EI Kindergarten "Mollyland"

ab 2 Jahren

Address
EI Kindergarten "Mollyland"
Rosseler Straße 6
51570 Windeck
Funding authority
Elterninitiative Rossel-Wilberhofen e. V.
Rosseler Straße 6
51570 Windeck
02292/8922
info@kiga-mollyland.de
http://www.kiga-mollyland.de
Opening times7:00 AM - 4:00 PM o'clock
Closing daysDrei Wochen innerhalb der Schulsommerferien, zwischen Weihnachten und Neujahr, zwei Konzeptionstage und einige wenige andere - werden zu Beginn des Kindergartenjahres bekanntgegeben.
Specially educational concept daily routine language education, partially open concept, Situation approach
Extras Integrative facility, care with lunch, for children with special educational needs, parents association

Introduction/specifics

Weitere Informationen auf unserer Homepage: www.kiga-mollyland.de

Care providers are responsible for all profile content.

Basics

Pädagogische Konzeption Kindergarten Mollyland

 

 

Inhaltsverzeichnis

 

1. Vorwort

 

2. Grundlagen unserer Arbeit

2.1 Informationen zu unserer Einrichtung

2.2 Öffnungszeiten/Buchungszeiten

2.3 Das Team und die Gruppen

2.4 Räumlichkeiten

2.4.1 Das Außengelände

 

 

3. Auftrag nach KiBiz

 

3.1 Entwicklungs- und Förderbedürfnisse von Kindern

3.2 Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsauftrag

3.3 Unser pädagogischer Ansatz

3.4 Partizipation

 

 

4. Besonderheiten

 

4.1 Kinder unter 3 Jahren

4.1.1 Eingewöhnung U-3

4.2 Inklusion/Integration

4.3 Eingewöhnung und individuelles Ankommen

4.4 Vorbereitung auf die Schule

4.5 Marburger Konzentrationstraining

4.6 Motopädie

4.7 Teiloffene Gruppen


5. Die Bildungsbereiche

 

5.1 Bewegung

5.2 Körper, Gesundheit und Ernährung

5.2.1. Sexualerziehung

5.3 Sprache und Kommunikation

5.3.1 Die Blubberfische

5.4 Soziale, kulturelle und interkulturelle Bildung

5.5 musisch-ästhetische Bildung

5.5.1 Gestalten

5.5.2 Musik

5.6 Religion und Ethik

5.7 Mathematische Bildung

5.8 Naturwissenschaftlich-technische Bildung

5.9 Ökologische Bildung

5.10 Medien

 

6. Beobachtung und Dokumentation

 

6.1 Portfolio/Mollyland-Mappe

6.2 Ganzheitliches Bildungsdokumentations-Programm (GABIP)

 

7. Kooperation und Zusammenarbeit

 

7.1 Erziehungspartnerschaft Eltern

7.2 Gemeinsame Aktionen

7.3 Elternarbeit

7.4 Beschwerdemanagement

7.5 Zusammenarbeit mit Träger/Vorstand und Elternrat

7.6 Zusammenarbeit im Team

7.7 Fort- und Weiterbildung, Zusatzausbildungen

7.8 Zusammenarbeit mit Fachdiensten und Institutionen

7.9 Öffentlichkeitsarbeit

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


1.Vorwort

 

Wie alles begann...

 

Den Kindergarten Mollyland in Windeck-Rossel gibt es seit dem 29.
Januar 1995. Er entwickelte sich aus einer Spielgruppe im Dr. Molly-
Haus in Dattenfeld, so kam er zu seinem Namen.

Die Elterninitiative Rossel-Wilberhofen e.V. hat mit großem persönlichem
Einsatz den Kindergarten geplant und gebaut.

 

 

 

Das eigens für die Bedürfnisse der Kinder zugeschnittenes Gebäude
verfügt über große, helle Räumlichkeiten. Der Kindergarten liegt in einem
kleinen Dorf, Rossel, neben der Förderschule des Rhein-Sieg-Kreises
und neben Einfamilienhäusern.

In direkter Nähe gibt es Wald, Wiesen, Bäche und den kleinen Fluss, die
Sieg. Das schöne Windecker Ländchen ist als Erholungsgebiet weit über
seine Grenzen bekannt.

In dem angrenzenden Ort Wilberhofen gibt es Bus- und Bahnanbindung.

Die beiden Grundschulen des Schulverbundes in Windeck-Dattenfeld
und Windeck-Herchen sind in wenigen Minuten per Auto oder Schulbus
zu erreichen.

 


Heute werden im Mollyland zwei Gruppen von einem achtköpfigen Team
betreut. 35 Kinder von 2 Jahren bis zur Einschulung finden hier einen
Platz.

 

Wir bieten mehr als einen "normalen" Kindergartenplatz. Unser
gemeinsamer hoher Anspruch an eine engagierte Zusammenarbeit in
unserem Kindergarten soll einen Mehrwert in der pädagogischen Arbeit
mit den Kindern bringen.

Unsere Kinder sollen in allen Facetten der pädagogischen Arbeit in
individueller Weise auf alle künftigen Bildungs- und
Lebensanforderungen vorbereitet werden.

 

Dieses pädagogische Konzept, welches im Jahre 2015 von der Leitung,
den Erzieherinnen und einem externen Fachberater entwickelt und
aufgestellt wurde, stellt eine Arbeitsgrundlage und Orientierung für die
Mitarbeiterinnen, Vorstand, Elternrat und Elternschaft dar. Es beschreibt
unsere pädagogische Arbeit, unsere Ziele und Werte, sowie
Zusammenarbeit und Kooperation mit Eltern und anderen Institutionen.

Weitere Entwicklungen können im Laufe der Zeit mit aufgenommen
werden.

 

 

 

2. Grundlagen unserer Arbeit

 

2.1 Informationen zu unserer Einrichtung

 

Mitglieder des Vereins sind die Eltern. Als Elterninitiative ist uns die
Zusammenarbeit zwischen Eltern und Erzieherinnen wichtig und
ausdrücklich erwünscht. Durch die aktive Mitarbeit wird es allen Eltern
ermöglicht, sich im Verein und im Kindergarten zu engagieren.

 

Das besondere an unserer Einrichtung ist die familiäre Atmosphäre, in
der die Kinder leben, lernen und betreut werden. Die Räumlichkeiten
sind überschaubar und liebevoll gestaltet und wir alle haben zum Ziel,
den Kindern eine schöne, erlebnisreiche und entwicklungsfördernde Zeit
bei uns zu bieten, an die sie immer gern zurück denken.

 

 

 

2.2 Öffnungszeiten/Buchungszeiten

 

Wir haben täglich von 7:00 bis 16:00 Uhr geöffnet.


 

Bei 35 Stunden Buchungszeitwerden die Kinder wie folgt betreut:

Mo., Di., Do., Fr.: von 7:00 Uhr bis 13:30 Uhr und

Mi.: von 7:00 Uhr bis 16:00 Uhr

Bei 45 Stunden Buchungszeit:

Mo. bis Fr.: von 7:00 Uhr bis 16:00 Uhr

 

 

 

2.3 Das Team und die Gruppen

 

Im Büro und als Vertretung in den Gruppen:

Carola Schankies

freigestellte Kindergartenleitung; staatl. anerk. Dipl. Sozialpädagogin;
Teilzeitkraft

 

 

Rote Gruppe (Gruppenform III)

 

Hier werden derzeit 4 Kinder mit Behinderung und 11 Kinder vom dritten
Lebensjahr bis zum Schuleintritt betreut.

 

Die Kolleginnen:

Birgit Jätzold-Hünermund

stellv. Kindergartenleitung; Gruppenleiterin; staatl. anerk. Erzieherin;
staatl. anerk. Heilpädagogin; zertifizierte Trainerin `Marburger
Verhaltens- und Konzentrationstraining´; Vollzeitkraft

 

Andrea Reuber

staatl. anerk. Erzieherin; Vollzeitkraft


Ulrike Hennig

staatl. anerk. Erzieherin; qualifizierte Sprachförderkraft; Teilzeitkraft

Antje Engelberth

Motopädin; staatl. anerk. Erzieherin; Teilzeitkraft

 

Blaue Gruppe (Gruppenform I)

Hier werden derzeit 6 Kinder unter 3 Jahren und 14 Kinder vom dritten
Lebensjahr bis zum Schuleintritt betreut

 

Die Kolleginnen:

Claudia Senk

staatl. anerk. Erzieherin; Gruppenleitungsvertretung für Elternzeit;
Teilzeitkraft

Stephanie Schubert

staatl. anerk. Erzieherin; Vollzeitkraft

Sandra Scherz

staatl. anerk. Erzieherin, zertifizierte Sprachförderkraft; Vollzeitkraft in
Elternzeitvertretung

Susanne Lazik

staatl. anerk. Erzieherin; Gruppenleiterin; Vollzeitkraft in Elternzeit

Kora Ötschmann

qualifizierte Tagesmutter; Teilzeitkraft als Aushilfe für langzeiterkrankte
Kollegin

 

Zwei Reinigungskräfte gehören ebenfalls zu unserem Team.

