenken durch ihre Gestaltung eine Atmosphäre des Wohlfühlens und der Geborgenheit und sollen Begegnung schaffen.

Wichtig sind uns Spiegel, um die Selbst- und Fremdwahrnehmung zu fördern, oder Ein- und Ausblicke durch freie Fensterfronten, Glaseinsätze in Türen und Podeste.
Natur- und Recycling- bzw. Upcyclingmaterialien, die zum Anfassen, Ordnen, kreativen Gestalten und Verändern anregen werden den Kindern frei zugänglich aufbewahrt, besondere „Schmuckstücke“ werden in Gläsern drapiert.

Wir haben ein Farbkonzept bezüglich der Böden und Wände entwickelt, welches ruhig, harmonisch und erdend wirken soll und die Räume funktional abgrenzt aber auch verbindet.
Die Farben der Böden und der Wände sind in natürlichen und ruhigen Tönen gehalten.
Die Kinder, ihre Werke und das Material bringen Farbe ins Spiel.

Die Räume werden auch durch die Bildungsdokumentation, also zum Beispiel schriftliche Beschreibungen von Projektverläufen oder Kunstwerke der Kinder, gestaltet.

Wir legen zudem Wert darauf, dass die Kinder Platz zur Bewegung haben.
Unsere Gruppenräume besitzen dafür ein ausreichendes Platzangebot.

Insbesondere deshalb, weil das Essen nicht in den Gruppenräumen stattfindet und so nur eine geringe Anzahl an Tischen und Stühlen, die für bestimmte Formen der Arbeit nötig sind, im Raum zu finden sind.

In den Gruppenräumen befinden sich verschiedene Spielbereiche wie zum Beispiel ein Rollenspielbereich, das „Mini-Atelier“, ein Bereich zum Bauen und Konstruieren oder die Leseecke.

Die Gruppenräume werden durch die Sanitäranlagen verbunden, hier ist neben Begegnung insbesondere auch eine Nutzung für verschieden Aktionen zum Experimentieren mit dem Element Wasser gegeben.

Die zwei multifunktionalen Spielbereiche im Zentrum sind ein besonders wichtiges Raumelement über die Eigenschaften als Dokumentations- und Präsentationsfläche hinaus.
Es entsteht eine Entzerrung der Gesamtgruppe zugunsten einer entspannten Atmosphäre, die ausschlaggebend ist für gelingende Bildungsprozesse.
Neben den Gruppenräumen stellen die Spielbereiche eine nochmals flexiblere Möglichkeit dar, in Kleingruppen zu spielen und an Projekten zu arbeiten.
Gestaltete Werke der Kinder können dort auch während der Projektarbeit stehen bleiben.
Die offenen Spielbereiche stellen auch einen Ort der Begegnung zwischen Krippe und Kindergarten dar, welches grundsätzlich bereichernd aber auch wichtig für den Übergangsprozess von Krippe in den Kindergarten ist.

Der Spielbereich grenzend an die Kindergartengruppe hat eine besonders facettenreiche Funktionsmöglichkeit.
Hier sind Elemente für Bewegungsangebote an den Wänden integriert, ebenfalls besteht hier die Möglichkeit für das Ausrichten von Elternabenden oder anderen Veranstaltungen. Praktisch ist hierbei die verschiebbare Trennwand zum Intensivraum, so dass ein noch größerer Raum entsteht.
Dieser Raum eignet sich für großflächige Projekte, Feste und Aktionen mit den Kindern und verschiedene Angebote für Eltern, Familien und das Team.

Der Intensivraum in geschlossener Form wird vorrangig von den Kindergartenkindern für ein konzentriertes Arbeiten oder Entspannungsangebote genutzt, ist aber in seiner Nutzung flexibel.

Der Ruheraum im Krippenbereich bietet den Kindern einen erholsamen Mittagsschlaf in geborgener Atmosphäre.
Außerhalb der Schlafphasen eignet er sich für verschiedene Aktionen und Projekte mit den Kindern.
Ein kleiner, abgegrenzter Bürobereich im Schlafraum ermöglicht dem Team, während der Schlafwache zu dokumentieren und vorzubereiten.

Der Essbereich, nach Reggio als „Kinderrestaurant“ bezeichnet, ist einladend und ästhetisch gestaltet, um die Wertschätzung des Themas Essen zu transportieren. Die Kinder dürfen hier ihr Essen genießen und die Themen Ernährung und Gesundheit facettenreich erleben.
Eine Theke auf Kinderhöhe ermöglicht ein Mitwirken der Kinder z.B. beim Tisch decken, damit sie so auch in diesem Bereich selbstständig agieren und partizipieren.

Essen sollte zu jedem Zeitpunkt ein Genuss sein, eine Freude, besonders für Kinder, die sich gerade erst auf den Weg machen, die so spannende Welt der unterschiedlichen Geschmacksrichtungen spielerisch kennenzulernen. Riechen, schmecken, fühlen, Austausch mit anderen- bei einer Mahlzeit werden viele Sinne angesprochen. [5]

Das Elternzimmer, praktischerweise direkt neben dem Leitungsbüro liegend, ist ein ebenfalls sehr wichtiger und vielfältig nutzbarer Raum.
Der Raum wird für Elterngespräche, Elternbeiratssitzungen, Supervision oder Seminareinheiten genutzt.
Neben der Verwendung als Pausenraum ermöglicht er es uns als Team zusammen zu treffen und hier miteinander und voneinander zu lernen, uns auszutauschen, zu reflektieren und zu planen.
Das Leitungsbüro ist eine wichtige Schaltstelle im Alltag im Sinne der Verwaltung und Kommunikation. Es befindet sich zwischen Eingangsbereich und den Räumlichkeiten der Gruppen.

Der Eingangsbereich mit Sitzecke und verschiedenen Informationsmöglichkeiten lädt die Familien und unsere Gäste ein sich wohlzufühlen und zu verweilen, zum Beispiel beim Ansehen der Dokumentationen oder bei einem Dialog.

In der Garderobe gibt es für jedes Kind einen eigenen Platz zum Ankommen am Morgen, Verabschieden in der Abholzeit und Unterbringen der persönlichen Gegenstände.

Unser Außenbereich bietet den Kindern viel Platz zur freien Bewegung und regt die Kinder auch durch Spielgeräte wie zum Beispiel Schaukeln, Sandkasten, Spielhaus und verschiedene Materialien zum Spielen an.
In Hochbeeten pflanzen und ernten wir mit den Kindern zusammen.

Auch die fußläufigen Räume nahe der Einrichtung wie zum Beispiel die umliegenden Straßen, der Wald oder der kleine Spielplatz um die Ecke zählen wir zu den wichtigen Erfahrungsräumen, mit denen die Kinder im Kontext unserer Einrichtung in Kontakt kommen und die sie erleben und erforschen.

Unsere Räume sind eingerichtet gemäß der jeweiligen Sicherheitsbestimmungen und werden jährlich geprüft.

  1. Unser „altes Haus“

Wir nutzen für unsere Kindergartengruppe im alten Haus zwei Etagen.

Die Gruppe hat im Erdgeschoss einen vielseitigen Gruppenraum mit verschiedenen Spielbereichen wie zum Beispiel Puppenecke oder „Mini-Atelier“.
In den Gruppenraum integriert ist eine Küche auf Kinderhöhe und der Essbereich.
An den Gruppenraum angegliedert ist ein Raum mit Küche für die Erwachsenen, Personalgarderobe und großen Materialschränken.
Den Kindern stehen im Sanitärbereich vier Toiletten und zwei große Waschrinnen zur Verfügung.
Ein kleiner Nebenraum und die Garderobe gehört ebenfalls zum Gruppenbereich.

Unser Flur, der für Dokumentationen genutzt wird, stellt die Verbindung zu drei weiteren Bereichen im Erdgeschoss dar.
Ein Turn- und Allzweckraum ermöglicht uns freies Rennen, Toben und Turnen oder auch viel Platz für ruhigere Angebote.
Das Atelier bzw. Werkraum bietet Platz für kreatives Gestalten.
Ebenfalls vom Erdgeschoss aus zugänglich ist unser wunderschöner, eingewachsener Garten mit altem Baumbestand und vielseitigen Möglichkeiten zum Spielen, wie zum Beispiel zwei Rutschen, Klettergerüst, Tunnel zum Verstecken und Kriechen, Spielhäuschen, großer Sandkasten in dem ganz tief gebuddelt werden kann.

Auf der ersten Etage nutzen wir einen Raum als Elternwarteraum, das Büro und ein weiteres Badezimmer mit kindgerechter Toilette, Badewanne und dem Wickeltisch.
 

  1. Projektarbeit

Die Projektarbeit ist ein „Herzstück“ der Reggio-inspirierten Kultur des Lernens.

Hierbei geht es um sinnliches Begreifen: „Nichts ist im Verstand, was nicht vorher in den Sinnen war“ (John Locke).

Es geht um facettenreiche Wahrnehmungsmöglichkeiten eines Themas, zum Beispiel durch Ton, Zeichnen, Fühlen, Bildershow, Ausflüge, Philosophieren, Verkleiden, Nachspielen, Bücher, Hören, Riechen, Informationen recherchieren.
Die Themen der Kinder können klar von den Kindern geäußert werden, zum Beispiel durch Kommentare im Morgenkreis oder Freispiel, oder durch Beobachtungen der Erwachsenen herausgefiltert werden.
Oft gibt es aufgrund der Beobachtungen einen Impuls vom Erwachsenen, der dann begleitet, beobachtet, dokumentiert und zusammen mit den Kindern weiteres plant.

