Grundlagen
Unser Bild vom Kind
Jedes Kind ist ein Geschöpf Gottes.
Jedes Kind ist eine eigenständige Persönlichkeit.
Jedes Kind ist einzigartig und ein soziales Wesen.
Wir heißen jedes Kind vorurteilsfrei willkommen, respektieren es, geben ihm Schutz und Geborgenheit.
Wir begleiten und unterstützen die Entwicklung jedes Kindes ganzheitlich.
Pädagogischer Ansatz
Wir sind eine familienergänzende und familienunterstützende Einrichtung. Auf der Grundlage des christlichen Menschenbildes nach dem der Mensch als ein „nach Gottes Ebenbild und Gleichnis geschaffenes Wesen“ definiert ist, richtet sich unser pädagogisches Handeln nach dem situationsorientierten Ansatz, bei dem die Lebenssituation der Kinder, ihre Bedürfnisse und Interessen im Mittelpunkt stehen. Wichtig hierbei ist das Freispiel, welches dem Kind die Gelegenheit bietet entsprechend seinem Befinden und seinen Bedürfnissen zu agieren. In dieser Phase werden die Kinder angeregt Eigeninitiative zu entwickeln und sich in Selbstständigkeit zu üben.
Sie können Erlebnisse in verschiedenen Spielformen verarbeiten und vertiefen. Sie lernen Regeln zu akzeptieren und Konflikte zu lösen. Die pädagogische Fachkraft beobachtet und begleitet die Kinder während des Freispiels, sie gibt den Kindern durch ihre Anwesenheit Sicherheit und ermuntert sie zum Mitspielen und Mitmachen. Weiterhin gibt sie Anregungen in Form von Impulsen und Materialien und erarbeitet mit den Kindern Lösungsmöglichkeiten in Konfliktsituationen. Freispielzeit ist immer Lernzeit. Alles das, worum ein Kind sich von sich aus bemüht, aus eigenem Antrieb, aus Freude, prägt sich in sein Gedächtnis ein.
"Sag es mir und ich vergesse es; zeige es mir und ich erinnere mich; lass es mich tun und ich behalte es."(Konfuzius)
Pädagogische Zielsetzung
Ein wichtiges Erziehungsziel ist es, dass die Kinder lernen ihre eigenen Wünsche und Bedürfnisse zu äußern. Wir unterstützen, begleiten und bestärken die Kinder dabei in ihrem Tun. Damit Partizipation (das Mitentscheiden und beteiligen) auch gelingen kann, ist es wichtig, die Ideen der Kinder zuzulassen, Entscheidungen, die im Gruppenrat beschlossen werden demnach auch einzuhalten.
Schwerpunkt unserer Konzeption ist es durch genaue Beobachtung des einzelnen Kindes den Entwicklungsstand zu erfassen. Im Mittelpunkt unserer pädagogischen Arbeit steht jedes einzelne Kind mit seiner individuellen Persönlichkeit. Ziel ist es, die Kinder in allen Entwicklungsbereichen zu begleiten, zu fördern und herauszufordern.
Wir betreuen Kinder unterschiedlicher Nationalitäten, Konfessionen, Kulturen, Herkunft und persönlicher Stärken und besonderer Lebenssituationen. Dadurch erfahren sie ein christliches Miteinander. Unser Ziel ist es, die Kinder in allen Entwicklungsbereichen zu begleiten, zu fördern und herauszufordern und vor allem ihre Selbstständigkeit zu fördern. Aus dem zentralen Freispiel und den alltäglichen, unterschiedlichsten Situationen heraus resultieren nach unseren pädagogischen Beobachtungen die Angebote und Aktivitäten, die wir den Interessen und Entwicklungsständen der Kinder anpassen. Orientiert am Jahreskreislauf und den christlichen Festen der katholischen Kirche bringen wir den Kindern Inhalte des Glaubens nahe, indem wir mit ihnen die religiöse Bedeutung von Geschichten aus der Bibel kindgerecht erarbeiten, Feste erklären und feiern und die Kirche mit den Kindern besuchen.
