Vorstellung/Besonderheiten
Inklusive Arbeit
„Unabhängig von den jeweiligen Entwicklungsvoraussetzungen und Bedürfnissen hat jedes Kind den gleichen Anspruch darauf, in seiner Entwicklung und seinem Lernen angemessen unterstützt und gefördert zu werden: Es soll darin gestärkt werden, sich zu einer eigenverantwortlichen Person zu entwickeln.“
(Hessischer BEP S.52)
In unserer Kindertagesstätte treffen Kinder unterschiedlicher Nationen, Kulturen und Religionen aufeinander. Indem sie miteinander in Kontakt treten, spielen und sich gegenseitig erleben, lernen sie voneinander und miteinander. Das ist eine echte Chance für die Gesamtentwicklung der Kinder, die wir selbstverständlich nutzen. Darüber hinaus ist die Sprachkompetenz eine der wichtigsten Grundlagen für das gute Miteinander.
Im Alltag jedoch hören die Kinder nicht nur unterschiedliche Sprachen, sondern entdecken auch kulturelle Unterschiede und Gemeinsamkeiten.
Bei der Förderung interkultureller Kompetenz geht es im Wesentlichen darum, dass die Kinder ...
- …offen und voller Neugier sich gegenseitig erleben,
- …Unterschiede und Gemeinsamkeiten erkennen,
- …Vorurteile abbauen,
- …an „echter“ Stärke gewinnen,
- …ein gutes Selbstwertgefühl entwickeln,
- …das Anderssein akzeptieren,
- …Einfühlungsvermögen entwickeln
- …Differenzen anerkennen und akzeptieren,
- …Zweisprachigkeit und Mehrsprachigkeit als Chance erleben,
- …Respekt und Achtung vor anderen Menschen entwickeln,
- …Verständnis füreinander entwickeln,
- …eine gemeinsame Grundlage für ein gutes Miteinander finden,
- …kulturelle Vielfalt als Bereicherung erleben.
Besonders gut gelingt das in unserer Einrichtung, weil inklusives Lernen im Alltagsgeschehen fest verankert ist. Grundsätzlich nehmen wir in unserer Kita Kinder mit Entwicklungsverzögerungen oder Behinderungen auf, sofern es für uns möglich und für die Kinder förderlich ist. Ist dies der Fall, so wird ein Antrag, zusammen mit den Eltern, beim Sozialamt der Stadt Limburg gestellt und eine Zusatzfachkraft mit beschäftigt. Die Kinder werden sowohl innerhalb des Gruppenalltages, als auch einzeln gefördert. Auch hier orientieren sich die Arbeitseinheiten an den Bedürfnissen der Kinder. Wir arbeiten eng mit der Frühförderstelle Limburg, Logopäden und Ergotherapeuten zusammen, um dem Kind die bestmögliche Förderung zu gewährleisten.
Planung und Gestaltung der pädagogischen Arbeit und der Projekte
Im Mittelpunkt unserer Zielsetzung und Planung stehen das Bedürfnis und Interesse des Kindes. Unsere pädagogische Arbeit hat die ganzheitliche Entwicklung zum Ziel.
Wir bieten den Kindern eine erlebnisreiche Umgebung, in der sie sich wohlfühlen und vertrauensvoll vielfältige Erfahrungen sammeln können. Individuelle Neigungen und Interessen der Kinder werden gestärkt. Wir sind eine partnerschaftliche, familien- ergänzende und unterstützende Tageseinrichtung, die die Lebenssituation jeden Kindes berücksichtigt und ihm zur größtmöglichen Selbstständigkeit verhilft. Die pädagogischen Fachkräfte unterstützen die Kinder dabei. Im Rahmen von Projekten sollten Kinder mit
Lebenssituationen und Themen konfrontiert werden, in denen sie kognitive, soziale und emotionale Kompetenzen erwerben, für ihre Entwicklung wichtige Erfahrungen machen
und mit Menschen innerhalb und außerhalb der Kindertageseinrichtung in Kontakt kommen können. So kommt es im Rahmen von Projekten beispielsweise zu:
- Wahrnehmungserziehung und Sinnesschulung,
- Erwerb von Problemlösungstechniken, Abstraktionsfähigkeit, Urteilsvermögen und Kritikfähigkeit,
- Aneignung von Wissen, neuen Begriffen und Kategorien,
- Erwerb von Dispositionen wie Forschungsdrang, Neugier, Lernmotivation und Durchhaltevermögen.