Die Dokumentation des Projektes, zum Beispiel durch Mitschrift, Fotos, Videos oder Tonbandaufnahmen, ist im Sinne der wertschätzenden „Beobachtung als Beachtung“ eine Möglichkeit, die Bildungsprozesse und Interessen der Kinder sichtbar zu machen für alle Beteiligten.

Die Länge und Intensität des Projekts hängt vom Interesse des Kindes bzw. der Kinder ab.
Ein Projekt kann nur eine Stunde dauern oder auch ein ganzes Jahr.

Gedicht „100 Sprachen“ von Loris Malaguzzi:

Und es gibt Hundert doch
Ein Kind ist aus hundert gemacht.
Ein Kind hat hundert Sprachen, hundert Hände,
hundert Gedanken,
hundert Weisen zu denken, zu spielen, zu sprechen. Hundert, immer hundert Weisen zu hören,
zu staunen, zu lieben,
hundert Freuden
zu Singen und zu Verstehen.
Hundert Welten zu entdecken,
hundert Welten zu erfinden,
hundert Welten zu träumen.
Ein Kind hat hundert Sprachen,
(und noch hundert, hundert, hundert), aber neunundneunzig werden ihm geraubt.
Die Schule und die Kultur trennen ihm den Geist vom Körper.
Sie sagen ihm,
ohne Hände zu denken,
ohne Kopf zu handeln,
nur zu hören ohne zu sprechen,
ohne Freuden zu verstehen,
nur Ostern und Weihnachten
zu staunen und zu lieben.
Sie sagen ihm, es soll
die schon bestehende Welt entdecken. Und von hundert
werden ihm neunundneunzig geraubt. Sie sagen ihm,
dass Spiel und Arbeit,
Wirklichkeit und Fantasie,
Wissenschaft und Vorstellungskraft, Himmel und Erde,
Vernunft und Träume
Dinge sind, die nicht zusammen passen. Ihm wird also gesagt,
dass es Hundert nicht gibt.
Das Kind aber sagt:
„Und es gibt Hundert doch.“[6]

  1. Kunst und Ästhetik

Kunst und Ästhetik haben in der Reggio-Pädagogik einen hohen Stellenwert.

Die Prozesse der Wahrnehmung, Aneignung und Gestaltung stehen dabei im Mittelpunkt der täglichen pädagogischen Arbeit, nicht „Kunst als Produkt“.

Ästhetische und künstlerische Bildung ist eine Möglichkeit, die Welt zu verstehen und sich auszudrücken.
Auch bei der kreativen Gestaltung gibt es keine Vorgaben vom Erwachsenen, wie etwas zu arbeiten ist, nur Begleitung und Hilfestellung.

Wir geben den Kindern die Möglichkeit verschiedene Techniken auszuprobieren, wie zum Beispiel Malen mit Acrylfarben, Puddingfarben oder Kreiden; Arbeiten mit Holz; Malen an der Staffelei, an der Wand oder auf dem Boden; Gestalten mit Ton und Knete oder Kleben von verschiedenen Materialien.
Die Kinder dürfen nicht nur bei speziellen Angeboten, sondern auch im „Mini-Atelier“ in den Gruppenräumen frei mit diesen Materialien arbeiten, wenn sie diese ausprobiert und kennen gelernt haben.
Im „Mini-Atelier“ finden die Kinder eine Fülle an verschiedenen Materialien um mit ihnen im Alltag kreativ zu werden.
Besonders Recycling/Upcycling- und Naturmaterialien stehen für die Kinder bereit.

Die Ausstellung von Werken der Kinder gehört zu unserer wertschätzenden und transparenten Kultur dazu. Die Kinder werden vorab gefragt, ob wir ihr Werk ausstellen dürfen.

  1. Beobachtung und Dokumentation

Wir haben in unserer Arbeit facettenreiche Formen von Bildungsdokumentation etabliert.

Die „sprechenden Wände“, auf denen zum Beispiel Projektverläufe ausgestellt werden, informieren und inspirieren Kinder, Eltern, Familienmitglieder, Besucher und auch das Team.
Es geht darum, eine Transparenz zu schaffen für das was uns in der Einrichtung beschäftigt und was erarbeitet wird, z.B. durch das Ausstellen von Kunstwerken der Kinder oder Gesprächsprotokollen aus dem Morgenkreis.

Dokumentation gibt einem Projektverlauf Klarheit und gibt anderen Menschen Impulse.

Weitere Formen von Dokumentation sind Fotos, eine Fotoshow am Monitor oder auf einem digitalen Bilderrahmen, Videos oder Zitate der Kinder.

Wir bringen die Bildungsprozesse der Kinder so noch mehr in den Blick und machen sie „sichtbar“. Dokumentation macht deutlich, wie Kinder lernen und stärkt die Erinnerung und das Zeitbewusstsein.
Die Dokumentation drückt Wertschätzung aus und regt Kinder, Familien und das pädagogische Team zum Dialog an.
Sie dient uns auch als ein Mittel der individuellen Raumgestaltung, an der die Kinder mitwirken.

Gute Beobachtung und Begleitung der Kinder ist die Grundlage für eine vielfältige und ausdrucksstarke Bildungsdokumentation.

An unserer Dokumentationsfläche ist auch ein Wochenrückblick zu finden, auf dem wir zum Ende jeder Woche beschreiben, welche Lernerfahrungen und Erlebnisse die jeweilige Gruppe gemacht hat.

Jedes Kind besitzt über die gesamte Kitazeit einen Portfolio-Ordner.
In diesem werden Bildungsmomente und Erlebnisse durch Fotos und schriftliche Aufzeichnungen festgehalten. Auch Kunstwerke werden im Portfolio-Ordner gesammelt.

Wir dokumentieren in der Krippe außerdem mit den Beobachtungsbögen Bellers Entwicklungstabelle und im Kindergarten mit den Bögen Perik und Seldak bzw. Sismik.
Zur Dokumentation mit diesen Bögen sind wir im Kindergarten gesetzlich verpflichtet.
Beim Perik-Bogen geht es um die sozial-emotionale Entwicklung der Kinder, bei Seldak und Sismik handelt es sich um Beobachtungsbögen zur systematischen Begleitung der Sprachentwicklung.

 

  1. Das Team als lernende Organisation

Wir sind ein Team, das prozessorientiert arbeitet und Wert auf wechselseitiges Lernen legt.

Wir bleiben in Bewegung, bilden uns weiter und stellen die ständige Reflexion der Arbeit und der eigenen Persönlichkeit in den Mittelpunkt unseres Tuns.
Gegenseitige Inspiration, Wertschätzung, Bestärkung und eine ressourcenorientierte Nutzung der jeweiligen

Stärken sind uns wichtig.
Miteinander zu lachen macht uns stark.

Konflikte im Team sehen wir als Chance an, uns weiterzuentwickeln und achten auf einen respektvollen, konstruktiv kritischen und wertschätzenden Umgang.
Im Bedarfsfall wenden wir uns an Fachpersonal von außerhalb, um Impulse zu genießen und uns gemeinsam weiterzuentwickeln.

Voraussetzung für unsere Prozesse und reflektierte Arbeit sind Zeitressourcen für zum Beispiel Teambesprechungen, Konzeptions- und Teamtage, Fortbildung, Supervision, Vernetzung und Austausch mit Personen außerhalb der Einrichtung, Auseinandersetzung mit uns betreffenden politischen Themen, Informationsbeschaffung und Lesen von Fachliteratur.

„Der eigentliche Schatz, den wir fördern müssten, ist die Begeisterung am eigenen Entdecken und Gestalten, das Tüftlertum, die Leidenschaft, sich mit etwas Bestimmtem zu beschäftigen.“ – Gerald Hüther

  1. Einrichtungsleitung

Neben den pädagogischen, organisatorischen, repräsentativen und verwaltungstechnischen Aufgaben hat die Leitung ihren Schwerpunkt auch in der Mitarbeiterführung.

Ihre Vorbildfunktion im Umgang miteinander und ihre Fähigkeit, verbindend und integrierend zu leiten, sind wichtig für eine gute Teamatmosphäre.
Die Leitung legt viel Wert auf eine mitarbeiterfreundliche Haltung und die Beachtung der Fürsorgepflicht zusammen mit dem Träger.
Eine Haltung des mitmenschlichen Interesses zeichnet ihren Führungsstil aus.

Im Alltag sowie auch in besonders geplanten und regelmäßigen Mitarbeitergesprächen wird jeder Mitarbeiter individuell gesehen, gefordert und unterstützt.
 

„Angstfreie Kommunikation bei gleichzeitig erlebter Wertschätzung durch die Leitungskraft ermöglicht eine positive Grundhaltung gegenüber Kindern und Eltern. Somit baut die mitmenschliche Führungshaltung der Leitung die Brücke zu gelingender Arbeit mit Kindern.“- aus: Eine Kita leiten, S.61

 

  1. Gemeinwesenorientierung, Vernetzung und Fundraising

Die Gemeinwesenorientierung und Vernetzung ist ein wichtiger Aspekt der Reggio- Pädagogik.

Die Kita ist Bestandteil des öffentlichen Lebens, Teil einer kooperativen Gemeinschaft.
Sie ist eingebettet in Entwicklungsprozesse in der gesamten Gesellschaft.
Die individuellen Bedürfnisse eines jeden Menschen stehen, heute durch die Globalisierung mehr denn je, im Zusammenhang mit der Gesamtgesellschaft und auch Weltgemeinschaft.