Die Kita hat einen eigenständigen Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsauftrag. Das Kinderbildungsgesetz NRW bestimmt die Zielrichtung und die Vorgabe von Bildungs- und Entwicklungsfeldern für unsere Arbeit.
Dies sind unsere pädagogischen Schwerpunkte:
- Religion
- Musik
- Sprache
- Betreuung der Kinder unter drei
Für diese Schwerpunkte haben wir uns als Team entschieden. Jeder pädagogische Schwerpunkt hat ein separates Konzept, um dieses näher zu erläutern. Diese Konzepte liegen in der Elternecke aus und können jederzeit eingesehen werden.
Alle Mitarbeiterinnen haben besondere Stärken und Fähigkeiten, die bei der täglichen Arbeit am Kind zum Tragen kommen.
In der Ausbildung zur/zum Erzieher*in hat jede*r Mitarbeiter*in Basiswissen zu den verschiedenen Kompetenzbereichen erlangt. Um die pädagogische Arbeit adäquat zu optimieren, ist ein regelmäßiger Austausch sinnvoll und nötig, damit jede*r Mitarbeiter*in von den Stärken der anderen profitieren und dazu lernen kann.
Zu unseren Schwerpunkten sowie zu weiteren Bildungsbereichen werden regelmäßig Mitarbeiter*innen fortgebildet. Weiterhin hat das Team an Inhouse-Schulungen zum Thema Sprache (BaSiK) und Prävention teilgenommen.
In unserer Einrichtung haben zusätzlich einige Erzieher*innen Fort-/ Weiterbildungen, unter anderem zu den Themenbereichen Inklusion, Gewaltprävention, Kindertagespflege, Partizipation und Bewegung besucht.
Im Eingangsbereich der Einrichtung sind die Fachfrauen mit ihren fachlichen Schwerpunkten über Daueraushänge aufgelistet. Dadurch machen wir unsere Arbeit für die Mitarbeiter*innen und Eltern transparent. In der Elternecke liegen zusätzlich Informationen unter anderem zu den Bereichen Kindertagespflege, Inklusion, Eingewöhnung, Sprache und das Sexualkonzept aus. Auf eventuell aufkommende Fragen von den Eltern können die entsprechenden Fachfrauen kompetent eingehen.
Eingewöhnung
Für die Eltern und das Kind ist der Eintritt in den Kindergarten ein neuer Lebensabschnitt. Im Vordergrund steht der Beziehungsaufbau zwischen dem Kind, der Bezugserzieherin/dem Bezugserzieher und den Eltern. Daher stellt die Eingewöhnung einen Schlüsselprozess dar und erhält eine besondere Bedeutung.
Unser Konzept zur Eingewöhnung ist an das Berliner Modell angelehnt und kann separat eingesehen werden.
Partizipation
Was bedeutet Partizipation?
„Kinder an Entscheidungen, die ihr eigenes Leben und das der anderen betreffen, zu beteiligen und gemeinsam Lösungen für Probleme zu finden.“
(Richard Schröder)
In den vergangenen Jahren wurden in internationalen wie nationalen Rechtsgrundlagen der UN-Kinderrechte festgeschrieben. Diese beziehen sich auf die Mit- und Selbstbestimmungsrechte der Kinder. Partizipation vermittelt den Kindern demokratische Strukturen, stärkt die Persönlichkeit und nimmt in der Pädagogik einen großen Stellenwert ein.
Diese Kinderrechte bringen wir den Kindern nahe:
1. Alle Kinder haben die gleichen Rechte. Kein Kind darf benachteiligt werden.
2. Kinder haben das Recht gesund zu leben, Geborgenheit zu finden und keine Not zu leiden.
3. Kinder haben das Recht zu lernen und eine Ausbildung zu machen, die ihren Bedürfnissen und Fähigkeiten entspricht.
4. Kinder haben das Recht zu spielen, sich zu erholen und künstlerisch tätig zu sein.
5. Kinder haben das Recht, bei allen Fragen, die sie betreffen, mitzubestimmen und zu sagen, was sie denken.
6. Kinder haben das Recht auf Schutz vor Gewalt, Missbrauch und Ausbeutung.
7. Kinder haben das Recht, sich alle Informationen zu beschaffen, die sie brauchen, und ihre eigene Meinung zu verbreiten.