 


2.4 Räumlichkeiten

 

Die Innenräume, die auf zwei Stockwerke verteilt sind, umfassen ca. 950
qm.

Zusammen mit dem Außengelände haben die Kinder hier reichlich Platz
zum Spielen.

 

Im Einzelnen verfügt unsere Einrichtung über folgende Innenräume:

 

- zwei Gruppenräume mit je einem Nebenraum, Waschraum und
einer Hochebene


 

- die Blaue Gruppe hat zusätzlich einen U-3-Kinder- Nebenraum, der
tagsüber zum Spielen und in der Mittagszeit zum Schlafen genutzt
wird


 

- eine Turnhalle fürs Freispiel und angeleitete Bewegungsangebote
mit fest installierten und flexiblen Spielgeräten


 

- einen Geräteraum für die Turnhalle


 

- einen Kreativbereich auf der Galerie für freie und geleitete
Angebote


 

- das "grüne Zimmer" in dem eine Computerecke für die Kinder
eingerichtet wurde; gleichzeitig dient es als Raum für
Sprachförderung, Kleingruppen- und Therapieangebote


 

- für jede Gruppe einen separaten Wickelraum


 

- eine Küche


 

- ein Personalzimmer


 

- ein Büro


 

- des Weiteren Lagerräume, Putzkammer, Geräteschuppen


 

 

 

 

 

 


2.4.1 Das Außengelände

 

Das Außengelände verfügt über einen großzügigen Sandkasten und
eine Vielfalt an Klettermöglichkeiten. Besonders unsere Nestschaukel,
sowie die Rutsche sind bei den Kindern sehr beliebt.

 

Während des Freispiels draußen stehen den Kindern eine große
Auswahl an Sandspielsachen und Fahrzeugen zur Verfügung.

 

 

 

 

 

 

3. Auftrag nach KiBiz

 

3.1 Entwicklungs- und Förderbedürfnisse von Kindern

 

In jeder Altersphase haben Kinder ganz unterschiedliche Bedürfnisse
und Ansprüche an uns Erzieherinnen. Hierbei stehen wir immer wieder
vor der Herausforderung, allen Kindern gerecht zu werden: wir sehen
jedes einzelne Kind mit seinem individuellen Entwicklungsstand, seinem
eigenen Anspruch auf Förderung und Unterstützung und auch seinem
Wunsch nach Ruhe und Selbstbildung. Wir begleiten die
unterschiedlichen Altersgruppen entsprechend ihrer altersspezifischen
Bedürfnisse und sorgen schließlich für ein gutes Miteinander.


3.2 Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsauftrag

 

Rechtliche Grundlage für die pädagogische Arbeit im Mollyland ist das
Kinderbildungsgesetz (KiBiz) des Landes Nordrhein-Westfalen. Als
familienunterstützende Einrichtung ist der Anspruch eines jeden Kindes
auf Bildung und Förderung seiner Persönlichkeit unsere Aufgabe, die wir
in Zusammenarbeit mit den Eltern umsetzen. Wir beraten und
informieren die Eltern insbesondere in Fragen der Bildung und Erziehung
(KiBiz, §3).

Unsere Einrichtung ist klein und überschaubar. In einem geregelten
Kindergartenalltag und einer vertrauten Atmosphäre erfahren die Kinder
eine Gemeinschaft, in der sie sich wohl und sicher fühlen können.

In der gesamten Kindergartenzeit stehen wir im engen Austausch mit
den Eltern.

Im gemeinsamen Spiel lernen die Kinder miteinander und voneinander,
bewältigen gemeinsam Aufgaben, lernen aufeinander zu achten, sich zu
behaupten und sich in Andere einzufühlen. Jedes Kind trägt mit seiner
Persönlichkeit, seiner eigenen Lebensgeschichte und Lebenswelt zur
Vielfalt der Gruppe bei. Die Kinder lernen im täglichen Umgang
gegenseitige Wertschätzung und Respekt gegenüber den einzelnen
Persönlichkeiten. Sie erleben die Bedeutung von Regeln, gestalten diese
mit und erfahren Grenzen. Damit setzen wir den gesetzlichen Auftrag
nach einer ganzheitlichen Persönlichkeitsförderung des Kindes um. Den
im Gesetz verankerten eigenständigen Bildungs-, Erziehungs- und
Betreuungsauftrag sehen wir als Aufgabe, Kinder in ihrer Entwicklung
der Selbst- und Sozialkompetenz sowie der Sach- und Lernkompetenz
zu unterstützen. So stärken wir ihre Selbstbildungspotentiale. Durch
Ausprobieren und fragendes Entdecken mit allen Sinnen kann jedes
Kind seinen individuellen Lernweg finden. Wir Erzieherinnen begleiten,
unterstützen und beobachten das Kind im Kindergartenleben. So können
wir erkennen, welche Fragen es beschäftigt, was es braucht und wo
seine Stärken liegen. Wir führen mit den Kindern pädagogische
Angebote, geplante Aktionen und themenorientierte Projekte durch.

 

 

 

3.3 Unser pädagogischer Ansatz

 

Der Satz "Mit Kinderaugen lernen und wachsen" spiegelt unsere
Grundeinstellung wider und ist zu unserem Motto geworden.

 

Es bedeutet, dass wir uns auf die Ebene der Kinder begeben und ihre
Wahrnehmungsperspektive einnehmen.


Wir sehen alle die Welt mit anderen Augen. Diese Verschiedenheit
macht unser Leben im Kindergarten so bunt und vielfältig.

Zwischen sämtlichen Projekten, Angeboten, Beobachtungen,
Dokumentationen und Bildungsvereinbarungen, möchten wir dem Kind
Raum bieten, einfach nur Kind zu sein!

 

 

 

Grundsätzlich arbeiten wir gruppenübergreifend und nach dem
Situationsorientierten Ansatz bzw. Situationsansatz.

Beide Konzepte ähneln einander. Nicht die Sichtweise der Erwachsenen,
sondern die Biographien und Lebensbedingungen der Kinder sind
Ausgangspunkt der pädagogischen Arbeit.

 

 

Mit den Augen des Kindes...

Es ist Mittagszeit. Alle Kinder sind schon zum Essen ins Haus gegangen.

Mit versonnenen Augen steht die 2-jährige Ariana noch an der
Nestschaukel und wiegt diese leise hin und her. Sie hat einen
entspannten und glücklichen Gesichtsausdruck.

Wo ist sie gerade mit ihren Gedanken? Was träumt sie? Woran denkt
sie?


Eine Erzieherin beobachtet die Situation und lässt das Kind gewähren
bis es wieder im Hier und Jetzt angekommen ist. Das Mittagessen kann
warten!

 

…Das Kind verweilen lassen, Zeit zur Verinnerlichung und zum
Träumen...

 

 

 

3.4 Partizipation

 

Die Beteiligung, Mitwirkung und Mitbestimmung der Kinder am Alltag des
Kindergartens ist für uns von großer Bedeutung. Die Kinder sollen
altersgerecht an der Gestaltung des Ablaufes einbezogen werden. Das
bedeutet für uns, hierfür Möglichkeiten zu schaffen.

 

Wir wollen, dass die Kinder sich an der Gestaltung des täglichen
Zusammenlebens beteiligen und ihre eigenen Bildungsprozesse mit
bestimmen können. Die Kinder haben die Möglichkeit, selbst darüber zu
entscheiden, mit was und mit wem sie sich im Laufe des Tages
beschäftigen wollen. Viele Spiel-und Beschäftigunsmaterialien sind für
die Kinder frei zugänglich.

 

Sie können nach Absprache mit den Erzieherinnen die gegebenen
Räumlichkeiten, z.B. den Bewegungsraum, auch ohne Begleitung
Erwachsener, nutzen. Regeln stellen wir gemeinsam auf, besprechen
und wiederholen diese regelmäßig.

 

Partizipation bedeutet auch, dass Kinder selbst bestimmen können, ob
sie sich beteiligen wollen. Wir begleiten und organisieren die
Bildungsaktivitäten der Kinder und sind dabei offen für ihre Interessen
und Bedürfnisse. Die Vorschläge der Kinder werden ernst genommen,
wir überprüfen sie hinsichtlich der Umsetzungsmöglichkeiten.