Wir arbeiten nach den Grundsätzen einer demokratischen Gesellschaftsvorstellung und wollen diese auch den Kindern vermitteln.

Bildung sehen wir als sozialen Prozess an verschiedenen Bildungsorten.
In der Gemeinschaft findet sich eine Vielfalt an Kompetenzen.
Wir sind interessiert an intensiven, in Wechselwirkung stehenden Vernetzungen, die unsere Kita-Gemeinschaft bereichern.
Eltern und andere Familienmitglieder können zum Beispiel als Fachleute für bestimmte Bereiche und Berufe wirken und uns Impulse in unseren Bildungsprozessen geben.

Wir sind mit etlichen Institutionen und Personen vernetzt, um uns fachlich auszutauschen, zum Beispiel mit der örtlichen Schule, anderen Kindertageseinrichtungen, Fachdiensten, Ärzten und Therapeuten.
Innerhalb des Dorfes kommen wir durch Feste oder unsere „Dorfrunden“ in Form von z.B. Spaziergängen oder Ausflügen zum Sportplatz in den Kontakt.
Wir sind interessiert an unserer Außenwelt, zum Beispiel durch Ausflüge in Museen oder andere Bildungsinstitutionen erweitern wir unseren Horizont.

Hilfe durch Ehrenamtliche oder Spenden von Firmen und Privatpersonen sind wichtige Ressourcen, die uns unterstützen und stärken.

Strategisches Fundraising knüpft fruchtbare Beziehungen und führt langfristig zu gegenseitigem Geben und Nehmen. [7]

Vernetzung ist immer auch Öffentlichkeitsarbeit, „Freunde werden zu Förderern“.

„Das Lächeln, das du aussendest, kehrt zu dir zurück.“- Indische Lebensweisheit

  1. Partizipation

Partizipation findet bei uns alltäglich statt und hat in jeder Interaktion mit den Kindern einen wichtigen Stellenwert für uns.

Unser Bild vom Kind verpflichtet uns zu einer Partizipation der Kinder in jeder Situation, an der sie teilhaben und die sie betrifft.
Wir begleiten und unterstützen die Kinder bei ihren Prozessen, bei ihren Entscheidungen und finden individuelle und gemeinschaftliche Wege Bedürfnisse, Ideen und Wünsche wertzuschätzen, auszuloten und in Hinblick auf Alter und Entwicklungsstand der Kinder zu realisieren.

Verschiedene Meinungen zu hören und zu achten, gemeinschaftlich abzustimmen, zu diskutieren- das sind wichtige Voraussetzungen um ein demokratisches Miteinander schon in der Kindheit zu beleben und zu fördern. Wir nutzen jede Situation zum Dialog, haben aber auch feste Rituale wie den Morgenkreis, der uns die Gelegenheit gibt, in der Gruppe zu diskutieren, Vorschläge zu machen und Entscheidungen zu treffen.

„Schwingen Sie mit? Lassen Sie sich ein? Versetzen Sie sich in sie hinein, gleichsam empathisch? Geben Sie den Gefühlen oder Gedanken der Kinder eine Sprache? Nehmen Sie ihre Ausdrucksformen an, auch wenn die Grenzen zwischen Realität und Vorstellung verschwimmen? Begegnen Sie ihnen respektvoll, mit dem Gefühl für den feinen Unterschied zwischen Nähe und Zu-nahe-Treten?“  [8]

 

  1. Inklusion

Wir akzeptieren jeden Menschen, der in Kontakt mit uns kommt, in seiner Einzigartigkeit; sei es Kind, Elternteil, Mitarbeiter oder Besucher; unabhängig von Geschlecht, sexueller Identität, Alter, Herkunft, Kultur, Familienform, Religionszugehörigkeit, Bildung, sozioökonomischen Status, Krankheit und Behinderungen.

Unterschiede und kulturelle Vielfalt sehen wir als Bereicherung an und lernen voneinander und miteinander.
Jeder Mensch ist gleichwertig und hat seine individuellen Stärken und Fähigkeiten.
Wir gehen respektvoll und wertschätzend miteinander um, schaffen aktiv Möglichkeiten der Teilhabe und engagieren uns gegen Rassismus und Ausgrenzung jeglicher Art.
Alle Mitglieder unserer Gemeinschaft sollen sich selbstbestimmt und barrierefrei in unserer Einrichtung bewegen können.
Alle Kinder, die unsere Einrichtung besuchen, haben ein Recht auf Spiel, Lernen und Partizipation.

„Es geht vor allem um die Wertschätzung dafür, was ich vom Anderen erfahren darf und was er von mir lernen kann. Diese Beziehung ist für uns beide bereichernd. Genau da hört die Kultur der Angst auf und fängt die Kultur der Liebe an.“ - Pablo Pineda Ferrer

  1. Der Wert des Freispiels

Das Freispiel nimmt in unserem Kita-Alltag einen großen und wichtigen Platz ein.

Wir sind überzeugt davon, dass die Kinder im freien Spiel immens viel lernen und sich selber und in Kooperation mit anderen fundamental bilden und stärken.
Sie suchen sich Thema des Spiels, Spielpartner, Ort und Material selbst aus und gestalten nach ihren Ideen und durch das, was sie individuell interessiert und beschäftigt.
Das Freispiel gibt den Kindern die Chance, Erlebtes zu verarbeiten und in einen neuen Kontext zu setzen.
Auch Momente der „Langeweile“ sehen wir als wichtig an, da durch die Ruhephase, in die das Gehirn dann eintritt, Kreativität ermöglicht wird, neue Ideen entwickelt werden können.
Wir lassen die Kindern mit ihrem Spiel nicht „allein“, auch wenn wir ihren Wunsch nach Rückzug und Spiel alleine oder in kleinen Gruppen selbstverständlich achten.
Vielmehr ist gemeint, dass wir die Kinder aufmerksam beobachten, sie und ihr Spiel wertschätzend beachten und, je nach Situation, mehr oder weniger intensiv dabei begleiten.

„Spielen öffnet Räume unbedingter Sinnhaftigkeit, auch wenn kein Zweck dabei verfolgt und kein Nutzen avisiert wird.“ - Gerald Hüther und Christoph Quarch

  1. Sprache und Literacy

Die Sprachkompetenz ist eine wichtige Voraussetzung für eine Teilhabe an unserem gesellschaftlichen Leben.

Sprache ist Kommunikation, ermöglicht Kontakt und Austausch und ist eine Ausdrucksmöglichkeit der eigenen Gefühle und Gedanken.
Wir sorgen für eine wertschätzende Atmosphäre, in der die Kinder frei sprechen können und wir einander aktiv zuhören.

Wir sprechen in unserer Kita deutsch miteinander, sind aber jederzeit offen für die Einflüsse aus der Zwei- oder Mehrsprachigkeit eines Kindes und wertschätzend gegenüber allen Sprachen generell.

Im Bereich Literacy bieten wir den Kindern vielfältige Möglichkeiten an, mit der Buch- und Schriftkultur in Kontakt zu kommen und sie zu erforschen.
Wir lesen vor, erzählen uns Geschichten, reimen, geben Raum zum Krickeln und Schreiben.

Zur Sprachförderung gibt es die Möglichkeit, dass Kinder, bei denen ein Bedarf erkannt wird, am „Vorkurs Deutsch 240“ teilnehmen.

  1. Emotionalität und soziale Beziehungen

Emotionale und soziale Kompetenzen sind eng miteinander verwoben.

Wir unterstützen die Kinder in ihrer Fähigkeit, Gefühle bei sich und anderen einschätzen zu können, empathisch und einfühlsam auf andere Menschen zu reagieren und Konflikte für alle Beteiligten gut lösen zu können.
Wichtig ist dabei sehr stark das Vorbild der Erwachsenen im Umgang mit anderen Menschen.

Wir sprechen miteinander über Gefühle und werten sie nicht als richtig oder falsch.
Positive und bestärkende Beziehungen sehen wir als Grundlage an für die Entwicklung emotionaler und sozialer Kompetenzen.

  1. Werteorientierung und Religion

Wir wollen die Kinder stärken und sie begleiten, wenn Fragen der Sinnhaftigkeit auftauchen oder Orientierung gesucht wird.

Wir gehen auf alle Fragen der Kinder, die den ethischen und religiösen Rahmen umgreifen, wertschätzend und respektvoll ein.
Mit den weitläufigen Themen Leben und Tod befassen wir uns miteinander, zum Beispiel wenn ein Kind das Thema aus seiner Lebenswelt mitbringt.
Wir akzeptieren die Vorstellungen und Ideen der Kinder und philosophieren miteinander.

Für uns ist auch hier ein gutes Selbstwertgefühl und Selbstbestimmung wie auch positive und stärkende Beziehungen zu anderen Menschen eine wichtige Grundlage um den manchmal undurchsichtig erscheinenden, oft nicht messbaren, Themen zu begegnen.
Wir feiern christliche Feste als kulturelles Gut und Möglichkeit, um miteinander bei Fragen nach Sinnhaftigkeit und Tiefgründigkeit in Kontakt zu kommen.

Alle Religionen werden von uns wertgeschätzt, Erfahrungen mit ihnen bieten uns wertvolle Impulse, andere Kulturen und Sichtweisen kennen zu lernen und zu erleben.
Wir setzen uns inhaltlich mit allen Religionen auseinander.