8. Kinder haben das Recht, dass ihr Privatleben und ihre Würde geachtet werden.
9. Kinder haben das Recht, im Krieg und auch auf der Flucht besonders geschützt zu werden.
10. Behinderte Kinder haben das Recht auf besondere Fürsorge und Förderung, damit sie aktiv am Leben teilnehmen können.
Was bedeutet das für unsere Einrichtung?
Kinder, die schon frühzeitig lernen mitzubestimmen und Entscheidungen zu treffen, lernen bereits in jungen Jahren die Grundlage der Demokratie kennen. Dieses geschieht z.B. im Freispiel. Die Kinder können frei entscheiden, welchen Spielbereich sie aufsuchen, zu welcher Zeit sie frühstücken, von welcher/ welchem Erzieher*in sie gewickelt werden oder mit welchem Kind sie spielen möchten. Bei der Gestaltung der Gruppenräume und der Auswahl des Spielmaterials werden die Kinder mit eingebunden. Hierzu begleiten beispielsweise einige Kinder eine*n Erzieher*in mit in den Materialraum, um dort zu schauen, welches Spielmaterial für die Gruppe am interessantesten ist. Anschließend stimmen alle Kinder der Gruppe ab. Das Spielmaterial mit den meisten Stimmen wird dann in die Gruppe geholt. Ebenfalls sind die Kinder an der Planung von Festen beteiligt. So haben wir z.B. in den letzten Jahren die Kinder entscheiden lassen, welches Thema das Karnevalsfest in den jeweiligen Gruppen haben soll. Auch dies erfolgt mit einer gemeinsamen Stimmabgabe. Beim Abschlussfest können die Schlaufüchse ebenso über das Thema und die Umsetzung mitbestimmen. In einigen Gruppen können die Kinder entscheiden, wie sie ihre Mittagspause gestalten möchten. Sie haben zum einen die Möglichkeit eine Pause im Nebenraum zu machen. Dort können sie es sich mit einer Decke und einem Kissen gemütlich machen und einem Hörspiel lauschen. Zum anderen haben die Kinder die Möglichkeit sich im Gruppenraum ein Buch anzuschauen oder ein ruhiges Spiel zu spielen. Gemeinsam besprechen wir im Alltag die Gruppenregeln. Die Kinder haben so die Möglichkeit eigene Regeln, die für sie wichtig sind, aufzustellen. Diese werden anschließend auf einem großen Plakat mit den Kindern aufgemalt. So lassen sich gemeinsam aufgestellte Regeln besser verwirklichen. In einigen Gruppen gibt es auch eine Wunschkiste. Die Kinder können ihre Wünsche und Anliegen in die Box geben. Hierzu malen sie ein Bild oder legen ein Gegenstand in die Box, welches den Wunsch oder das Anliegen veranschaulichen soll. An einem festgelegten Tag im Monat wird die Box geöffnet und darüber gesprochen. Zum Schluss wird abgestimmt, welcher Wunsch in diesem Monat umgesetzt werden soll. Zudem werden alle Kinder auch bei der Gestaltung des Flurbereiches mit eingebunden. So haben wir beispielsweise aus unserem Bällebad eine Kuschelecke hergerichtet. Dies wurde ebenfalls durch eine Stimmabgabe entschieden. Bei der Umsetzung der Kuschelecke konnten die Kinder mithelfen und mitentscheiden.
Die Kinder fühlen sich durch Partizipation ernst genommen und werden in ihrem Selbstwertgefühl gestärkt. Dieses ermöglicht den Kindern soziale Kompetenzen zu erlangen. Sie werden motiviert mitzureden, mitzubestimmen und sich zu engagieren.