Dabei begegnen wir ihnen ehrlich und authentisch, regen sie zum

Erkunden an, greifen in Situationen fragend ein und unterstützen die
Kinder in ihrer Eigenaktivität.

Bei manchen Entscheidungen z.B. in Projekten, beim Einkaufen oder
Anschaffen von Materialien haben die Kinder Mitspracherecht.

 

 

 


4. Besonderheiten

 

4.1 Kinder unter 3 Jahren

 

Die Jüngsten bereichern unseren Kindergarten. Allein durch die
Anwesenheit der jüngeren Kinder können sich die Älteren bereits in
Rücksichtnahme sowie Verständnis füreinander üben. Dieser Effekt
mündet in gegenseitiger Empathie und Wertschätzung. Des Weiteren
spielt das „Lernen am Modell“ eine zentrale Rolle. Jüngere Kinder lernen
von den Älteren Selbstständigkeit, Sprache und Regeln. So fördern wir
den Kontakt zwischen den jüngeren und älteren Kindern, achten aber
andererseits auch darauf, dass die Kinder jeder Altersgruppe ihre
Rückzugsmöglichkeiten haben. Auch unser Tagesablauf passt sich den
Bedürfnissen der jüngsten Kinder an. Hierzu gehört das Wickeln und das
Schlafengehen.

 

Wenn 2-jährige zu uns kommen, ist dies für sie ein großer Schritt und
eine bedeutsame Veränderung. Sie lernen, sich von ihren Eltern zu
verabschieden, um alleine bei uns in der Einrichtung zu bleiben.

 

 

 

4.1.1 Eingewöhnung U-3

 

Die intensive und kooperative Zusammenarbeit mit den Eltern ist uns
wichtig. In einem vorab stattfindenden Aufnahmegespräch mit der
Leiterin wird bereits über das Konzept und die
Eingewöhnungspha
se
gesprochen.


Einige Monate, bevor die Kinder zu uns ins Mollyland kommen, laden die
Erzieher zu einem Elternabend ein, auf dem der Tagesablauf erläute
rt
und der Kindergartenalltag er
klärt wird. Es können Details besprochen
werden, die sich zum Beispiel a
uf die Schlafsituation, Essgewohnheiten
und Eigenheiten des Kindes beziehen.


Vor den Sommerferien, also vor Beginn des neuen Kindergartenjahres,
werden die zukünftigen Kindergartenkinder mit Ihren Eltern zu
Schnuppernachmittagen eingeladen.

 

 

Unser Modell der Eingewöhnung für U3

Jedes Kind hat seine eigene Persönlichkeit und Entwicklung, darum ist
es auch wichtig, sich Zeit für die Eingewöhnung zu nehmen. In der Regel
spricht man von 2-3 Wochen.

 


Die Grundphase

Tag 1: Bezugsperson und Kind verbringen ca. 1 Stunde in der Gruppe

Tag 2: Bezugsperson und Kind verbringen ca. 2 Stunden in der Gruppe

Tag 3: Bezugsperson und Kind verbringen ca. 3 Stunden in der Gruppe

 

In den ersten drei Tagen wird das Kind mit (nach Möglichkeit immer der
gleichen) Bezugsperson 1-3 Stunden im Kindergarten verbringen. In der
Zeit hält sich die Bezugsperson zurück (ist eher passiv) um der
Erzieherin die Möglichkeit der Kontaktaufnahme zu geben.

Die Erzieherin verhält sich erst einmal abwartend und beobachtend, und
nähert sich langsam dem Kind.

 

Der erste Trennungsversuch / die Stabilisierungsphase

Tag 4: Die Bezugsperson verabschiedet sich kurz, klar und eindeutig
und verlässt den Gruppenraum für ca. 30-60 Minuten.

 

Tag 5: Die Bezugsperson verabschiedet sich klar und eindeutig und
verlässt den Gruppenraum für ca. 1-2 Stunden.

 

In dieser Phase übernimmt die Erzieherin zunehmend die Betreuung.
Die Trennungsversuche verlängern sich zunehmend.

Die Bezugsperson bleibt im Kindergarten, außer Sichtweite des Kindes.

 

Kürzere Eingewöhnung / längere Eingewöhnung

Je nachdem wie die Trennungsversuche gelungen sind, entscheidet man
flexibel auf das Kind abgestimmt, wie sich die weitere Eingewöhnung
gestaltet.

 

Schlussphase

Ca.2-3 Wochen später: Das Kind ist angekommen und die
Bezugsperson verlässt den Kindergarten, bleibt aber jederzeit
erreichbar.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


4.2 Inklusion/Integration

 

Wir fördern in unserer Einrichtung das Zusammenleben und die Vielfalt
in der Kindergruppe unter Berücksichtigung der unterschiedlichen
Persönlichkeiten und Entwicklungsstände der Kinder. Unser
pädagogisches Handeln ist geprägt von einer wertschätzenden Haltung
gegenüber den Kompetenzen der Kinder.

Da wir seit 2013 integrativ arbeiten, verfügen wir über entsprechende
Erfahrung und Fachpersonal, um auch Kinder mit besonderem
Förderbedarf adäquat zu betreuen.

 

 

 

4.3 Eingewöhnung und individuelles Ankommen

 

Die Eingewöhnungsphase verläuft für alle Kinder im Wesentlichen so,
wie unter Punkt 4.1.1 beschrieben. Unter Umständen verlaufen die
einzelnen Phasen unterschiedlich, wenn z.B. die älteren Kinder sich
besser von ihren Eltern ablösen können.

 

 

Individuelles Ankommen im Alltag:

 

Unser Kindergarten beginnt morgens um 7:00 Uhr mit der Bringzeit, die
um 9:00 Uhr endet und in der jedes Kind mit seiner Bezugsperson im
Haus ankommt. Hier ist es uns wichtig den persönlichen Kontakt zum
Kind und auch zur Bezugsperson aufzunehmen, um so einen
Informationsaustausch und einen guten Einstieg in den Tag zu
ermöglichen. Dabei gehen wir auf die Individualität und die Bedürfnisse
jedes Kindes ein, sei es mit Verabschiedungsritualen zwischen Eltern
und Kind, dem ersten gemeinsamen Spiel oder einfach damit, ein
offenes Ohr zu haben.

Die freundliche Begrüßung stellt eine Wertschätzung und gezielte
Aufmerksamkeit jedem Kind gegenüber dar.

 

 

 

4.4 Vorbereitung auf die Schule

 

Der Kindergarten ist eine wichtige und notwendige Institution für Kinder.

Er ist ein Ort, an dem sich die Kinder mit anderen Kindern persönlich,
emotional und sozial, aber auch motorisch und kognitiv bis zum
Schuleintritt weiter entwickeln können.


 

Im letzten Jahr vor der Einschulung heißen unsere Kindergartenkinder
„Schlaufüchse“.

Sie sind die Großen und ihr Kindergartenalltag ist durch mehr
Verantwortung, spezielle Angebote und Veranstaltungen geprägt.

Einmal in der Woche treffen sich die „Schlaufüchse“ mit einer oder zwei
Erzieherinnen.

In der Vorschule möchten wir Spielanregungen geben, die die Kinder in
ihren Basiskompetenzen zur Schulfähigkeit fördern.

Dabei ist uns wichtig, dass Kinder mit Lernen positive Gefühle verbinden
und Spaß daran haben.

 

Die Förderung betrifft folgende Bereiche:

 

Emotionale Schulfähigkeit

. gesundes Selbstvertrauen & Selbstbewusstsein
. Lebensfreude & Zuversicht
. Frustrationstoleranz
. Ausgeglichenheit
. Enttäuschungen verarbeiten & Belastungen aushalten können
. Neugierde


 

Kognitive Schulfähigkeit

. Konzentration & Ausdauer
. Merkfähigkeit
. Abstraktionsvermögen
. Logisches Denken


 

Soziale, kommunikative Schulfähigkeit

. Kooperationsbereitschaft
. Kontaktfähigkeit (Integration in die Gruppe)
. Regeln & Aufforderungen verstehen und nachkommen können
. Eigeninitiative
. Kommunikationsfähigkeit


 

Motorische Schulfähigkeit

. Fein- und Grobmotorik

 

Angebote für unsere „Schlaufüchse“:

 

Bücherei

Die „Schlaufüchse“ bekommen einmal die Woche die Möglichkeit, sich in
unserer gut ausgestatteten Bibliothek ein Buch auszuleihen.