  1. Philosophieren mit Kindern

Kinder kommen als neugierige Entdecker auf die Welt und wollen Klarheit über die für sie unerklärlichen Dinge gewinnen.
Dabei besitzen sie die Fähigkeit, alles um sich herum zu hinterfragen.
Es ist wichtig, über Dinge, die ein Kind bewegt, gemeinsam nachzudenken und zu sprechen - genau darum geht es beim Philosophieren mit Kindern. Es wird also ein Raum geschaffen, in dem Kinder frei äußern können, was ihnen durch den Kopf geht.

„Hab den Mut, dich deines eigenen Verstands zu bedienen!“ - dieser Leitspruch von Kant will die Verantwortung jedes einzelnen Menschen für selbständiges Denken verdeutlichen.

Philosophieren mit Kindern bedeutet für uns darum, die Fragen der Kinder, ernst zu nehmen als Verständnis des Bemühens, Sinn und Bedeutung in dieser Welt herzustellen.
Wir möchten sie beim Philosophieren begleiten indem wir ihnen feinfühlig und aktiv zuhören. Ihnen Platz für offene Fragen und Antworten lassen und mit einer wertschätzenden und offenen Einstellung auf die Fragen und Äußerungen eingehen.

Philosophieren ist Bildung. Gedankenspiele, kreative Lösungen finden, Zusammenhänge herstellen: eine geistige Herausforderung.

„…Philosophieren ist: Sich einen Reim auf die Welt zu machen, Sinn und Verstehen herzustellen. Und diese Konstruktion von Sinn beginnt sehr früh. Damit Kinder das schaffen, brauchen sie Menschen, die sie darin unterstützen, indem sie sich ihnen selbst zuwenden und mit ihnen ihre Welterfahrung teilen.“
-  aus: Kita- Fachtext
(https://www.kita-fachtexte.de/fileadmin/Redaktion/Publikationen//KiTaFT_ScheidtStollreiter_PHILOSOPHIEREN-2015.pdf (Stand 12.02.2021))

  1. Sinneserfahrungen

Sinneserfahrungen sind grundlegende Erfahrungen, die wichtige Impulse geben und die Wahrnehmung schulen.

Schon mit dem Werden des Lebens entstehen auch die ersten sinnlichen Informationen (Wärme, Bewegung, Körperkontakt, später Licht usw.). Sinnliche Informationen sind die Grundlage von kognitiven Deutungen und Emotionen.  [9]

Wir bieten den Kindern vielfältige Möglichkeiten, sinnlich zu forschen, zum Beispiel durch das Spiel mit Matsch, Licht und Schatten oder Tanzen zur Musik.

  1. Bewegung, Gesundheit, Sexualität und Ernährung

Uns ist eine körperfreundliche Haltung wichtig, die den Kindern vermittelt, dass die Verbindung zum eigenen Körper positiv und ganzheitlich wahrgenommen werden darf.

Wir legen Wert darauf, dass die Kinder bei uns verschiedene Erfahrungen machen können.

Dabei sind uns der Raum für „wildes“ Toben und viel freie großflächige Bewegung ebenso wichtig wie ruhigere Angebote, zum Beispiel Yoga und Fantasiereisen zum Hineinspüren, bewussten Atmen und Entspannen oder speziellen Gesundheitsanwendungen nach Kneipp.

Wir bewegen uns täglich im Morgenkreis bei Spielen und Liedern, nutzen den Spielbereich angrenzend an die Kindergartengruppe mit einer Deckenkonstruktion für Geräte als Bewegungsraum und kommen auf dem Außengelände in Bewegung.

Auch das Erleben verschiedener Elemente, wie zum Beispiel Wasser oder Matsch, auf der Haut, ist wichtig für das gesunde Entwickeln des eigenen Körperbewusstseins.

Fragen der Kinder zur Sexualität begegnen wir mit Offenheit, begleiten zum Beispiel Themen wie Unterschiede und Gemeinsamkeiten bei Jungen& Mädchen oder Schwangerschaft.

Einen Blick dafür zu entwickeln, welche Faktoren Gesundheit entwickeln und erhalten: dabei unterstützen wir die Kinder und machen sie stark.

Wir reflektieren mit den Kindern über unsere Ernährungsweise und setzen uns durch gemeinsames Kochen, Zubereiten und Genießen von Speisen mit diesem Thema ganzheitlich und sinnlich auseinander.

 

 

  1. Umwelt, Natur und Nachhaltigkeit

Wir finden es wichtig, dass die Kinder auch in der Kita die Möglichkeit haben die Natur zu erleben.

Innerhalb der Kita ist das ganzheitliche Erleben von wilder und wenig gestalteter Natur eingeschränkt.
Der Außenbereich ist begrenzt und gestaltet, jedoch bieten wir auch hier den Kindern die Möglichkeit, ihren Bewegungsdrang an der frischen Luft auszuleben, barfuß zu laufen wenn das Wetter es zulässt, die verschiedenen Wetterlagen und Jahreszeiten zu erleben und ohne Spielzeug, sondern mit Naturmaterialien wie Stöcken, Laub und Erde, zu spielen.
Das Erleben von Vorgängen in der Natur ermöglichen wir durch das Säen, Pflegen und Ernten von Pflanzen in unseren Hochbeeten.
Um den Kindern einen stärkeren Kontakt zur Natur zu bieten, unternehmen wir regelmäßig Ausflüge in den Wald. Dort können die Kinder unter Bäumen sein.
Das stärkt ihr Immunsystem und hilft Stress abzubauen.
Hier können sie sich sehr frei bewegen, klettern, verstecken, festen und weichen Boden erfahren, mit ungewohnten Hindernissen in Kontakt kommen.
Die Begegnung mit der Natur fördert die soziale und motorische Entwicklung.
Wir wünschen uns, dass die Kinder eine emotionale Bindungsfähigkeit zur Umwelt ausbilden.
Sie sollen lernen mit der Natur zu leben und ihren Lebensraum zu schützen.

In unserem Alltag lassen wir Fragen zu den Nahrungsmitteln, die wir essen, aufkommen und setzen uns mit ökologischem Wissen und Verhalten auseinander, indem wir uns zum Beispiel mit den Themen Recycling, Upcycling und Müllvermeidung beschäftigen.

„Wir alle brauchen das: Hinauszugehen und uns einer wilden Landschaft hinzugeben. Sie zu erforschen, zu erfahren und zu bewundern. Wir sollten das während aller Jahreszeiten tun, bei allen Wetterlagen, bei Tag und bei Nacht. Wir sollten das Land berühren, die Luft schnuppernd einatmen und lauschen.“
- Auszug Sicelo Mbatha, Wildnisführer vom Stamm der Zulu; aus Tala Mohajeri: Die Wildnis in dir

  1. Musik

Musik ist bei uns täglich und vielseitig erlebbar.

Die Kinder können jederzeit auf Rhythmusinstrumente wie zum Beispiel Chicken Eggs zugreifen, um mit ihnen zu experimentieren und zu musizieren.
Wir singen täglich zusammen und dürfen dabei regelmäßig die Begleitung der Gitarre genießen.

Die Kinder können Musik anhören, sich zum Rhythmus bewegen und tanzen.

Klangschalen werden regelmäßig in unsere Arbeit miteinbezogen, um die beruhigenden Klänge zu genießen und zu entspannen.

Wir sind davon überzeugt, dass der Kontakt mit Musik die Kinder auf eine tiefe Art und Weise entspannen und Freude in ihnen wecken kann, welche ganzheitlich Brücken baut zu weiteren Kompetenzbereichen.

  1. Mathematik und Naturwissenschaften

Mathematik und Naturwissenschaft begegnen uns in unserem Kita-Alltag auf vielfältige Weise.

Wir zählen zum Beispiel miteinander, wie viele Kinder im Morgenkreis anwesend sind; zählen ab, wenn eine bestimmte Gruppengröße für eine Aktion erforderlich ist oder eine bestimmte Anzahl an Tellern für den Tisch.

Beim Bauen und Konstruieren experimentieren die Kinder mit Statik, Größenverhältnissen, verschiedenen Materialien und ihrer Schwere, Haptik und Form.

Experimente und das Interesse an Naturgesetzen ergeben sich ganz natürlich in unserem Alltag ohne groß vorbereitete Angebote aus dem Experimentekoffer.
Zum Beispiel das Kochen mit seinem Dampf und Hitze, die Veränderung der Speisen dabei; das Einfrieren von Flüssigkeiten; das fallen lassen von Gegenständen aus der Höhe sind Situationen, die zu Fragen und zum Forschen anregen.

  1. Digitale Medien

Die Kinder kommen in unserer Kita mit den digitalen Medien Fotokamera, digitaler Bilderrahmen/Bildschirm und Laptop in Berührung.
Wir nutzen diese Medien um die Projektarbeit zu dokumentieren und zu reflektieren.
Wir lassen die Kinder bei Interesse selber fotografieren oder schauen Bilder und Videos von zum Beispiel einem Projekt am Laptop zusammen an.
Auf dem digitalen Bilderrahmen/Bildschirm können die Kinder regelmäßig Fotos aus dem Kita-Alltag ansehen.

Seit der Corona-Pandemie nutzen wir auch Onlineangebote für die Eltern und Familien, zum Beispiel Elternabende oder Elternbeiratssitzungen oder verschicken vermehrt Informationen per E-Mail.
Auch Fortbildungen im Team haben wir online besucht.

  1. Jahreskreis

Wir orientieren uns bei unserer Bildungsarbeit auch am Jahreskreis.

Dabei sind uns die Jahreszeiten besonders wichtig. Wir erleben und reflektieren die verschiedenen Jahreszeiten durch das Erleben in der Natur und durch Projekte, die jahreszeitliche Themen aufgreifen und miteinbeziehen.