- Erlernen von Gesprächsfertigkeiten (Mitteilen von Bedürfnissen, Interessen und Wünschen; Vortrag und Diskussion von Beobachtungen/Erfahrungen; Zuhören, Wiedergeben der Aussagen anderer, Zeigen von Empathie; Interviewtechniken; Verhandlungsgeschick, Konfliktlösungsfähigkeiten, Kompromissbereitschaft),
- Aneignung von Gesprächs- und Verhaltensregeln, von Normen und Werten, von demokratischem Verhalten,
- Entwicklung von Kooperationsfähigkeit
- Selbstständigkeit, Selbstbestimmung und Mündigkeit; Selbstachtung, Selbstvertrauen, Gefühl von Kompetenz, Selbstbewusstsein, Selbstsicherheit, positives Selbstbild,
- Entwicklung von Grob- und Feinmotorik,
- Ausbildung von Fantasie und kreativen Fertigkeiten.
Die weitaus meisten Lernerfahrungen werden im Verlauf eines Projektes gemacht; im Prozess findet die Erweiterung kognitiver, emotionaler, motorischer und sozialer Kompetenzen statt. Das Ergebnis eines Projekts ist eher zweitrangig. Der Weg ist hier das Ziel. Hinzu kommt, dass die Fachkräfte sich bei Projekten in größerem Maße einbringen können als bei der "normalen" pädagogischen Arbeit. Da im Team gearbeitet werden muss, können sich die einzelnen Fachkräfte ergänzen und es kann auf die Stärken des Einzelnen zurückgegriffen werden. So wurde im Herbst 2018 der Flur neu gestaltet. Dort findet man einen mobilen Forschertisch, einen Elternbereich, zwei Tische für Kleingruppen, eine Bauecke und eine Informationstafel, auf der die Durchführung und der Zeitpunkt der laufenden Projekte, für Eltern und Kinder ersichtlich gemacht werden.
Rechte von Kindern/Partizipation
„Kinder haben das Recht, an allen sie betreffenden Entscheidungen entsprechend ihrem Entwicklungsstand beteiligt zu werden."
Die Kinder der Kita St. Georg beteiligen sich bewusst an Entscheidungen, die ihr Leben in der Einrichtung betreffen. Ein Beispiel dafür sind die regelmäßig stattfindenden Kinderkonferenzen (KIKO) und Gruppenkonferenzen (GRUKO). Am Ende jeden Kindergartenjahres (Juni/Juli) werden aus jeder Gruppe zwei Kinder im Alter von 4-6 Jahren gewählt, die die Anliegen der Gruppe in der KIKO vorbringen können. Mit Fotos und einem für Kinder ausgesuchtes einfaches Wahlverfahren wählt die Gruppe ihre Sprecher. Alle zwei Wochen treffen sich die Kinder der KIKO und GRUKO, um aktuelle Themen zu besprechen. Es wird zum Beispiel die Faschingsfeier geplant oder Anschaffungen (Spielmaterial) besprochen. Die Ergebnisse werden aufgemalt oder fotografiert und kommen in den Protokollordner, der in jeder Gruppe existiert, damit die Delegierten verschiedene Themen in der Gruppe besprechen können. Dabei werden sie von den Fachkräften unterstützt. Durch spezielle „Beschwerde-und Anregungskästen“ in jeder Gruppe, können die Kinder, unter Anleitung der Fachkräfte, ihre Beschwerden- und Themenanregungen sammeln. Diese werden dann in der GRUKO, KIKO oder im Team besprochen und zeitnah bearbeitet. Die kindgerechten Formulare werden den Kindern zugänglich, in den Gruppen, zur Verfügung gestellt. Ein weiteres Beispiel ist die Mitgestaltung der Mittagsversorgung. Auch hier können die Kinder, die an der Mittagsversorgung teilnehmen, sich aktiv beteiligen. Nach dem gemeinsamen Essen können die Kinder das Essen bewerten. Hat es geschmeckt, entscheiden sich die Kinder für einen lachenden Smiley. Hat es nicht geschmeckt wird sich für den traurigen Smiley entschieden. Im Anschluss daran, malen sie einen Smiley auf den Speiseplan. Anschließend wird die Bewertung mit dem Anbieter (brokkoli) kommuniziert. Wir gehen auf Vorschläge/Ideen der Kinder ein, indem wir sie gemeinsam mit den Kindern realisieren oder gemeinsam erforschen, warum sich ein Vorschlag nicht umsetzen lässt.