 

Marburger Konzentrationstraining

 

(siehe hierzu Punkt 4.5)

 

Verschiedene Aktionen/Ausflüge

. Feuerwehr
. Zahnärztlicher Dienst
. Besuch eines Polizisten im Kiga (Verkehrserziehung)
. Theateraufführungen
. Kindergartenübernachtung
. …


Zusammenarbeit mit der Schule

Einmal im Jahr lädt die Verbund-Grundschule Dattenfeld-Herchen zu
einem Kooperationstreffen mit VertreterInnen (ErzieherInnen) aus den
umgebenden Kindergärten ein.

 

Auf Einladung der jeweiligen Grundschule bekommen unsere Kinder die
Möglichkeit eine Stunde im Unterricht mitzuerleben.

Die Teilnahme am Unterricht ermöglicht unseren „Schlaufüchsen“ erste
Erfahrungen mit dem Gebäude und den LehrerInnen und gibt den
Kindern mehr Sicherheit.

 

Verabschiedung der Vorschulkinder

… z.B. mit einer Abschlussfeier und/ oder einer gemeinsamen
Übernachtung der Kinder mit ihren ErzieherInnen im Kindergarten.

 

 

 

 

 

 

 


4.5 Marburger Konzentrationstraining (MTK)

 

Das MKT wurde Anfang der Neunziger Jahre von dem
Schulpsychologen, Lehrer und Autor Dieter Krowatschek entwickelt und
am Psychologischen Institut der Philipps-Universität Marburg evaluiert.
Es versteht sich als ganzheitliches Übungsprogramm, welches
grundsätzlich allen Kindern als Vorschultraining zugutekommen kann.

Das MKT richtet sich aber besonders an Kinder, die im Kindergarten
oder in der Schule Probleme haben, sich an Regeln zu halten, ihre
Aufmerksamkeit auf eine bestimmte Aufgabe zu fokussieren, sich bei
den Aufgaben gezielt zu konzentrieren sowie strukturiert zu arbeiten.

 

Die Inhalte und Ziele des MKT beziehen sich in erster Linie auf das
Trainieren der Selbststeuerung, um die bewusste
Aufmerksamkeitssteuerung und die Selbstständigkeit der Kinder zu
fördern. Kindgerecht und spielerisch finden dabei alle
Entwicklungsbereiche der Kinder ihre Berücksichtigung. Hierzu gehören
die Wahrnehmung, die Grob- und Feinmotorik, die Kommunikations- und
Sprachentwicklung, die Gedächtnisleistung, die Motivations- und
Leistungsbereitschaft sowie soziale Verhaltenskomponenten. Unterstützt
werden die Erfolge der Kinder durch soziale und materielle „positive
Verstärker“ (Loben, Ermunterung zum Eigenlob, Zuwendung,
Punktepläne, Preise, Belohnungen).

In unserer Einrichtung beraten wir zu Beginn jedes neuen Kita-Jahres im
Team, für welche Vorschulkinder dieses Training besonders hilfreich
wäre. Die Trainerin stellt dann - nach Absprache mit den
entsprechenden Eltern - eine Gruppe von 3-4 Kindern zusammen, die im
Laufe des gesamten Jahres an 3-4 Trainingseinheiten teilnehmen.
Zwischen den einzelnen Trainingseinheiten ist jeweils eine Pause von
einigen Wochen, um einem Gewöhnungseffekt vorzubeugen und die
Motivation für die nächste Trainingseinheit zu fördern.

Eine Trainingseinheit besteht aus 6-8 Trainingsstunden, die einmal pro
Woche stattfinden. Jede Trainingsstunde dauert ca. 90 Minuten. Die
Trainingsstunden sind immer sehr ähnlich aufgebaut, so dass sich die
Kinder auf eine gleichbleibende Struktur einstellen können.

Beim MKT wird großer Wert auf eine begleitende Elternarbeit gelegt. Die
Eltern werden durch Info-Blätter, Einzelgespräche und Info-Nachmittage
in den Trainingsprozess eingebunden und erhalten hilfreiche Tipps, wie
sie ihr Kind auch zuhause weiter unterstützen können. Die Eltern sehen,
welche Übungen im Training durchgeführt werden und erhalten auch die
Möglichkeit, untereinander Erfahrungen auszutauschen.

 

 


4.6 Motopädie

 

Die Motopädie arbeitet im Sinne der Psychomotorik.

Ihre Aufgabe ist die Förderung der Kinder, die in ihrer Wahrnehmung,
der Bewegungsentwicklung oder ihrer emotionalen Entwicklung
Probleme zeigen.

Durch den Erwerb der sogenannten Kompetenzen sollen die Kinder
handlungsfähig werden:

„Ich-Kompetenz“ bedeutet, dass man den eigenen Körper wahrnehmen,
ihn erleben und mit ihm umgehen kann. Ein positives Körpergefühl
entwickelt und adäquates Wissen über seinen Körper besitzt.

 

„Sozial-Kompetenz“ heißt andere wahrnehmen und sinnvoll mit ihnen
umgehen (kommunizieren) können, sich an diese anpassen oder auch
sie in ihrem Verhalten beeinflussen können. Das Kind soll in der Lage
sein Beziehungen aufzubauen.

„Sach-Kompetenz“ meint, dass man die Umwelt wahrnimmt, sich ihr
anpassen oder sie verändern kann. Das Kind soll seine materielle
Umwelt und die Natur kennen lernen und angemessen mit ihr umgehen
können.

Man orientiert sich hierbei nicht an „Defiziten“ sondern an den Stärken
und Vorlieben der Kinder. Das Kind zeigt genau wo es steht wenn es die
Möglichkeit und Offenheit dafür vorfindet. Dort setzt man an, bietet
Hilfestellung und gibt Impulse wo es angebracht scheint. Dadurch erfolgt
eine Stärkung der emotionalen Entwicklung durch ein positiveres
Selbstbild und die Kinder werden motiviert ihre individuellen Wege zu
gehen und eigene Problemlösungen zu finden.

Es können Bewegungslandschaften, Parcours, kreative Tätigkeiten wie
Malen, Sinneserlebnisse wie Massagen, Rollenspiele usw. Inhalte der
Therapiestunden sein.

Der Spaß am Sich-Bewegen, die Freude am selbstbestimmten Tun, der
Erfolg und das gemeinsame Erleben sind der Antrieb für eine ständige
Erweiterung der Erfahrungen mit dem eigenen Körper, im Umgang mit
Material und im sozialen Bezug.


 

 

 

4.7 Teiloffene Gruppen

 

Das Konzept der teiloffenen Gruppen bedeutet, dass den Kindern nicht
nur der eigene Gruppenraum zur Verfügung steht, sondern auch die
Nachbargruppe sowie fast alle anderen Räume der Einrichtung. Somit
haben unsere Kinder die Möglichkeit, nach Absprache mit den
Erzieherinnen ihre Spielzone, Spielpartner, Erzieherin und Angebote frei
nach ihren momentanen Bedürfnissen zu wählen. Dazu gehört auch,
dass die Kinder in Kleingruppen ohne ständige Anwesenheit von
Erzieherinnen, einzelne Räume oder das Außengelände nutzen dürfen.
Die Absprachen mit den Kindern werden dabei individuell getroffen. Das
Maß der Freiräume richtet sich nach dem Entwicklungsstand des
einzelnen Kindes, orientiert sich aber auch an der Zusammensetzung
der Spielgruppe und den Gegebenheiten der Räumlichkeiten. Innerhalb
dieser Freiräume sind die Kinder zwar nicht ständig beaufsichtigt aber
permanent betreut, da die Erzieherinnen in regelmäßigen Abständen die
Spielsituationen beobachten.

 

Eine feste Gruppenzugehörigkeit erfahren die Kinder durch
gruppeninterne Angebote, z.B. den Morgenkreis, Geburtstagsfeiern,
Ausflüge …

 

 

 

5. Die Bildungsbereiche

 

5.1 Bewegung

 

Die Bewegung ist ein wichtiger Bestandteil der Entwicklung der
gesamten Persönlichkeit. Durch Bewegung setzt sich der Mensch mit
sich selbst, sowie mit seiner sozialen und materiellen Umwelt
auseinander.

In der heutigen Zeit werden die Bewegungsmöglichkeiten immer mehr
eingeschränkt. Durch die veränderten Lebensgewohnheiten fehlt oft
Raum und Zeit, so dass die Kinder nicht mehr in dem Maße draußen
spielen können, wie dies früher möglich war.

Viele Kinder beschäftigen sich auch verstärkt mit „bewegungsarmen“
Tätigkeiten wie Computerspielen.


Aus diesen Gründen ist die Bewegung ein wichtiger Aspekt in unserer
Arbeit.

Die Kinder haben die Möglichkeit am „Gruppenturnen“ teilzunehmen.
Jede Gruppe turnt an einem Vormittag in der Woche in unserer großen
und gut ausgestatteten Turnhalle. Hier werden Bewegungslandschaften
und andere Bewegungsaktionen angeboten.