Christliche Feste sehen wir als wichtiges Kulturgut an, die die Lebenswelt unserer Kinder betreffen. Diese feiern wir zusammen und setzen uns mit dem religiösen, kulturellen und geschichtlichen Hintergrund auseinander.

 

  1. Unsere Krippengruppe

 

  1. Eingewöhnung

Die Eingewöhnung in die Krippe ist stets sensibel und besonders individuell zu gestalten und ist für uns eine wichtige Phase, der viel Aufmerksamkeit geschenkt wird.

Im Vorfeld der Eingewöhnung findet ein Gespräch mit den Bezugspersonen des Kindes und der Fachkraft, die die Eingewöhnung miteinander gestalten werden, statt. In diesem Gespräch wird der Ablauf der Eingewöhnung erläutert und ein gemeinsamer Austausch über das Kind findet statt.

Hierbei legen wir Wert darauf, dass die Eltern bzw. Bezugspersonen aufgrund unserer wertschätzenden und offenen Haltung Vertrauen entwickeln und offen mit uns in den Dialog treten können.
Wir informieren sehr genau über unsere Haltung, Abläufe und Vorgehensweisen, damit viele Fragen vorab geklärt werden und die wichtigen Themen der Familie miteinander besprochen werden können.

Die Eingewöhnung ist an das Berliner Modell angelehnt und umfasst zwei bis sechs Wochen.
Eine mehrwöchige Eingewöhnung ist wichtig für den eine stabile Beziehung und Bindung zu den neuen Bezugspersonen in der Gruppe.
Eine sichere Beziehung und Bindung legt die Grundlage für eine gesunde Entwicklung und ist die beste Basis für kindliches Lernen und Spielen.

An den ersten drei Tagen ist die Bezugsperson für ein bis zwei Stunden mit in der Einrichtung, beobachtet das Kind und kann jederzeit Kontakt zum Kind herstellen und auf seine Signale reagieren.
Die Bezugsperson bietet dem Kind eine sichere Basis, um die neue Umgebung zu erkunden und eine Beziehung und Bindung zur Fachkraft aufzubauen.
Die Bezugsperson lernt auf diese Weise auch das Team kennen und erhält einen Einblick in den Tagesablauf.
Die Fachkraft versucht feinfühlig durch Spielangebote Kontakt aufzunehmen.
Am vierten Tag findet der erste Trennungsversuch, nach Verabschiedung der Bezugsperson, statt. Das Verhalten des Kindes in dieser Situation beeinflusst die Dauer der Eingewöhnung.
Ab dem fünften Tag beginnt die Fachkraft vermehrt auf die Signale des Kindes zu reagieren und übernimmt, wenn das Kind es zulässt, im Beisein der Bezugsperson, die Versorgung des Kindes zum Beispiel beim Wickeln.
Uns ist wichtig, dass die Fachkraft zur neuen Bezugs- und Bindungsperson wird, dem das Kind vertrauen kann.
Die Trennungsphasen werden unter Beachtung der Bedürfnisse des Kindes verlängert. Verzweifelte Tränen gehören für uns bei einer sensiblen und schrittweisen Eingewöhnung nicht zwingend dazu.
Das Gefühl der Trauer darf aber natürlich zu diesem Übergangsprozess gehören und darf durch Kind und auch Bezugsperson ausgedrückt werden.
Wichtig ist, dass das Kind sich rasch von der Fachkraft als neue Bezugsperson trösten lässt.
Generell ist es förderlich, wenn die Bezugsperson aus der Familie während der Eingewöhnungszeit nicht wechselt. In individuellen Fällen kann dies aber selbstverständlich Sinn machen und in Betracht gezogen werden.
Längere Fehlzeiten durch Urlaub sollten in der Eingewöhnungsphase vermieden werden.
Wir versuchen, wenn personell und zeitlich möglich, dem Kind und seiner Bezugsperson in den ersten Tagen exklusiv Zeit und Raum für ihre Eingewöhnung zu geben und bieten deshalb anfangs zeitlich versetzte Eingewöhnungstermine für die verschiedenen Familien an.

Für den Besuch der Einrichtung ist es nicht notwendig, dass das Kind abgestillt oder von der Milchflasche entwöhnt ist.

Nach der Eingewöhnungszeit findet ein Reflektionsgespräch statt.

  1. Tagesrhythmus

So sieht ein Tag bei uns in der Krippe aus:

7.00-8h  Frühdienst mit Bringzeit

8-8.30    Bringzeit und Ankommen in der Gruppe

8.30-9.00h            Frühstück

9.00-9:30h            Morgenkreis

9.30-11.00h         Zeit zum Spielen und der Projektarbeit, in der wir experimentieren, musizieren, die Natur erforschen, kreativ sind, uns bewegen und viel mehr

11.00-11.30h       Wickeln und Toilettengang (selbstverständlich wird ganztägig individuell gewickelt oder auf die Toilette begleitet, wenn Bedarf besteht); Hände waschen

11.15-11.30h       Erste Abholzeit

11.30-12.30h       Mittagessen

12.30-12.45h       Zweite Abholzeit

12.30-14.15h       Zeit zum Ruhen und Träumen, individuell nach den Bedürfnissen der Kinder

14.00-14.30h       Wickeln und Toilettengang; Hände waschen

14.15-14.30h       Dritte Abholzeit

14.30-15.00h       Brotzeit

15.00 -                   Zeit zum Spielen und der Projektarbeit, in der wir experimentieren, musizieren, die
bis Ende der         Natur erforschen, kreativ sind, uns bewegen und viel mehr
Öffnungszeit        

15.30-16.30h       Gleitende Abholzeit

7.3 Bring- und Abholsituation

Die Kinder werden von ihren Eltern in die Gruppe gebracht und dort persönlich von uns begrüßt.
Je kleiner die Kinder sind, umso intensiver brauchen sie das Gefühl, angenommen zu sein, gesehen, geachtet und ernstgenommen zu werden. 
Begrüßen wir das Kind mit seinem Namen, zeigen wir ihm, dass es uns wichtig ist und dass wir es als jemand besonderen schätzen.
Es besteht noch die Möglichkeit für ein kurzes Gespräch mit den Eltern und dem Kind über das, was seit dem letzten Kita-Besuch passiert ist oder was noch nachgewirkt hat.
Wir sind interessiert an dem Kind und was es beschäftigt. Ebenso wichtig ist es für uns, dass sich das Elternteil verabschiedet, wenn es die Kita verlässt.

Bei der Verabschiedung der Eltern achten wir auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Kinder. Wir begleiten das Kind dabei, sich vom Elternteil zu verabschieden und einen guten Start in den Tagesablauf zu haben und mit den anderen Kindern in Kontakt zu kommen.

In der Abholsituation besteht die Möglichkeit der kurzen Tür- und Angelgespräche.
Wichtige Informationen des Tages werden ausgetauscht. Es findet eine persönliche Verabschiedung des Kindes statt, in der es positiv in den Nachmittag verabschiedet wird.

  1. Mahlzeiten, Essen und Ernährung

Die Mahlzeiten finden gemeinsam im einladenden und ästhetisch gestalteten Kinderrestaurant statt. Das Essen soll als Genuss mit allen Sinnen wahrgenommen, erlebt und gelebt werden. Die Kinder haben die Möglichkeit sich aktiv durch die niedrige Theke am Decken und Abräumen des Tisches zu beteiligen. Unsere Mahlzeiten finden in einer ruhigen und angenehmen Atmosphäre statt und laden dazu ein, gemeinsam zu Essen, soziale Beziehungen zu stärken und zu kommunizieren. Die Platzwahl steht den Kindern hierbei offen. Beim Essen wird nicht nur das Bewusstsein für Lebensmittel entwickelt, sondern auch Tischkulturen des Zusammenseins vermittelt. Das Essen beginnt mit einem gemeinsamen Ritual. Die Kinder haben die Möglichkeit, verschiedene Speisen und Geschmäcke kennen zu lernen und sich mit diesen vertraut machen, können selbst wählen, was und wie viel sie Essen möchten, können Speisen ablehnen und den Umgang mit verschiedenen Ess- und Trinkwerkzeugen erwerben. 

Die Brotzeit wird von den Eltern mit in die Krippe gebracht, das Mittagessen wird vom Caterer, der S-Bar aus Nürnberg, geliefert. Der Speiseplan ist gesund, ausgewogen und abwechslungsreich gestaltet. Bei der Bereitstellung des Essens gehen wir auf die unterschiedlichen Altersgruppen, kulturelle Unterschiede und Bedürfnisse (Allergien, Unverträglichkeiten) der Kinder ein.

Trinken ist ein wichtiges Bedürfnis, zu dem jedes Kind den ganzen Tag freien Zugang hat. Im Zimmer stehen hierfür die Flaschen der Kinder und im Restaurant Tassen und Gläser, mit Wasser oder Tee, zur Verfügung.

  1.  Spielen
  1.  Freispiel

In den folgenden zwei Abschnitten vertiefen wir das schon in den Punkten 5.5 und 5.12 beschriebene Thema Spiel und Projektarbeit für den Krippenbereich.