„Die Rolle der Erzieher sei es, dem Kind ganz viel Gehör zu geben, auf seine Spontanität einzugehen und den Rahmen für seine Entdeckungen zu schaffen.“
(Loris Malaguzzi)
Warum ist uns Partizipation wichtig?
- Die Kinder lernen, eine eigene Meinung zu bilden
- Sie lernen Verantwortung zu übernehmen
- Sie lernen andere Meinungen zu tolerieren und auf Kompromiss einzugehen
- Sie lernen anderen zuzuhören und andere aussprechen zu lassen
- Sie stärken ihr Selbstbewusstsein
- Sie lernen sich mit ihrer Umwelt auseinander zu setzen
Alltagsintegrierte Sprachförderung
Sprache ist das zentrale Mittel für Menschen, Beziehungen zu ihrer Umwelt aufzubauen und diese dadurch zu verstehen. Sprachbildung gilt deshalb als eine wesentliche Schlüsselqualifikation zur Lernfähigkeit überhaupt und nimmt in unserer Einrichtung daher eine wichtige Rolle in der pädagogischen Arbeit ein. Hierzu wurde von uns ein Sprachförderkonzept entwickelt, das von den Eltern separat eingesehen werden kann. Zusätzlich verfügen wir über eine Sprachentwicklungsexpertin.
„Von allem was ein kleines Kind lernt, ist die Sprache wohl das größte Wunder!“
(Rita Kohnstamm)
Musik in der Kindertageseinrichtung
In unserer Einrichtung gehört das Singen und Musizieren zum festen Ritual in unserem Tagesablauf – als Impuls im Freispiel, in der Wickelsituation, beim täglichen Gebet, in Singkreisen, als Zeichen zum Aufräumen, uvm..
Das (gemeinsame) Singen und Musizieren fördern nicht nur die Musikalität, sondern auch eine Vielzahl weiterer Kompetenzen, z.B. kognitive (Gedächtnis, Erkennen von Mustern und Sequenzen, Wahrnehmen von Unterschieden, Zählen, symbolisches Denken), emotionale (Empfinden, Gefühlsausdruck), motorische (Mund- und Handmotorik, rhythmische Bewegungen) und soziale (Gemeinschaftserleben, Abstimmung mit anderen, Kooperation) sowie die Sprachentwicklung (Wortschatz, phonologisches Bewusstheit dank Reimen). Weitere Informationen erhalten Sie im separaten Musikkonzept unserer Einrichtung.
Bewegungserziehung
In keiner anderen Lernphase spielt Bewegung eine so große Rolle wie in den ersten Lebensjahren. Die frühe Kindheit ist gekennzeichnet durch Neugier, Entdeckerlust und einem großen Bestätigungs- und Bewegungsdrang. Sie setzen sich mit der Umwelt, Personen, Objekten auseinander und mit sich selbst. Sie eignen sich die räumliche & materielle Umwelt über ihren Körper und ihre Sinne an und machen Erfahrungen über das eigene Tun. Bewegung ist so wichtig und notwendig für die Entwicklung der Kinder und erfüllt verschiedene Funktionen. In den verschiedenen Entwicklungsstufen und Lebensabschnitten jedes Kindes kann Bewegung unterschiedliche Bedeutungen haben.