Zurzeit findet freitags die motopädische Förderung in der Turnhalle statt.

An den anderen Vormittagen können bis zu sechs Kinder die Turnhalle
nach ihren Bedürfnissen nutzen (unter Berücksichtigung der gemeinsam
aufgestellten Regeln).

Unser Außengelände nutzen wir gemeinsam und die Kinder haben
außerdem die Möglichkeit mit bis zu drei Kindern ohne ständige
Anwesenheit der Erwachsenen draußen zu spielen. Dies gilt
überwiegend für die Vorschulkinder, je nach Einschätzung der
Erzieherinnen aber auch für jüngere Kinder.

Den Flur können die Kinder auch nach Absprache nutzen, dort wird z. B.
gerne mal zu Musik getanzt.

Jede Gruppe macht außerdem nach Möglichkeit an einem Tag in der
Woche einen Ausflug zu Fuß in die Umgebung z. B. in den Wald, zum
Bach, an die Sieg, durch Rossel oder Wilberhofen.

 

 

 

5.2 Körper, Gesundheit und Ernährung

 

Durch die spielerische Freude an Bewegung erfahren die Kinder ihren
Körper. Sie genießen bei uns gesundes und leckeres Essen und lernen
ihren Energie- und Stresshaushalt wahrzunehmen. Dies macht sie
widerstandsfähig und stark und beugt Gesundheitsrisiken vor.

Körperliches und seelisches Wohlbefinden ist die Voraussetzung für die
Entwicklung und Bildung von Kindern und zudem deren Grundrecht.

 

Neben der Vermittlung der Körperpflege, wie Hände waschen nach dem
Toilettengang und vor dem Essen, wird ihnen ein positives Verhältnis zu
ihrem Körper vermittelt. Beim Wickeln erfahren die Kinder Zuwendung


um das Vertrauen zu fördern. Dabei nehmen wir uns die Zeit, um auf
jedes Kind individuell einzugehen.

 

Über die Sinne Tasten, Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und den
Gleichgewichtssinn, treten die Kinder in Kontakt mit ihrer Umgebung. Die
Ausbildung und Schulung aller Sinne ist Voraussetzung für das Erlernen
weiterer Fähigkeiten wie Fahrrad fahren, lesen, schreiben, rechnen, usw.

Der Kiga Mollyland bietet ein anregungsreiches Umfeld, in dem alle
Sinne der Kinder angesprochen werden.

 

Gerade die ersten Lebensjahre sind auch prägend für das
Ernährungsverhalten von Kindern. Kinder haben grundsätzlich eine
positive Einstellung zum Essen.

Essen und Trinken sollte mit angenehmen Erfahrungen verknüpft sein.

Da die Kinder einen großen Teil der Zeit im Kindergarten verbringen,
nehmen wir es als Chance den Kindern Spaß und Freude an gesunder
Ernährung zu vermitteln.

Bei selbst gestalteten Frühstücks - u. Kochangeboten, bei
Spaziergängen, Ausflügen und Gesprächskreisen haben die Kinder
Gelegenheit die Herkunft, Vielfalt und Geschmack von Lebensmitteln
kennenzulernen und werden mit ihren individuellen Bedürfnissen daran
beteiligt.

Beim Tischdecken, Abdecken, Brotschmieren, Gemüseschnippeln
werden nebenbei ihre Sinne, Feinmotorik, Sprachschatz und
Selbstständigkeit geschult.

Bei uns frühstücken die Kinder in der Zeit von 07:00 Uhr bis 10:30 Uhr
(freies Frühstück). Alle Kinder bringen ihr gesundes Frühstück von
zuhause mit. Die Getränke Wasser und Tee stellt der Kindergarten zur
Verfügung. Milch steht für mitgebrachtes Müsli bereit.

Ein gemeinsames Frühstück gibt es einmal im Monat mit ausgewählten
Angeboten.

Jeden Mittag werden die Kinder mit einer warmen Mahlzeit (auch
vegetarisch oder schweinefleischfrei) versorgt.

 


 

 

Neben der Bewegung und Ernährung dient die Entspannung ebenso als
wichtiges Element der Gesundheitserziehung. Die Kinder brauchen
Freiräume und Ruhezeiten, in denen sie sich vom anstrengenden Alltag
erholen können. Dafür richten wir Ruhezonen und
Rückzugsmöglichkeiten ein und bieten Entspannungsmusik und -rituale

an.

Wenn die Kinder gelernt haben ihre Erschöpfung wahrzunehmen und
sich zu erholen, können sie mit Anforderungen und Reizfülle besser
umgehen.

 

 

 

5.2.1 Sexualerziehung

 

Kindliche Sexualität äußert sich vor allem in dem Bedürfnis nach
Geborgenheit, Zärtlichkeit und sinnlicher Nähe, der Freude und der Lust
am Körper. In unserer Einrichtung möchten wir die ganzheitliche
Entwicklung der Kinder fördern. Dazu gehört auch eine sexualfreundliche
Erziehung.

Das Kind sucht Zärtlichkeiten, Wohlbefinden und Nähe durch
ganzkörperliche Empfindungen wie Streicheln, Kuscheln, oder Kitzeln.
Mit der Entdeckung des Geschlechtsunterschiedes tauchen erste Fragen


auf und setzen die ersten Doktorspiele ein. Damit stillt das Kind seine
Neugier und sammelt erste lustvolle Erfahrungen.

Kinder wollen keine „erwachsene“ Sexualität praktizieren, eher imitieren
und nachspielen. Sexualfreundliche Erziehung ist auch Sozialerziehung
und trägt zum Erlernen partnerschaftlichen Verhaltens bei. Nur wenn ein
Kind sich selbst, seinen Körper und seine Grenzen kennt, ist es in der
Lage auch die Grenzen anderer zu respektieren. Unsere Kinder sollen
daher lernen, achtsam und rücksichtsvoll miteinander umzugehen.
Unsere Aufgabe sehen wir darin, die Kinder zu gegenseitiger
Wertschätzung und Respekt zu erziehen. Ferner möchten wir dazu
beitragen, dass die Kinder körperliche oder sexuelle Sachverhalte
angemessen ausdrücken können ohne andere zu beleidigen oder zu
verletzen. Dies trägt dazu bei, ihr Selbstbewusstsein, Selbstwertgefühl
und selbst bestimmtes Handeln zu stärken.

Ein in diesem Sinne aufgeklärtes Kind kann sich auch vor sexuellen
Übergriffen besser schützen und ist in der Lage sich bei Bedarf
Unterstützung zu holen. Bei Fragen rund um das Thema Sexualität
stehen wir den Eltern jederzeit zur Verfügung.

Doktorspiele und imitiertes Verhalten sind völlig normal und führen zu
einem gesunden Verhältnis zum eigenen Körper und zur Sexualität.

 

Wenn wir diese Neugierde beobachten, informieren wir die betroffenen
Eltern und sprechen gegebenenfalls mit den beteiligten Kindern.

Im umgekehrten Fall bitten wir die Eltern uns zu informieren, wenn ihr
Kind zu Hause erzählt, dass es in dieser Hinsicht aktiv oder interessiert
ist, damit wir gezielt beobachten können.

 

Wir betreiben keine sexuelle Aufklärung mit den Kindern. Das heißt
konkret, dass wir Fragen zur Erwachsenensexualität nicht beantworten
und den Kindern auch nicht erzählen, wie „das Baby in den Bauch
kommt“. Dies ist Sache des Elternhauses. Werden Eltern zu Hause mit
solchen Fragen ihrer Kinder konfrontiert und sind sich nicht sicher, wie
sie darauf eingehen sollen, sind wir gerne bereit ihnen in einem
beratenden Gespräch Literatur (-hinweise) zu geben und Anlaufstellen
zu nennen.

 

 

 

 

 

 

 

 


5.3 Sprache und Kommunikation

 

Sprache ist eines der wichtigsten Verständigungsmittel zwischen
Menschen. Sie ist das wichtigste Medium der Kommunikation. Alle
Kinder haben im Kindergarten von Anfang an ein Anrecht auf
Sprachbildung und damit auf gezielte Förderung ihres
Sprachvermögens.

Die Sprachförderung ist für unsere pädagogische Arbeit ein wichtiger
Teil und richtet sich an alle Kinder, unabhängig ihres Alters oder ihrer
Herkunft. Sie wird ganzheitlich in unseren Alltag integriert, das bedeutet
dass die Erzieherinnen sich in allen Situationen gegenüber allen Kindern
sprachfördernd verhalten.