Das Spiel ist die Grundlage jedes Lernprozesses für ein Kind, es ist sozusagen die „Arbeit“ des Kindes und wird in jeder Situation wertgeschätzt. Bei Kleinkindern sind die Begriffe „spielen“ und „lernen“ unmittelbar miteinander verbunden. Unsere Aufgabe ist es eine Atmosphäre zu schaffen, in der altersgerechte Spielformen stattfinden können und die Kinder angeregt werden, sich spielerisch mit der Umwelt auseinander zu setzten. Hierfür finden die Kinder eine vorbereitete Lernumgebung vor, die sie zum Forschen, Experimentieren und Lernen anregt, sowie kognitive, motorische und kreative Anforderungen an das Kind stellen. Die Kinder sollen sich im Idealfall selbst damit beschäftigen können. Der Raum dient hierbei als dritter Erzieher. Die Kinder spielen aus der eigenen Motivation heraus. Die Spielformen der Kinder verändern sich mit der Altersstufe und den Fähigkeiten, die sie bereits entwickelt haben.

Das sensomotorische Spiel bildet die erste Form des Spiels und die Basis für die weitere Entwicklung. Das Kind lernt die Beschaffenheit von verschiedenen Materialien und erfährt, dass es durch sein Verhalten eine bestimmte Wirkung erzielen und damit seine Umwelt beeinflussen kann. Hierfür stehen ihnen zum Beispiel Dreiräder, Kreisel, Reittiere und Laufräder zur Verfügung. Durch diese Erfahrungen stärken sie ihr Selbstvertrauen, aber auch die visuelle, taktile, fein- und grobmotorische sowie auditive Wahrnehmung.

Darauf folgt das Konstruktionsspiel. Hierbei werden die kognitiven Fähigkeiten geschult. Sie überlegen sich einen Bauplan und versuchen diesen umzusetzen. Hierbei kommen die Kreativität und die Fantasie der Kinder hinzu, die sie dazu benötigen. Dabei entstehen Sandburgen, Bauklötze werden gestapelt, Höhlen und Schienen gebaut, geknetet und Konstruktionsmaterial wie Magnete oder Duplosteine bespielt.
Wir beobachten die Kinder in ihrem Vorhaben und begleiten sie dabei.
Erste Rollenspiele entstehen, die Kinder ahmen das Verhalten nach, dass sie bei den Erzieherinnen oder Eltern gesehen haben und begleiten dies mit Geräuschen. 
Sie benutzen unterschiedliche Gegenstände und geben ihnen eigene Funktionen. Hierbei begleiten wir die Kinder und benennen die alltäglichen Beobachtungen und begegnen den Gefühlen der Kinder, die sie hierbei erleben.

Das Rollenspiel in der Krippe findet meist noch alleine statt, oder die Kinder spielen nebeneinander. Manchmal beziehen sie jemanden mit ein und lassen diesen z. B. „probieren“. 
Je besser sich das Kind äußern kann umso größer wird die soziale Bedeutung des Rollenspiels und der Kontakte untereinander. Wir unterstützen es durch Kommunikation und Interaktion.
Mit ca. 2,5 Jahre beginnen die Kinder mit den Regelspielen.

Bewegungs- und Naturerfahrungen sind in dieser Entwicklungsstufe wichtig, da sich der Körper der Kinder ständig verändert. Wir unterstützen sie dabei, verschiedene Bewegungsmöglichkeiten, Höhen, Bodenstrukturen und Materialien kennen zu lernen, mit denen sie sich zuerst gemeinsam mit uns und dann später alleine auseinandersetzen können.

Uns ist die Partizipation der Kinder wichtig. Sie können selbstständig den Spielort und das Material wählen, aber auch Wünsche äußern, je nach Alter auch die Spielpartner.

  1.  Projekte und gelenkte Angebote

Projekte begleiten uns immer wieder, sie können über einen längeren Zeitraum gehen, oder schon nach kurzer Zeit ausklingen. Sie entstehen durch Impulse der Kinder und durch intensive Beobachtungen des pädagogischen Personals.

Wir setzen bei den Impulsen der Kinder an und geben ihnen weitere Möglichkeiten sich mit dem Thema auseinander zu setzen. Diese Impulse können zum Beispiel kreativ, motorisch oder musikalisch sein.
Das einzelne Kind kann je nach Interesse daran teilnehmen.

Uns ist es wichtig, dass die Kinder sich mit Freude daran beteiligen können und Beobachtetes, beziehungsweise Erlebtes in ihrer Umwelt erfahren, verarbeiten, verinnerlichen und erweitern können.

In der Projektarbeit entstehen zum Teil Werke, die in unseren Räumen nach Wunsch des Kindes präsentiert werden.

„Kinder sind – ebenso wie Dichter, Musiker und Naturwissenschaftler – eifrige Forscher und Gestalter. Sie besitzen die Kunst des Forschens und sind sehr empfänglich für den Genuss, den das Erstaunen bereitet.“  
- Loris Malaguzzi

  1. Pflege

Das Wickeln und Begleiten beim Toilettengang und beim Windelfrei werden ist ein bewusster Moment des Miteinanders, in dem wir Beziehung gestalten.

Uns ist ein achtsamer Umgang mit Ausscheidungen wichtig und wir legen viel Wert darauf, die verbalen und vor allem auch nonverbalen Signale der Kinder beim Wickeln und Toilettengang zu respektieren.

Je nach Entwicklungsstand ermöglichen wir den Kindern in diesem Bereich so viel Selbstständigkeit wie möglich, zum Beispiel auch selber abwischen oder Tücher anreichen oder Hände waschen.

„Was wir unseren Kindern von Anfang an am besten über ihren Körper mitteilen sollten, ist, dass es ihn zu achten und wertzuschätzen gilt. Den gesamten Körper- und nicht nur bestimmte Teile davon. Das Kind soll ein natürliches und entspanntes Verhältnis zu seinen eigenen Körperfunktionen entwickeln und sich nicht selbst davor ekeln.“
- Susanne Mierau

  1.  Schlafen und Zeit zum Ruhen und Träumen

Die Zeit zum Ruhen und Träumen findet im vorbereiteten Schlafraum statt. Krippenkinder sind täglich gefordert, eine Vielzahl von Reizen und Informationen zu verarbeiten.  Ein Mittagsschlaf erhöht die Chancen, dass das Kind auch am Nachmittag konzentriert und lernbereit seine Welt erforscht.

Der Schlafraum soll ein Wohlfühlort sein.
Für jedes Kind steht sein eigener Schlafplatz zur Verfügung, der zusätzlich mit individuellen Gegenständen (Schnuller, Stofftier, Kissen) ergänzt ist.
Der Raum ist abgedunkelt und lädt durch Meditationsmusik zum Entspannen ein.
Wir begleiten die Kinder in den Schlafraum und decken sie, wenn sie es möchten, noch zu.
Wir bleiben bei den Kindern und begleiten sie durch ruhige Sprache in den Schlaf und geben ihnen die Sicherheit durch ihre Nähe, die sie benötigen, um in den Schlaf zu finden. 
Wir geben den Kindern ein Gefühl von Ruhe und Gelassenheit und übertragen Entspannung und Wohlbefinden.

Kinder die nicht einschlafen, können nach einer kurzen Ruhephase wieder zurück ins Gruppenzimmer zum Spielen gehen. Es wird in regelmäßigen Abständen immer wieder nach den Kindern gesehen. Wache Kinder können selbstständig zurück in die Gruppe kehren oder werden aus dem Schlafraum geholt. 

  1. Übergang in den Kindergarten

Unsere Krippen- und Kindergartenkinder begegnen sich im neuen Haus durch unseren gemeinsamen Eingangsbereich und Garderobe, unsere multifunktionalen Spielbereiche, das gemeinsame Kinderrestaurant, den verbundenen Sanitärbereich und das gemeinsame Außengelände alltäglich und oft.

Uns ist wichtig, dass jeder im Team wertschätzenden Kontakt zu allen Kindern herstellt.
Das ist uns für eine gute Atmosphäre wichtig wie auch für die Situation, dass Teammitglieder in einer anderen Gruppe aushelfen müssen.

Auch in den Randzeiten begegnen sich die Kinder aller Gruppen und werden gemeinsam betreut.

Für den Übergang von der Krippe in den Kindergarten intensivieren wir in den Wochen vor dem Wechsel den Kontakt mit der Kindergartengruppe und besuchen diese gemeinsam mit den betreffenden Kindern.
Die Eingewöhnung in den Kindergarten wird von der Fachkraft aus der Krippe individuell begleitet.

In der Gruppe wird eine Abschiedsfeier für jedes Kind gestaltet, das in den Kindergarten wechselt.

 

  1. Unsere Kindergartengruppe

 

  1. Eingewöhnung

Die Eingewöhnung in den Kindergarten ist ebenfalls angelehnt an das Berliner Modell und grundsätzlich kann das Vorgehen aus Punkt 6.1 übernommen werden.

Bei den älteren Kindern dauert die Eingewöhnungszeit allerdings oft kürzer und die Kinder können sich schneller an die neue Bezugsperson binden als jüngere Kinder.

Aber auch hier ist die Eingewöhnung höchst individuell und wird von uns sensibel und aufmerksam mit Kind und der Bezugsperson aus der Familie gestaltet.