Kinder erlangen folgende Kompetenzen durch die Bewegungsvielfalt:
- Stärkung der Bewegungsentwicklung: Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit, Schnelligkeit, Koordination, unterschiedliche Erfahrungen mit Material
- Stärkung der geistigen Entwicklung: Unterscheidungsvermögen, Einschätzung von Situationen, Begriffsbildung, Materialkompetenz, Wahrnehmungsprozesse
- Stärkung der sozialen Entwicklung: soziale Sensibilität, Einfühlungsvermögen, Regelverständnis, Kontakt- und Kooperationsfähigkeit, Toleranz und Rücksichtnahme, Konfliktfähigkeit
- Stärkung der Gefühlsentwicklung: Erlebnis - und Ausdrucksfähigkeit, Selbstvertrauen, Selbstwertgefühl, Selbstbewusstsein, Frustrationstoleranz
- Stärkung der sensomotorischen Kompetenzen: vestibuläre Wahrnehmung (Gleichgewicht), kinästhetische Wahrnehmung (Bewegungsempfinden), taktile Wahrnehmung (Fühlen), visuelle Wahrnehmung (Sehen), auditive Wahrnehmung (Hören), Raumwahrnehmung/Raumorientierung
- Die Bewegung aktiviert das körpereigene Belohnungssystem und trägt zur Unfallverhütung bei, da ein bewegungssicheres Kind die Umwelt besser wahrnehmen kann (Raumorientierung).Daher ist uns die Freispielzeit und die vielen Möglichkeiten in der Kindertageseinrichtung so wichtig, damit sich die Kinder altersentsprechend immer wieder über die Bewegung ausprobieren können.
Offenes Turnangebot
Wir bieten ein offenes Turnangebot für alle Kinder an. Dies sieht vor, dass wir an drei Tagen in der Woche die Turnhalle von 9.00 bis 11.30 Uhr zur freien Bewegung für alle Gruppen anbieten. Dies bedeutet, dass die Erzieher*innen mit Hilfe von Kindern verschiedene Bewegungsbaustellen aufbauen und Bewegungsangebote schaffen, die alle Kinder, die Interesse haben, an dem Vormittag nutzen können.
An einem Tag in der Woche steht die Turnhalle dann nur für alle Kinder unter drei zur Verfügung. Damit wollen wir erreichen, dass die niedrigeren Ebenen und die kleineren Gruppen den jüngeren Kindern bei der Entfaltung ihrer Stärken hilft und die Anforderungen an das offene Turnangebot altersgemäß umgesetzt werden kann. Durch das offene Turnangebot ermöglichen wir den Kindern ihren hohen Bewegungsdrang auszuleben, sich auszuprobieren und neue Stärken zu finden.
Bewegung an der frischen Luft
An der frischen Luft können die Kinder grundlegende, sinnliche Erfahrungen machen: sie haben Platz zum Rennen, Fahren, Klettern, spielen im Sand und in Pfützen, spüren die Sonne, den Wind, den Regen und entdecken Käfer, Spinnen und vieles mehr. Bei uns haben die Kinder täglich die Möglichkeit auf dem Außengelände zu spielen. Dafür haben wir einen „Draußendienst“ errichtet. Pro Tag ist eine Gruppe für die Aufsicht des Spielplatzes verantwortlich, damit die Kinder diese Möglichkeit nutzen können.
Wassergewöhnung
„Das Element Wasser übt auf Kinder eine faszinierende Wirkung aus und ermöglicht ihnen, vielfältige Körper-, Sinnes- und Umwelterfahrungen zu machen. Angefangen mit dem Spiel im Matsch und in der Pfütze bis zum Besuch des Schwimmbades, bedeutet der Umgang mit Wasser ein elementares Lernen, das einem Grundbedürfnis von Kindern nachkommt.“ (Auszug aus der Broschüre der Unfallkasse NRW, Auflage 31 „Prävention in NRW – Wassergewöhnung mit Kinder aus der Kindertageseinrichtung“)
Die Wassergewöhnung bedeutet für uns eine langsame und dem einzelnen Kind angemessene, spielerische Gewöhnung an das Wasser. Dieses Angebot findet im 14-tägigen-Rhythmus mit der Kindertageseinrichtung St. Marien statt. Die schulpflichtig werdenden Kinder, die am Spielen und Bewegen im Wasser teilnehmen möchten, treffen sich dienstags um 14:00 Uhr an der Schwimmhalle in Weseke und spielen in der Zeit von 14:00 - 15:00 Uhr im Wasser.