 

Durch Spielen und Vorlesen, Finger- und Kreisspiele, miteinander
Reden, Singen und Klatschen..., bekommen die Kinder Spaß am
Umgang mit der Sprache und erhalten wichtige Grundlagen der Sprache.

 

!!! Denn Sprachförderung passiert immer und überall !!!

 

Da sich die Sprache und Sprechfreunde nicht bei allen Kindern gleich
entwickelt, bieten wir einigen Kindern durch regelmäßige Förderung in
Kleingruppen ("Die Blubberfische") Unterstützung an.

 

 

 

5.3.1 Die Blubberfische

 

Die Blubberfische treffen sich einmal wöchentlich.

 

Es geht darum, mit Spaß und Phantasie die kreative Lust am Spiel mit
der Sprache zu fördern. Daher wollen wir zum Beispiel durch

 

- sprachliche Rituale (z.B.: Begrüßungslied)
- Lieder, Reime und Fingerspiele
- Geschichten erzählen und Bücher vorlesen
- freies Erzählen
- …


 

ganz spielerisch die Lust am Sprechen wecken.

 

Dazu gehört auch, den Wortschatz zu erweitern, zu lernen zuzuhören,
die Sprache zur verbalen Konfliktlösung zu nutzen, die richtige


Grammatik einzusetzen und sich in verschiedenen Situationen
sprachlich zu verständigen.

 

Bei den „Blubberfischen“ wechseln sich die Sprachförderkräfte im 2-
Wochen-Takt ab, um den Kindern immer wieder abwechslungsreiche
Angebote zu bieten.

 

Ein Wort das ein Kind nicht kennt,

ist ein Gedanke den es nicht denken kann.

Wolfgang Maier

 

In naher Zukunft wird das gesamte Team eine Fortbildung zum Thema
„Alltagsintegrierte Sprachbildung und Beobachtung im Elementarbereich
– Grundlagen für Nordrhein-Westfalen“ absolvieren.

Dabei geht es um die Qualifizierung aller pädagogischen Fachkräfte zu
Grundlagen der alltagsintegrierten Sprachbildung und ausgewählten
entwicklungs- und prozessbegleitenden Beobachtungsverfahren.

 

 

 

5.4 Soziale, kulturelle und interkulturelle Bildung

 

Außerhalb ihrer Familien treten die Kinder in sozialen Kontakt mit
anderen Kulturen, Lebensstilen und Wertvorstellungen. Die Kinder
stellen Unterschiede fest, setzen sich damit auseinander und entwickeln
Neugierde und Offenheit dafür. Im Kindergarten lernen sie ihre Gefühle
und Interessen auszudrücken, Konflikte auszuhalten und Lösungen zu
finden. Soziale Beziehungen sind die elementare Voraussetzung eines
jeden Bildungsprozesses.

Im Laufe der Kindergartenzeit bringen wir den Kindern nahe, mit Respekt
und Rücksicht auf andere zuzugehen, eigene und fremde Bedürfnisse
wahrzunehmen, Beziehungen zu anderen aufzubauen, Schwächen und
Stärken des anderen zu erkennen und zu akzeptieren, Umgangsregeln
anzuerkennen und einzuhalten, eigene Kritikfähigkeit zu entwickeln,
angemessene Konfliktlösungen zu finden und Verantwortung für das
eigene Handeln zu übernehmen.

 

 


5.5 musisch-ästhetische Bildung

 

5.5.1 Gestalten

 

Das freie Gestalten mit unterschiedlichen Materialien nimmt in unserer
Einrichtung immer wieder großen Raum ein, denn hier leben Kinder ihre
Gefühle, Eindrücke und Erfahrungen aus und verarbeiten sie. Dabei geht
es nicht in erster Linie um das Erstellen eines fertigen Produkts, sondern
um den Schaffensprozess.

Die Kinder lernen unterschiedliche Maltechniken kennen z.B. mit
Wasserfarben, Fingerfarben und Wachsmalkreide. Auch angeleitete
Bastel- und Kreativangebote finden regelmäßig statt und sind eine
beliebte Alternative zum freien Spiel. Mit Hilfe der Kreativität der Kinder
gestalten wir den Gruppenraum immer wieder neu. Gemeinsam erstellte
Bilder und Collagen stärken den Zusammenhalt und das „Wir-Gefühl“
aller Kinder in unserer Einrichtung.

 

 

 

5.5.2 Musik

 

Singen und Musikmachen scheinen ein Urbedürfnis des Menschen zu
sein.

Singen macht den Menschen froh.

Das allein ist schon Grund genug, es einfach zu tun.


In unserem Kiga singen wir täglich mit den Kindern. Im Morgenkreis
begrüßen wir uns mit einem von den Kindern ausgesuchten Lied, im
Stuhlkreis werden viele Kreisspiele gesungen usw.

Lieder werden nicht nur gesungen, dazu wird geklatscht, getanzt oder im
Rhythmus gestampft. Die gesamte Körperwahrnehmung wird auf
spielerische Weise intensiviert.

Gemeinsames Singen und Musizieren bietet unseren Kindern die
Möglichkeit, sich als Individuum und gleichzeitig als Mitglied der Gruppe
zu fühlen und damit schon früh soziale Kompetenz zu entwickeln. Auch
auf die Sprachentwicklung wirkt das Singen positiv.

 

Singen ist die eigentliche Muttersprache des
Menschen

Yehudi Menuhin

 

Viele Lieder werden nach dem Jahreskalender eingesetzt. Hinzu
kommen aber auch Songs, die besonders für unsere Kinder von
Interesse sind: Spiel- und Spaßlieder.

- Lieblingssongs machen das Leben leichter. –

Auch hier arbeiten wir gerne gruppenübergreifend, das heißt: Kinder und
Erzieherinnen aus beiden Gruppen treffen sich um gemeinsam zu singen
und zu musizieren.

Wir möchten den Kindern ein Repertoire an Liedern mitgeben, an die sie
sich auch noch im späteren Leben gerne erinnern. Dabei kommen auch
viele Musikinstrumente und Klangmaterialien zum Einsatz.

Musik und Lebensfreude gehören in unserer Einrichtung eng zusammen.
Musikalische Früherziehung hat für uns eine ganzheitliche Bedeutung.
Lieder und Singspiele fördern den Wortschatz und die Artikulation.
Weitere Möglichkeiten der musikalischen Früherziehung sind z.B.
Klanggeschichten (für die uns eine große Auswahl an Klanginstrumenten
zur Verfügung steht) und das Nachahmen von Naturgeräuschen.

 

 

 

5.6 Religion und Ethik

 

Religiöse und ethische Bildung zieht sich durch alle Lebens- und
Bildungsbereiche und ist darin eingebettet. Dabei legen wir Wert darauf,
dass die Kinder ihre eigenen Werte und Standpunkte entwickeln.

 

Die Kinder erleben existenzielle Erfahrungen, wie Angst, Verlassenheit,
Streit, Ungerechtigkeit, Sexualität, Vertrauen und Geborgensein,


Anderssein, Glück, Gelingen, Scheitern, Bindung, Hoffnung, Mut,
Krankheit und Tod auf besonders intensive Weise. Jedes Kind und jede
Familie ist dabei geprägt von ganz individuellen Erlebnissen.

Wir haben mindestens zwei offene Ohren für besondere Vorkommnisse
in der Familie, im Umfeld oder im Kindergarten und suchen mit
Wertschätzung und Respekt vor den individuellen Werten der
Betroffenen (Kinder oder Erwachsene) Wege zur Hilfe bzw. zur
Unterstützung. Bei Konflikten sind wir bemüht, gemeinsam
Lösungsmöglichkeiten zu finden. Dies wird gewährleistet durch eine
offene Gesprächskultur (Gespräche mit einzelnen oder mehreren
Kindern, „Tür- und Angel-Gespräche“ oder terminierte Elterngespräche).
Außerdem werden alle Besonderheiten im Team, ggf. auch mit dem
Elternrat oder dem Vorstand kommuniziert und die Vorgehensweise
miteinander abgesprochen.

Unsere Kinder wachsen in einem hauptsächlich christlich geprägten
Umfeld auf und egal ob sie aus christlichen, andersgläubigen oder
atheistischen Familien stammen: Weihnachten, St. Martin, Nikolaus und
Ostern sind in unserem Umfeld traditionelle christliche Feste, die
besonders die Kinder ansprechen und um die sie auch in ihrer Umwelt
nicht herumkommen.

Uns ist es wichtig, den Kindern den Sinn und den Hintergrund dieser
Traditionen näher zu bringen und diese Feste mit ihnen zu feiern wobei
die Vermittlung allgemein gültiger Werte wie Nächstenliebe, Toleranz,
Wertschätzung, Akzeptanz und Verantwortung für sich selbst, für andere
und für unsere Umwelt dabei im Vordergrund steht.