  1. Tagesrhythmus

So sieht ein Tag bei uns im Kindergarten aus:

7.00-8h                  Frühdienst: Betreuung aller Gruppen zusammen im neuen Haus

8-8.30h                  Bringzeit und Ankommen in den Gruppen

Ab 8.30-12.30h    Kernzeit: Zeit zum Spielen und Projektarbeit, Morgenkreis, Frühstück, Wickeln und Toilettengang individuell; Hände waschen nach dem Garten und vor den Mahlzeiten

12.30-12.45h       Erste Abholzeit

12.45h-13.15h     Mittagessen

13.15-14.15h       Zeit zum Entspannen und ruhigem Spiel; Vorlesen

14.15-14.30h       Zweite Abholzeit

14.30-15.00h       Spätdienst: Betreuung aller Gruppen zusammen im neuen Haus; Brotzeit

15.00 -   bis           Zeit zum Spielen und Projektarbeit
zum Ende der
Abholzeit

15.30-16.30h       Gleitende Abholzeit

  1. Bring- und Abholsituation

Wir begrüßen die Kinder und wenn möglich auch die Eltern mit ihrem Namen und erkundigen uns nach dem Befinden oder gehen auf Gesprächsimpulse der Kinder und Eltern ein.
Uns ist es wichtig, gerade am Morgen mit Offenheit, Freundlichkeit und dem Dialog eine Verbindung zu schaffen zwischen Familie und KiTa, um den Übergang gemeinsam positiv zu gestalten.
Wenn es dem Kind schwer fallen sollte, sich zu lösen und den Kindergarten unbeschwert zu betreten, begleiten wir das Kind und das Elternteil bei dem Prozess, geben Zeit und bieten nach Bedarf geduldige Unterstützung an.
Falls es wichtige Informationen gibt, teilen wir sie den Eltern in der Bringsituation mit.

In der Abholsituation nehmen wir uns Zeit für jede Familie, indem wir persönlich begrüßen und verabschieden und den Eltern ein kurzes oder auch mal längeres Feedback zum Tag des Kindes in der Einrichtung geben.
Oft bringen die Eltern auch eine Frage oder Gesprächsbedarf mit, auf den wir eingehen oder dafür gemeinsam ein geeignetes Zeitfenster zum Gespräch terminieren.

  1. Mahlzeiten, Essen und Ernährung

Wir frühstücken in der jeweiligen Kindergartengruppe zusammen und nehmen auch das Mittagessen gemeinsam ein.
Wir haben uns für diese Form der Gestaltung entschieden, da wir die gemeinschaftliche Atmosphäre schätzen und die Mahlzeiten auch als Situation nutzen um gemeinsam über vieles, was die Kinder und uns als Gruppe betrifft, ins Gespräch zu kommen.

Im neuen Haus essen wir im Kinderrestaurant, im alten Haus essen wir im Essbereich, der in den Gruppenraum integriert ist.

Das Kind darf sich seinen Platz am Tisch selber aussuchen und deckt seinen Tisch mit Teller und eigener Tasse.
Mit Wasser und Tee gefüllte kleine Kannen werden von den Kindern oder uns auf die Tische verteilt.

Beim Frühstück holen die Kinder sich ihre Brotdosen und legen sich das, was sie essen wollen, auf den Teller.

Beim Mittagessen nehmen die Kinder sich selbst das Essen aus Schüsseln, die auf den Tisch gestellt werden.
Aufgrund der Corona-Einschränkungen haben wir uns derzeit dazu entschieden, den Kindern das Essen auf die Teller zu geben und zu verteilen.
Hierbei fragen wir jedes Kind, was es essen möchte und ggf. auch wieviel.

Die Kinder müssen bei uns selbstverständlich kein Essen probieren, was sie nicht probieren wollen.
Ebenfalls muss kein Kind seinen Teller leer essen.

Auf Unverträglichkeiten nehmen wir Rücksicht.
Unserer Caterer bietet grundsätzlich nur Geflügelfleisch an.

Wir beginnen sowohl das Frühstück als auch das Mittagessen mit einem Tischspruch.
Hier darf ein Kind einen Spruch aus einem Säckchen ziehen.

Nach jeder Mahlzeit waschen wir danach Hände und Mund.
Die Kinder und das Personal räumen die Tische gemeinsam ab und wischen diese.

Die Getränke stehen den Kindern den ganzen Tag frei zur Verfügung.
Wir fragen bei Bedarf nach, ob jemand etwas trinken will.
Falls ein Kind unabhängig von unseren gemeinsamen Mahlzeiten Hunger hat, kann es aus seiner Brotdose essen.

  1. Pflege

Wir begleiten die Kinder beim Toilettengang oder Wickeln, wenn Bedarf besteht.
Wenn es personell möglich ist, können die Kinder dabei entscheiden, wer sie begleitet.
Dabei sind uns ein achtsamer Umgang mit den Kindern und die Unterstützung ihrer Selbstständigkeit wichtig.

Wir haben für jedes Kind, das noch gewickelt wird, ein eigenes Fach am Wickeltisch, aus dem es selbstständig Windeln und Pflegeutensilien holen kann.
Das Kind zieht sich selbstständig aus- und an.
Wenn das Kind lieber im Stehen gewickelt werden will, machen wir das so.

Wenn wir Kinder in den Toilettenräumen begleiten, ist es uns wichtig, uns je nach Situation anzukündigen oder um Erlaubnis zu bitten, wenn wir über die Toilettenwand schauen müssen um unterstützen zu können.
Wir helfen den Kindern beim Abwischen von Stuhl, wenn sie noch Unterstützung brauchen, begleiten sie aber nach und nach dabei, dass sie es selber tun können.

 

  1. Zeit zum Ausruhen

Nach dem Mittagessen bieten wir das Vorlesen an und begleiten die Kinder beim Spiel.
Wir sorgen für Möglichkeiten, dass die Kinder sich entspannen und ruhig spielen können.

Wenn ein Kind das Bedürfnis hat zu schlafen, kann es das in einem Nebenraum mit Matte, Decke und Kissen tun.
 

  1. Übergang in die Grundschule

Der Übergang vom Kindergarten in die Schule ist ein spannender und bedeutsamer Schritt für die Kinder, ihre Familien und alle Mitglieder der KiTa-Gemeinschaft.
Wir begleiten die Kinder in dieser Phase des Übergangs als optimistischer Wegbegleiter, nehmen ihre Fähigkeiten und Bedürfnisse ernst und beachten ihre Vorfreude, Fragen und Ideen.

Wir legen vor allem Wert auf die Begleitung und Stärkung der individuellen Persönlichkeit der Kinder und ihrer emotionalen, personalen und sozialen Kompetenzen und Ressourcen.
Konkrete Beispiele für diese Kompetenzbereiche:
Emotionale Kompetenzen= Wahrnehmung von Emotionen bei sich und anderen, emotionale Ausdrucksfähigkeit, Regulation negativer Gefühle.
Personale Kompetenzen= handlungsleitende Kognitionen und motivationale Einstellungen in Bezug auf das eigene Ich, z.B. Selbstkonzept, Selbstwirksamkeit, Selbstwertgefühl.
Soziale Kompetenzen= prosoziales Verhalten, Umgang mit Konflikten bei eigener Durchsetzungsfähigkeit; Fähigkeit, proaktiv Hilfe zu holen.

Wir begleiten die Kinder darin, ihre Kompetenzen in der Selbstständigkeit auszubauen und fähig zu sein sich zum Beispiel um ihre persönlichen Dinge zu kümmern oder sich komplett selber anzuziehen.

Die Bildungsbereiche Sprache und Literacy, Mathematik und naturwissenschaftliches Lernen und auch speziell die Feinmotorik haben wir seit dem ersten Kindergartentag an im Blick, geben den Kindern viele Möglichkeiten sich darin zu erproben und zu entwickeln.
Vorwiegend ist bei den Kindern auch ohne spezielle Förderung und Druck das Interesse in den ein, zwei Jahren vor der Schule gegeben, sich mit den oben genannten Bildungsbereichen nochmal verstärkt und konkreter, zum Beispiel bei der Auseinandersetzung mit der Schriftkultur, zu befassen.
Wichtig ist hier eine Umgebung, die ihnen viele Bildungsanreize bietet und Möglichkeiten, sich ausprobieren zu dürfen.
Auch U3-Kinder oder spätestens Kinder mit drei Jahren können in Begleitung schon mit der Schere schneiden, mit verschiedenen Stiften kritzeln, sich frei und spielerisch mit diesen Werkzeugen auseinandersetzen und so wichtige Basisfähigkeiten erwerben.

Grundsätzlich unterstützen alle positiven Sinneserfahrungen und stabile Beziehungen schon in der Schwangerschaft und Baby- und Kleinkindzeit das Kind in seiner Entwicklung und bilden eine Basis für alle Kompetenzen, die nach und nach entwickelt und auch für spätere Lebensjahre wichtig werden.

Wir achten auf die Bedürfnisse und Bildungsschwerpunkte der Kinder, die den Übergang erfolgreich meistern wollen, und arbeiten einmal pro Woche in dieser Kleingruppe.
In dieser Gruppe steht die gemeinsame Auseinandersetzung mit ihrer Situation als älteste Kindergarten- und zukünftige Schulkinder im Fokus.
Die Gruppe entscheidet gemeinsam welchen Namen sie tragen will.
Mindestens einmal im Monat treffen sich die Vorschulkinder beider Kindergartengruppen für gemeinsame Projekte.

Wir nutzen in dieser Kleingruppe und im gesamten Kindergartenalltag vorwiegend die nach Reggio wichtige Projektarbeit.
Projektarbeit macht die Themen der Kinder vielfältig und mit allen Sinnen erlebbar, zum Beispiel durch die Auseinandersetzung mit: Bewegungsspielen, Rollenspiel, Konstruktion, Licht& Schatten, Gesprächsrunden, Kreativer Arbeit, Kunstausstellung, Experimente, Philosophieren, Fantasiereisen, Liedern, Brettspiele, Miteinbeziehung von Eltern, Ausflügen, Büchern von zu Hause oder KiTa.