Inklusion
Für uns ist die Förderung des Zusammenlebens von Kindern aus unterschiedlichen Lebenssituationen selbstverständlich. Inklusion ist mehr als Integration: Wir leben eine Pädagogik der Vielfalt, die sich an den Bedarfslagen aller Kinder orientiert und eine umfassende Teilhabe aller Kinder am Alltag der Tageseinrichtung zum Ziel hat.
Unser Konzept zur Inklusion kann separat eingesehen werden.
Prävention
AUGEN AUF! HINSEHEN UND SCHÜTZEN!
Unter dieses Motto hat das Bistum Münster seine Bestrebungen und Maßnahmen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexualisierter Gewalt gestellt. Aus dem Motto wird deutlich, dass bereits das verstärkte Hinsehen, also das Nicht-Weg-Schauen, einen aktiven Schutz für Kinder und Jugendliche darstellen kann!
Ein zentraler Baustein dieser wichtigen Arbeit zum Schutz von Kindern, Jugendlichen und schutzbedürftigen Erwachsenen vor Grenzverletzungen und den verschiedenen Formen von Gewalterfahrungen ist die Entwicklung eines Institutionellen Schutzkonzeptes (ISK), in denen die einzelnen kirchlichen Träger ihre Präventionsmaßnahmen konzeptionell bündeln. Das vorliegende ISK unserer Kirchengemeinde St. Ludgerus in Borken kann auf der Homepage der Kirchengemeinde eingesehen werden (St. Ludgerus: Prävention - St. Ludgerus (st-ludgerus.de)).
Auf Basis des ISK haben wir ein Sexualpädagogisches Konzept entwickelt, welches separat eingesehen werden kann.
Kindliche Sexualität nimmt eine bedeutende Rolle bei der individuellen Entwicklung des Kindes ein und kann als Teil der Sozialerziehung verstanden werden. Kinder sind sexuelle Wesen von Geburt an, die kindliche Sexualität ist somit ein unumgängliches Thema der sexuellen Bildung eines Menschen.
Bildungsdokumentationen
Eine wichtige Voraussetzung und ein grundlegender Bestandteil unserer pädagogischen Arbeit sind die Beobachtungen und die Dokumentationen der Bildungsprozesse und der jeweiligen Entwicklungsstände des einzelnen Kindes. Für jedes Kind erstellen wir gemeinsam mit dem Kind eine Bildungsdokumentation in Form einer Portfoliomappe. Darin dokumentieren wir schriftlich anhand von Fotos und Lerngeschichten die Stärken und Fähigkeiten, sowie die Vorlieben und Interessen des Kindes.
Das Portfolio ist Eigentum des Kindes und es begleitet das Kind während der gesamten Kindergartenzeit. Es befindet sich im Gruppenraum und die Eltern dürfen es mit Zustimmung des Kindes anschauen. Das Grundlegende an der Portfolio- Mappe ist, Entwicklungsprozesse sichtbar und für alle am Erziehungsprozess beteiligten Personen anschaulich zu machen. Nach Absprache kann die Dokumentation auch an Ärzte, Therapeuten und Lehrer weitergegeben werden.
Alltagsintegrierte (Sprach-) Beobachtungen dokumentieren wir anhand von BaSiK Bögen. Die Beobachtung erfolgt im pädagogischen Alltag und hat das Ziel, den Sprachentwicklungsverlauf des Kindes kontinuierlich zu dokumentieren und darüber hinaus auch ggf. speziellen Förderbedarf zu erkennen.
Des Weiteren arbeiten wir mit dem Bogen: „Grenzsteine der Entwicklung“. Hier werden sechs Entwicklungsbereiche der Kinder im Alltagsgeschehen beobachtet:
- Spracherwerb
- Körpermotorik
- Hand/Fingermotorik
- Kognitive Entwicklung
- Soziale Kompetenz
- Emotionale Kompetenz
Dieser Beobachtungsbogen wird genau wie der BaSiK - Bogen mindestens einmal im Jahr ausgefüllt und dient dazu evtl. Entwicklungsrückstände oder Auffälligkeiten bei dem Kind zu erkennen.