Gerne lernen wir auch Rituale und Traditionen anderer Kulturkreise und
Religionen kennen und sind offen für andere Lebensweisen und
Überzeugungen. Wir bemühen uns, diese in unserem Kiga-Alltag
weitgehend zu respektieren, besonders, wenn Kinder aus Familien mit
anderem kulturellen Hintergrund oder anderen Werthaltungen unsere
Einrichtung besuchen.

Wir bestärken die Kinder, Fragen zu stellen, miteinander zu diskutieren
und eigene Antworten zu finden, um sich selbst eine Meinung zu bilden.

 

 

Mit den Augen des Kindes...

Kurze Zeit nach Ostern:

Die Vorschulkinder (mit unterschiedlichen Hintergründen: evangelisch,
katholisch, russisch-orthodox, mohammedanisch, atheistisch...) machen
einen Ausflug im Kleinbus. Bei einem Zwischenhalt entdecken die Kinder
an einem Berg ein großes Kreuz.


Ein Kind fragt die Erzieherin: "Warum steht da ein Kreuz?" Erzieherin:
"Das weiß ich auch nicht genau. Habt ihr eine Idee?''

Kurzes Schweigen.

Ein Kind antwortet: ,,Da ist Jesus dran gestorben.'' Erzieherin: ,,Ja?''

Ein anderes ergänzt: ,,Der war der Sohn von Gott!'' Erzieherin: ,,Aha..?''

Dann fragt ein Kind die Erzieherin: "Du, welche Farbe hat Gott
eigentlich?"

Erzieherin: "Das weiß ich auch nicht. Was denkst Du, welche Farbe Gott
hat?"

Kind 1: "Gott ist ganz weiß!"

Kind 2: "Gott ist weiß mit einem goldenen Gürtel!"

Kind 3: "Nein, ich glaube, Gott ist ganz bunt!"

Kind 4: "Ja, in allen Regenbogenfarben!" ...

Fast jedes Kind beschreibt seine eigene Vorstellung: mit langem Bart,
mit langen Haaren, mit Flügeln, ohne Flügel, mit Heiligenschein, mit
Krone usw.

Schließlich stellen die Kinder selbst erstaunt fest, dass sie ganz
unterschiedliche Vorstellungen von Gott haben und dass keiner Recht
oder Unrecht hat, weil noch nie jemand Gott gesehen hat!

 

…eigene Ideen und Vorstellungen zulassen, eigene Werte entwickeln
und andere respektieren…

 

 

 

5.7 Mathematische Bildung

 

Wie vieles andere gehört auch die mathematische Bildung in den
Kindergartenalltag. Durch verschiedene Methoden wecken wir bei den
Kindern das Interesse an Zahlen und geometrischen Formen z.B. durch

 

- das gemeinsame Zählen im Morgenkreis,

- das Singen von Liedern und Kreisspielen,

- Abzählreime und Essensprüche, sowie

- das Erkennen und Benennen von Formen im Alltag.

 


In verschiedenen Spielsituationen sowie bei Tischspielen mit Würfeln
und Formen hat die mathematische Bildung ihren festen Bestandteil. Mit
einfachen Alltagsgegenständen ermöglichen wir den Kindern das
Entdecken und Erforschen von Zahlen, Formen, Strukturen, Mustern,
Mengen, logischen Folgen und ihrer Zusammenhänge.

 

Dazu gehören auch die Gespräche über die Tagesstruktur mit ihren
Uhrzeiten, über Wochentage, Jahresrhythmen, Feste, Veranstaltungen
und Geburtstage.

Die Kinder lieben es Gegenstände abzuzählen und nach Farben und
Formen zu sortieren. Die Vorschulkinder üben sich darin das Datum auf
ihre Vorschulaufgaben zu schreiben.

 

 

 

5.8 Naturwissenschaftlich-technische Bildung

 

Kinder sind ständig damit beschäftigt, durch Fragen und Ausprobieren
etwas über ihre Umwelt herauszufinden. Sie beginnen Zusammenhänge
zu verstehen und einzuordnen. Vielfältige Angebote regen zum Staunen,
Fragen, Experimentieren und Suchen von Lösungen an.

Durch Beantworten der W-Fragen, Angebote und Experimente, Einsatz
von Schauobjekten und Medien, fördern und begleiten wir das Interesse
der Kinder und stillen ihre Neugier.

 

Mit den Augen des Kindes...

Es ist Frühling.

Einem 4-jährigen Kind fällt etwas auf: "Da sind ja weiße Blumen an dem
Baum!"

Erzieherin: "Bei Bäumen nennt man das ,Blüten'."

Kind: "Warum sind da Blüten dran?''

Erzieherin: ,,Aus den Blüten werden die Früchte des Baums.''

Inzwischen sind weitere Kinder hinzugekommen.

Eines fragt: ,,Was ist das denn für ein Baum?''

Ein 6-jährigerJunge, der die ganze Unterhaltung auf der Schaukel
sitzend verfolgt hat, schaltet sich ein: ,,Das weiß ich genau: Das ist ein
Kirschbaum! So einer steht nämlich vor meinem Fenster!''


Ein anderes Kind fragt: ,,Stimmt das?''

Erzieherin: ,,Wollen wir das mal herausfinden, ob es stimmt, was K.
sagt?''

Die Kinder sind begeistert.

Erzieherin: ,,Dann fotografiere ich jetzt erstmal die Blüten und wir
beobachten in den nächsten Wochen, was draus wird.''

Fast täglich besuchen die beteiligten Kinder den Baum und motivieren
die Erzieherin, an ihren Beobachtungen teil zu haben: ,,Jetzt fallen die
weißen Blätter ab.''

Nach ein paar Tagen: ,,Komm mal: Da sind jetzt so grüne Kugeln dran.''
usw.

Die Erzieherin dokumentiert mit Fotos die von den Kindern beobachteten
Veränderungen des Baumes. Fotos, von den Kindern gesammeltes
,Beweismaterial' und die Äußerungen der Kinder werden von der
Erzieherin in den ,Ich-Ordnern' der Kinder ordentlich abgeheftet.

Als die Früchte des Baumes endlich rot werden, probieren alle und
stellen fest: K. hatte recht: Es ist tatsächlich ein Kirschbaum. Im
Vergleich mit den Kirschen vom Supermarkt sind sie aber viel kleiner
und schmecken stärker nach Kirsche, sind aber nicht so süß und haben
kaum Fruchtfleisch. Warum? Die Erzieherin klärt auf: Es ist ein
Kirschbaum, wie er normal in der Natur wächst, also ein ,wilder'
Kirschbaum. Die Kirschen, die wir immer essen, stammen von wilden
Kirschbäumen, die so verändert wurden, dass sie besonders große und
leckere Früchte tragen: Die Bäume wurden durch besondere ,Züchtung'
und durch ,Veredelung' verändert.

Beim Durchblättern ihrer ,Ich-Ordner' in den folgenden Monaten und
Jahren erzählen die Kinder immer wieder begeistert und stolz von ihrem
Projekt und was sie dabei alles erlebt haben.

 

…Eindrücke sammeln, eigene Erfahrungen machen lassen, die Neugier
und das Forschen fördern, ganzheitlich Lernen, an den eigenen
Lernerfahrungen wachsen...

 

 


5.9 Ökologische Bildung

 

Das Kind, das sich von Natur aus zu Tieren und Pflanzen hingezogen
fühlt, ist bei uns der Impulsgeber für Projekte und Angebote.

Die Natur wird als etwas Schönes und Anregendes empfunden und stößt
an, Fragen zu stellen, zu beobachten und auszuprobieren.

Wir pädagogischen Fachkräfte verstehen uns als unterstützende
Begleiter, helfende Forscher und achtsame Vorbilder im Umgang mit der
Natur und unserer Umwelt.

 

 

 

 

 

An unseren „Outdoor“-Vormittagen besuchen wir mit den Kindern
nahegelegene Wald- und Wiesengrundstücke. Über Bäche springen,
durch Laub, Pfützen und Matsch laufen, buddeln, klettern, befühlen von
Naturmaterialien, Erleben verschiedener Untergründe, Wärme, Kälte und
Feuchtigkeit empfinden, gehören zu diesen Ausflügen dazu.

Natürliche Lebenszyklen (Geburt, Wachstum, Sterben, Tod und
Verwesung) sowie Wetter- und Umweltphänomene (Stürme,
Hochwasser, Gewitter, Erdrutsche) werden von den Kindern
wahrgenommen und im Kindergartenalltag oder auch in Projekten
besprochen, ausprobiert, hinterfragt und erforscht. Zum Beispiel das


Säen, Pflegen und Ernten von Pflanzen oder das Beobachten von der
Raupe bis zum Schmetterling, sind immer mal wiederkehrende Projekte.