Wir nehmen Kindern Lösungswege nicht vorweg oder legen sie ihnen in den Mund, sondern wir begleiten und unterstützen sie auf ihrem Weg der Lösungssuche. Wir geben Kindern die Möglichkeit, eigenständig Beschlüsse zu fassen und die positiven und negativen Folgen ihrer Entscheidung zu erleben.
Warum ist uns Partizipation wichtig?
Indem Kinder ernst genommen werden, diskutieren, Entscheidungen treffen, Vorschläge machen, Kompromisse erarbeiten usw. lernen sie viel und machen zahlreiche Erfahrungen:
1. Sie werden angeregt, sich eine eigene Meinung zu bilden.
2. Sie lernen Bedürfnisse in Worte zu fassen.
3. Sie stärken ihr Selbstbewusstsein.
4. Sie lernen Möglichkeiten zur Konfliktbewältigung kennen.
5. Sie lernen, Verantwortung zu tragen (für ihre Entscheidung und
deren Folgen).
6. Sie lernen andere Meinungen, Standpunkte zu tolerieren und Kompromisse
einzugehen.
7. Sie erfahren, das Engagement etwas bewirken kann.
8. Sie lernen sich mit ihrer Umwelt kritisch auseinander zu setzen.
9. Sie lernen anderen zuzuhören und andere aussprechen zu lassen.
Kinder mit Beeinträchtigung und Hochbegabung
„Hilf mir, es selbst zu tun. Zeige mir, wie es geht. Tu es nicht für mich.
Ich kann und will es allein tun. Hab Geduld meine Wege zu begreifen.
Sie sind vielleicht länger, vielleicht brauche ich mehr Zeit, weil ich mehrere Versuche machen will. Mute mir Fehler und Anstrengungen zu, denn daraus kann ich lernen.“
(Maria Montessori)
Bei uns sind alle Kinder herzlich willkommen. Kinder mit Behinderung oder von Behinderung bedrohte Kinder, wie auch Kinder mit Hochbegabung erhalten in unserer Einrichtung eine ihrer individuellen Situation angemessene Unterstützung und Förderung. Wir sehen diese Unterschiede als Bereicherung und Chance voneinander zu lernen. Wichtig ist uns die Kooperation mit den Eltern und den Institutionen, die zur Förderung der Kinder, außerhalb der Einrichtung mit ihnen arbeiten (z. B. der Frühförderstelle, den Logopäden, den Ergotherapeuten und der Stiftung „Kleine Füchse“ in Wiesbaden).
Die Stiftung Kleine Füchse hat sich zum Ziel gesetzt:
- Begabungen und Entwicklungsvorsprünge bei Vorschulkindern frühzeitig
zu entdecken und individuell zu fördern
- begabte und hochbegabte Kinder professionell zu begleiten, damit sich ihre Fähigkeiten optimal entfalten können
- diese Kinder in den bestehenden KITA-Gruppen begabungsgerecht zu fördern, um auch die soziale Kompetenz zu stärken
- alle Kinder der Fördereinrichtungen von den verbesserten Rahmenbedingungen profitieren zu lassen.
Dabei unterstützen uns in der unserer Kita ausgebildete Integrations- und begabungspädagogische Fachkräfte.