Auch Raum und Zeit zum intensiven Spielen von Schule ist oft ein sehr wichtiges Thema für die Kinder in dieser Zeit.

„Klassische Vorschularbeit“ im Sinne von ständiger Bearbeitung von Arbeitsblättern mit Schwerpunkt auf kognitiver Entwicklung und spezielle Förderprogramme sehen wir als nicht sinnvoll für die ganzheitliche positive Bewältigung des Übergangs und des Lernens im Hier und Jetzt an.

Uns geht es vorrangig um die Stärkung der intrinsischen Motivation und das „Lernen lernen“ in der Gemeinschaft, nicht um bloße Ergebnisse.
Uns ist es wichtig, die Lust am Lernen, die Neugierde und das Forschen der Kinder zu begleiten und zu unterstützen.
Diese Fähigkeiten stellen die sichere Basis für gelingende lebenslange Bildungsprozesse dar und selbstverständlich auch für das Lernen in der Schule.

Wichtiger als ein Ergebnis, ist für uns zum Beispiel zu sehen, wie ausdauernd das Kind sich mit einer Aufgabe beschäftigt, wie es über Möglichkeiten nachdenkt, ob es sich etwas zutraut und sich im Bedarfsfall Hilfe holen kann.

Wenn das Kind in bestimmten Bereichen noch besondere Unterstützung braucht, stärken und begleiten wir es dabei Entwicklungsfortschritte zu machen und stehen dabei besonders mit den Eltern im Austausch.
Uns ist es wichtig, die Kompetenzen des Kindes realistisch im Blick zu behalten und schon früh mit den Eltern in den Dialog zu kommen um eventuell auch speziellen Unterstützungsbedarf wie Vorkurs Deutsch, Therapieformen oder eine Rückstellung in den Blick zu nehmen.
Auch den Themen, ob Eltern für ihr Kind den Einschulungskorridor in Anspruch nehmen wollen, eine alternative Schulform oder vorzeitige Einschulung in Frage kommt, geben wir rechtzeitig Raum in Gesprächen.

Für Fragen oder Sorgen der Eltern haben wir jederzeit ein offenes Ohr.

Informationen von der Schule oder vom Gesundheitsamt zur Schuleingangsuntersuchung werden von uns weitergeleitet und unterstützt.
Wir arbeiten vorab schon mit Lehrern der Grundschule zusammen und besuchen mit den Kindern mindestens einmal die Schule.
Dabei fahren wir auch mit dem Schulbus.
Den Besuch unserer Kooperationslehrkraft vorab bei uns im Kindergarten definieren wir als sehr wertvoll.
Wir gestalten gemeinsam mit unserer Kooperationslehrkraft den Elternabend zum Übergang in die Grundschule.
Gerne suchen wir weiterhin nach mehr Möglichkeiten noch intensiver in den Austausch und die Kooperation zu gehen, da wir die enge Zusammenarbeit zwischen Kindergarten und Schule für einen gelungenen Übergang sehr wichtig finden.

Ein sorgsam vorbereiteter Ausflug für die Kinder, die bald in die Schule gehen, wird im Sommer gemacht und auch hier bringen die Kinder selbst ihre Ideen mit ein.
Unser Abschiedsfest für die zukünftigen Schulkinder ist uns sehr wichtig und wir engagieren uns stark dafür, dass es allen in guter Erinnerung bleibt und die Kinder liebevoll und würdig verabschiedet werden.
Über einen Besuch nach dem ersten Schultag mit Schultüte bei uns in der Kita freuen wir uns sehr.

Die Kinder benötigen bei dem Übergangsprozess KiGa-Schule vor allem starke verlässliche Erwachsene, die für eine Atmosphäre ohne Angst und ohne Druck verantwortlich sind.
Sie brauchen vielfältige Möglichkeiten sich auszudrücken, wachsen und lernen zu dürfen.
Kinder brauchen Erwachsene, die an sie glauben und ihnen vertrauen.

„Kinder werden nicht vorbereitet, sie bereiten sich selbst vor. Aufgabe der Erwachsenen ist es, sie dabei zu unterstützen: Es geht darum, die Kinder zu ermuntern, ihre vielfältigen Fragen, Ideen und Wünsche zum Ausdruck zu bringen, ihnen bei der Suche nach Antworten, bei der Realisierung von Bildungsinteressen zu helfen, sie in krisenhaften Situationen zu stärken.“
- aus: „Was Kita-Kinder stark macht: Den Übergang in die Schule erfolgreich meistern“, Cornelsen-Verlag

  1. Qualitätsmanagement

Im Sinne der Qualitätssicherung- und Entwicklung führen wir jährlich eine Elternbefragung zu vielen Aspekten durch um Feedback zu erhalten und dieses reflektieren und evaluieren zu können.

Wir überprüfen dabei unser Angebot und passen es bei Bedarf dem aktuellen Stand an.

Als „lernende Organisation“ sind wir grundsätzlich offen dafür, uns stetig weiterzuentwickeln, unsere Arbeit zu planen und ihre Qualität zu reflektieren.

Wir legen viel Wert darauf, dass sowohl Kinder als auch die Mitglieder der Familien die Möglichkeit haben, ihr Beschwerderecht auszuüben.
Für eine anonyme Beschwerde steht ein Briefkasten im Eingangsbereich bereit, für direkte persönliche Beschwerden können wir jederzeit angesprochen werden um Zeiträume für Gespräche zu schaffen.

Die Kinder ermutigen wir als Vorbild, ihre Meinung zu vertreten und auszusprechen und geben ihnen aktiv Möglichkeiten dazu, indem wir zum Beispiel im Morgenkreis das Meinungsbild zu verschiedenen Ideen und Planungen abfragen und miteinbeziehen.

 

 

  1. Unsere Visionen

Bei unserem letzten Teamtag, den wir vor dem Umzug ins neue Haus gemeinsam erlebt haben, haben wir unsere Visionen gesammelt:

Mehr Öffentlichkeitsarbeit: den pädagogischen Hintergrund transparent machen.
Weiterhin als Team stark bleiben.
Nachbarschaftsbegegnung leben.
Elternabende aus Sicht der Reggio-Pädagogik.
Familiäre Atmosphäre und Offenheit.
Gelebte „KiTa-Familie“; wie ein „zweites Wohnzimmer“.
Im Hier und Jetzt sein können.
Öfter Zeit für „Kleinigkeiten“ nehmen können.
Entspanntes Arbeiten.
KiTa als Ort für Inspiration und Impulse.
Gefühl von Ankommen.
Kooperation Schule-KiTa ausbauen.
Als Team voneinander lernen.
Im Team gegenseitig stark machen.
Klare Aufgabenbereiche und Arbeitsstruktur.
Zeit um die vielen Ideen zu realisieren.
Mehr Transparenz.
Gemeinschaft stärken.
KiTa als Ort zum drauf freuen, wohlfühlen und lachen.
Gemeinsam in die Zukunft schauen: Familien und Team.
Ressourcen, die wir haben, besser nutzen.
Neuanfang leben mit Freude und Fröhlichkeit.

Nun haben wir einige Zeit im neuen Haus verbracht und haben unser altes Haus sogar wieder dazu gewonnen.

Was ist aus unseren Visionen geworden?

Wir als Team haben reflektiert, dass sich vieles Stück für Stück entwickelt hat, wir gemeinsam mit den Familien und Kooperationspartnern optimistisch und kraftvoll an den neuen Abschnitt herangegangen sind.

„Corona“ und all die nötigen Veränderungen und Maßnahmen haben uns dann stark eingeschränkt,
diese Visionen in der Art weiterzuentwickeln wie wir es uns gewünscht hatten.
Aber wir haben neue Wege gefunden um unsere Visionen nach und nach umzusetzen,
nun erstmal in kleineren und langsameren Schritten.
Uns ist es am wichtigsten, dass die Basis stimmt: die vertrauensvollen und stabilen Beziehungen zwischen allen Beteiligten im Kontext KiTa.
Die höchste Priorität wird immer für uns sein, dass die Kinder sich wohl und sicher fühlen.
Wertschätzung und eine offene und optimistische Haltung macht Reggio aus.
Eingebettet in die Gesamtgesellschaft. Das spüren wir heute mehr denn je.
Wir sind auf dem Weg.

 „Nichts ist absolut. Alles verändert sich, alles bewegt sich, alles dreht sich, alles fliegt und verschwindet.“
- Frida Kahlo

 

 

[1] Paediko.de, https://www.paediko.de/kinderbetreuung/paedagogische-arbeit/reggio-paedagogik

 

[2] Paediko.de, https://www.paediko.de/kinderbetreuung/paedagogische-arbeit/reggio-paedagogik

[3] Nicola Schmidt: Artgerecht, das andere Kleinkinderbuch, S. 224

[4] Susanne Mierau: Geborgen Wachsen, S.130

[5] Susanne Mierau: Geborgen wachsen, S.86/87

 

[6] Dialog Reggio, http://reggio-deutschland.de/100-sprachen/

[7] Susanne Günsch, https://www.susanne-guensch.de/?file=tl_files/guensch/PDF/Reggio%2BFund%3DRemida.pdf

[8] Das Kita-Handbuch, https://kindergartenpaedagogik.de/fachartikel/gruppenleitung-erzieherin-kind-beziehung-partizipation/mitbestimmung-der-kinder-partizipation/1087

[9] Tassilo Knauf, Reggio-Pädagogik: Kind- und Bildungsorientiert, http://kindergartenpaedagogik.de/fachartikel/paedagogische-ansaetze/moderne-paedagogische-ansaetze/1138

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