Im Kinderkreis werden die Jahreszeiten mit ihren Besonderheiten und
das aktuelle Wetter beobachtet und besprochen. (z.B. fragen wir danach,
bevor wir rausgehen, was für eine Kleidung wohl angebracht wäre.)

Ein ressourcenschonender Umgang mit Energie und Wasser, die
Umsetzung von Mülltrennung und Müllvermeidung und das
Kennenlernen der Abfallstoffe gehört ebenso in unseren
Kindergartenalltag.

 

Themenbezogene Bilderbücher, sowie Lupen oder Lupenbecher und
andere Materialien kommen zum Einsatz, wenn die Kinder forschen
wollen.

 

 

 

5.10 Medien

 

Medien sind aus der heutigen Zeit nicht mehr wegzudenken. Kinder
wachsen mit den unterschiedlichsten Medien auf. Ob moderne Medien
wie Handys, PCs und Internet oder traditionelle wie Fernseher, CD-
Player und Bücher.

In unserer Einrichtung sind Bilderbücher und CDs die von den Kindern
und Erzieherinnen am häufigsten genutzten Medien, z.B. bei
Bilderbuchbetrachtungen oder zur Unterstützung von Liedern, Tänzen
und Turnangeboten.

Auch eine für die Kinder eingerichtete Computerecke wird gerne genutzt.
Hier dürfen sie in einem bestimmten Zeitraum, den die Kinder mit Hilfe
einer Eieruhr selber überwachen, ausgesuchte und altersgerechte
Computerspiele spielen. Durch verschiedene Lernspiele wird ihre
Wissensaneignung und die Auge-Hand-Koordination, sowie ein
sinnvoller Umgang mit dem Medium gefördert. Dabei unterstützen die
Kinder sich gegenseitig durch gemeinsames Ausprobieren und indem
z.B. ältere Kinder den jüngeren helfen.

 

 

 

 


6. Beobachtung und Dokumentation

 

Die Bildungs- und Lerndokumentationen beinhalten die individuelle
Entwicklung eines jeden Kindes.

 

 

6.1 Portfolio/Mollyland-Mappe

 

Das Portfolio (bei uns „meine Kindergarten-Mollyland-Mappe“ genannt)
begleitet die Kinder während ihrer gesamten Kindergartenzeit.

Es bietet eine Möglichkeit, Lernschritte der Kinder zu dokumentieren und
zu präsentieren. Die Kinder wirken an der Gestaltung ihrer Mappe mit.
Sie können so ihre eigenen Fortschritte verfolgen, wodurch ihre
Lernfreude gefördert wird.

Damit die Kinder das Portfolio nutzen können, gestalten wir es so, dass
sie es handhaben und „begreifen“ können.

Jedes Kind besitzt in seiner Gruppe einen Ordner in der Gruppenfarbe.

Damit die Kinder ihren Ordner erkennen können, versehen wir diese mit
ihren Vor- und Nachnamen und einem Foto auf dem Ordnerrücken.

Die Kinder, Erzieher und Eltern haben jederzeit die Möglichkeit sich den
Ordner anzuschauen. Deshalb bewahren wir die Ordner für alle Kinder
erreichbar in den Bezugsgruppenräumen auf.

 

 


Die Dokumentationen machen den Alltag der Kinder und die
pädagogische Arbeit in der Kita transparent.

 

Am Ende der Kindergartenzeit werden die Portfolios zur Erinnerung mit
nach Hause gegeben.

 

 

 

6.2 Ganzheitliches Bildungsdokumentations-Programm (GABIP)

 

Wir arbeiten mit dem Computerprogramm GABIP. Hierbei stellen wir mit
Hilfe einfacher Fragen und Antworten den Entwicklungsstand der Kinder
fest. Es dient uns Erzieherinnen als Leitfaden zur Qualitätssicherung, um
die Kinder individuell und ganzheitlich zu fördern und zu fordern.

Im Laufe der Kindergartenzeit wird der Entwicklungsstand jedes Kindes
in einer Bildungsdokumentation festgehalten. Auf dieser Basis können
wir unser pädagogisches Handeln für die Weiterentwicklung des Kindes
abstimmen.

Regelmäßig werden die Eltern durch die Dokumentation über den
Bildungsstand ihres Kindes informiert, um sich dann im anschließenden
Elterngespräch darüber auszutauschen.

 

 

 

7 Kooperation und Zusammenarbeit

 

7.1 Erziehungspartnerschaft Eltern

 

Eine gute Zusammenarbeit zwischen den Eltern und Mitarbeiterinnen
unserer Einrichtung ist uns sehr wichtig. Nur wenn Eltern und Team
gemeinsam die kleinen täglichen Schritte und Bedürfnisse des Kindes
und auch Art und Weise seiner Entwicklung im Blick haben, stehen dem
Kind genügend Freiräume für seine Entwicklung und Entfaltung zur
Verfügung. Nur dann findet es eine umfassende, verlässliche
Unterstützung, wenn es Halt und Begleitung durch uns Erwachsene
braucht. Nur so können wir die Veränderungen im Verhalten und der
Entwicklung des Kindes wahrnehmen und gemeinsam darauf reagieren.

 

 


Austausch und Kommunikation mit den Eltern finden auf diesen Ebenen
statt:

 

-Aufnahmegespräche zu Beginn der Kindergartenzeit

 

-Elterngespräche nach Bedarf und auf Wunsch der Eltern

 

-Entwicklungsgespräche zum Entwicklungsstand des Kindes

 

-Tür- und Angelgespräche für aktuellen Austausch und Information

 

-Pinnwand im Flur zu Infos und Terminen

 

 

 

7.2 Gemeinsame Aktionen

 

In unserer Elterninitiative sind Aktionen und Unternehmungen mit
Kindern, Eltern, weiteren Familienmitgliedern und Mitarbeitern fester
Bestandteil. Wir sehen auch hier Berührungspunkte im Sinne einer
lebendigen und guten Zusammenarbeit.

 

Gemeinsame Veranstaltungen sind z.B.:

 

- Jahreszeitliche Feste
- Bastelaktionen
- Schnuppertage für neue Kinder und ihre Eltern
- Wandertage


 

 

 

7.3 Elternmitarbeit

 

Unsere Elterninitiative ist eine selbstverwaltete Einrichtung. Mit
Engagement unterstützen die Eltern den Betrieb, sie übernehmen z.B.

 

-Reparaturdienste,

-Gartenarbeiten,

-Eltern-Notdienst: Unterstützung des Teams bei personellen Engpässen,

-Arbeitseinsätze bei größeren Arbeiten (Renovierungen) und

-Basare.

 


Dadurch hat jede Familie die Gelegenheit, die vertraglich geregelten
Pflichtarbeitsstunden abzuleisten.

 

 

 

7.4 Beschwerdemanagement

 

Eltern haben das Recht, sich jederzeit mit Hinweisen, Anregungen und
Ideen an die pädagogischen Fachkräften, die Leitung, den Vorstand und
den Elternrat zu wenden.

 

Dies soll künftig in Form einer „Wunschbox“ entstehen, um eine
unbefangenere Möglichkeit der Kritikäußerung zu bieten.

 

Das Beschwerdemanagement zeichnet sich dadurch aus, dass jegliche
Form von Beschwerde zugelassen wird.

 

Es soll ein Prozess entstehen, in dem Lösungen erarbeitet und überprüft
werden können. Natürlich benötigt so ein Prozess die Zeit, das
Verständnis und den Mut aller Beteiligten.

 

 

Im persönlichen Gespräch oder in den Vollversammlungen können dann
die Kritikpunkte/Wünsche gemeinsam besprochen und bearbeitet werden.

 

 

 

7.5 Zusammenarbeit mit Träger/Vorstand und Elternrat

 

Zwischen dem Träger der Einrichtung und den Mitarbeiterinnen besteht
eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Der Träger unterstützt die Arbeit der Leitung und der Mitarbeiterinnen
durch viel Gestaltungsfreiheit und eine positive Grundeinstellung zu
unserer Arbeit. Außerdem stellt er notwendige räumliche, personelle und
materielle Ausstattung unserer Einrichtung sicher. Die Einstellung neuer

Mitarbeiterinnen erfolgt unter Einbeziehung der Leitung.

Formen der Zusammenarbeit zwischen Leitung, Team, Vorstand und
Elternrat sind:

 

- Besprechung Vorstand, Elternrat und Leitung in regelmäßigen
Abständen (Kiga-Rat)


 

- Besprechung Vorstand, Leitung und Team be

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