Für die Elternarbeit und Elterngespräche sind diese Dokumentationen eine wichtige Grundlage und Hilfe. Anhand dieser werden Zielsetzungen und Entwicklungen sichtbar und für den gemeinsamen Weg festgeschrieben.
Die zehn Bildungsbereiche:
- Bewegung
- Körper, Gesundheit und Ernährung
- Sprache und Kommunikation
- Soziale, kulturelle und (inter-)kulturelle Bildung
- Musisch-ästhetische Bildung
- Religion und Ethik
- Mathematische Bildung
- Naturwissenschaftlich-technische Bildung
- Ökologische Bildung
- Medien
Wie gestaltet sich Vorschulerziehung im Kindergarten?
Selbständigkeit, Selbstvertrauen, Sozialverhalten, Ausdauer und Konzentration sind von größer Bedeutung. Dieses lernen die Kinder aber im spielerischen Tun, in der Kindertageseinrichtung vor allem im Freispiel und in der gezielten Beschäftigung, unterstützt und beobachtet durch das pädagogische Personal.
Das Freispiel nimmt eine zentrale Stellung ein, da dieses vom Bedürfnis und Entwicklungsstand des Kindes abhängig, eigenständig gestaltet wird. Aus dem zentralen Freispiel heraus resultieren nach unseren pädagogischen Beobachtungen die Angebote und Aktivitäten. Kinder werden zum Mitentscheiden animiert.
Die Vorschulkinder, bei uns „Schlaufüchse“ genannt, unternehmen zusätzlich im letzten Kindergartenjahr vermehrt gemeinsame altershomogene Angebote und Aktivitäten:
- Förderprogramm „Tim & Tula“ – Treffen über 7 Einheiten, in denen die Kinder sozial-emotionale Kompetenzen erlernen und festigen
- „Bibfit“, wir werden fit für die Bücherei in Kooperation mit der ortsansässigen Bücherei – die Kinder lernen die Bücherei und ihre Medien näher kennen
- Schultüten basteln mit den Erzieher*innen nach eigenen Vorstellungen
- Wassergewöhnung in der Schwimmhalle Weseke – die Kinder werden spielerisch an das Element Wasser herangeführt.
- Besuch der Grundschule, erleben der großen Pause und einer Schulstunde
- Schulwegbegehung mit den Polizisten der Verkehrspolizei NRW / Borken bzw. durch die pädagogischen Fachkräfte
- Wir spielen mit den Kindern zwei Unterrichtstage in der Kindertageseinrichtung. Während des Morgens werden Unterrichtsfächer von verschiedenen Lehrkräften (Erzieher*innen) gehalten. Die Unterrichtsfächer werden von den Kindern abgestimmt. Jeder Morgen beinhaltet 4 Unterrichtsstunden.
- Abschlussfest und Abschlussgottesdienst mit allen angehenden Schulkindern und ihren Eltern, bei dem die Schlaufüchse sich aktiv beteiligen (z.B. Fürbitte aufsagen, Tischdeko selbst gestalten)
- durch verschiedene Projekte und auch Ausflüge erhalten die Schlaufüchse Einblicke in unterschiedliche Lebensbereiche am Wohnort und in der näheren Umgebung, zum Beispiel durch den Besuch der Feuerwehr
- Erste-Hilfe-Kurs für Kinder, kindgerecht soll den Kindern vermittelt werden, wie man Erste-Hilfe leistet und wie man Hilfe holt
Zusätzlich wird den Schlaufüchsen mehr Verantwortung im Alltag übertragen, wie z.B. jüngere Kinder zu unterstützen, Botengänge zu machen oder bestimmte Spiele nur für die Schlaufüchse. All diese Aktionen stärken das Zusammengehörigkeitsgefühl, das Selbstbewusstsein und fördern das Verständnis für die Umwelt. Wir halten Elternsprechtage und stehen den Eltern mit Rat und Tat zur Seite beim Thema Schulanfang.